Fußball-Bundesliga: Baum genießt Augsburg-Jubiläum und spannende Trainer-Frage
Der FC Augsburg jubelt unter Trainer Manuel Baum in der Fußball-Bundesliga auch im Jubiläumsspiel. Geht die Amtszeit des Coachs über den Sommer hinaus weiter? Das sagt Sportdirektor Benni Weber.
Manuel Baum lächelte nach dem runden Sieg zum Bundesliga-Jubiläum verschmitzt bei der Frage, ob am Saisonende für ihn als Trainer des FC Augsburg denn wirklich Schluss ist. "Wir hatten ja so eine ähnliche Situation vor Weihnachten, als wir gesagt haben, die drei Spiele", erinnerte Baum. Damals entschieden sich die Schwaben, die Zusammenarbeit mit dem Nachfolger von Sandro Wagner über die drei Spiele hinaus bis zum Sommer auszuweiten. Und jetzt?
Baum: Das ist die "Hauptsache"
"Am Ende der Saison werden wir uns mit Sicherheit wieder zusammensetzen. Und dann geht es ja immer darum, was sind die besten Rollen im Verein", sagte Baum nach dem 2:0 gegen den 1. FC Köln. Es war der 150. Sieg im 500. Bundesliga-Spiel der Schwaben.
"Ich freue mich einfach, da zu sein, egal in welcher Rolle es ist. Diese macht natürlich jetzt gerade mega Spaß, weil wir wieder gewonnen haben", sagte Baum. Welche Rolle es am Ende werde, sei ihm "tatsächlich egal. Hauptsache, wir können in der Konstellation weiterarbeiten."
Baum war im Sommer als Leiter Entwicklung & Fußballinnovation zum FCA zurückgekehrt. Es war vereinbart worden, dass er nach seiner Arbeit als Chefcoach in diese Rolle zurückwechselt. Angesichts des Augsburger Höhenflugs mit fünf Siegen in sechs Spielen, darunter auch ein 2:1 beim FC Bayern, muss über eine längerfristige Amtszeit von Baum zumindest nachgedacht werden. In der Saison 2016/17 stieg er schon einmal vom Interimscoach zum Cheftrainer auf und blieb bis April 2019.
Trainer-Lob vom Torschützen
Der Erfolg spricht für Baum. "Der Trainer sagt uns immer wieder, wir sollen es einfach halten – gerade, um Selbstvertrauen zu sammeln", sagte Torschütze Alexis Claude-Maurice. "In den letzten Monaten ist unglaublich viel passiert, aber wir müssen uns immer wieder daran erinnern, wo wir herkommen, und konsequent von Spiel zu Spiel denken." Den Heimrekord aus Augsburger Bundesliga-Anfängen unter Trainer Jos Luhukay von acht Spielen ohne Niederlage haben die Schwaben an diesem Wochenende eingestellt.
Der 20-jährige Portugiese Rodrigo Ribeiro, der als Sporting-Lissabon-Leihgabe wenig überraschend den ewigen Sporting-Helden Cristiano Ronaldo als Stürmer-Idol hat, sorgte mit einem feinen Hacken-Tor in der 55. Minute für die Führung. Claude-Maurice (90.+5) traf aus großer Entfernung spät ins leere FC-Tor zum Endstand - und irritierte damit seinen Trainer.
"Es ist mir fast ein bisschen peinlich", gestand Baum. "Ich gedacht, warum schießt denn der aufs Tor? Da ist doch noch ein Torwart drin und habe irgendwie vergessen, dass Schwäbe vorne mit dabei war." FC-Kapitän Marvin Schwäbe war beim letzten Eckball mit nach vorne gerannt. Per Konter machte Claude-Maurice dann alles klar.
Das ist noch für den FC Augsburg drin
"Wir sind einfach eine brutal gute Truppe: In der Kabine ist es sehr lustig, und sobald wir auf dem Platz stehen, sind wir total fokussiert", sagte Verteidiger Noahkai Banks, der den Ribeiro-Treffer stark vorbereitete. "Diese Mischung macht’s aktuell aus. Trotzdem haben wir noch zehn Spiele vor uns und wollen so viele Punkte wie möglich holen – am Ende schauen wir dann, was dabei rauskommt."
Mit nun 31 Punkten können die Schwaben erst einmal durchatmen. "Wenn wir in dieser Schärfe drinbleiben, dann traue ich uns zu, den Schnitt auch zu halten", sagte Sportdirektor Benni Weber. In der Tabelle belegen die Schwaben Platz neun. Rang sieben, der zur Teilnahme am internationalen Geschäft reichen kann, ist in Sichtweite. Der Abstand nach unten ist beruhigend.
Trainersuche? Oder doch weiter mit Baum?
Baum stellt zwar die Spieler stets in den Fokus, aber sein Verdienst am Augsburger Aufschwung ist groß. Ob man aktuell auf Trainersuche sei, ließ Weber offen. "Wir werden bestimmt jetzt nichts suchen, außer vielleicht mal eine freie Minute, die wir genießen können", sagte Weber.
Bei der Zukunftsplanung ließ er sich wie Baum selbst die Optionen offen. "Wir haben unsere Ziele noch nicht erreicht. Wir sind noch nicht fertig und wir sind auf dem Weg", sagte Weber. "Deswegen gilt es, zu gegebenen Zeit über Dinge zu sprechen, aber bestimmt nicht jetzt."

