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Adler im Flow: Auch Großwallstadt wird geschlagen

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Junges Potsdamer Team beweist Moral und zeigt der Liga erneut, was in Ihnen steckt

Mit insgesamt sechs fehlenden Spielern des Stammkaders ging der 1.VfL Potsdam personalgeschwächt in sein fünftes Heimspiel der noch jungen Saison in der 2. Handball Bundesliga. Mit 10:4 Punkten und einem ordentlichen Paket Selbstbewusstsein reiste der Tabellensiebte am 8. Spieltag in die MBS-Arena nach Potsdam. Gab der siebenmalige deutsche Meister, seit dieser Saison von Handball Legende und Ex-Aushilfsfuchs Igor Vori trainierte, nur Punkte beim Tabellenführer HBW Balingen-Weilstetten und dem heimstarken Tabellenvierten aus Dessau Punkte ab.

Hinein ins Premierenduell der zwei Mannschaften, dauerte es nicht lange bis die Mannschaft aus dem Südosten Frankfurts am Main ihre Ambitionen auf einen Auswärtssieg untermauerten. Finn Wullenweber, letzte Saison noch beim HSV Hamburg in der 1. Bundesliga aktiv, steuerte die ersten beiden Treffer für seinen TVG bei. Im Gegenzug war es Karl Roosna auf Seiten der Gastgeber, der durch gute Entscheidungen Lösungen gegen die Großwallstädter Abwehr fand. Mark Ferjan nahm sich ein Beispiel an seinem Kapitän auf der anderen Seite des Spielfelds der Adler und konnte zu Beginn direkt zwei wichtige Bälle parieren, die zur ersten zwei-Tore-Führung 3:1 (5. Minute) beitrugen. Infolgedessen entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel. Großwallstadt fand immer wieder den Anschluss ans Spielgeschehen und konnte trotz zweifacher Unterzahl in der ersten Viertelstunde den Anschluss an die Potsdamer Torerfolge wahren. Mit Tim Grüner, Emil Hansson und Vasile Kalidjerovic hatten legten drei Adler infolgedessen mit ihren Toren den Baustein für die zweite zwei Tore Führung in diesem Spiel (11:9 / 21.). Diese zwang Gästetrainer Igor Vori zu seiner ersten Auszeit in diesem Spiel. Leider hatte diese nur wenig Erfolg. Ferjan parierte weiter wichtige Bälle die konsequent im Tempospiel der Gastgeber zu Toren von Moritz Sauter und Cyril Akakpo genutzt werden. Daraufhin zog Vori bereits in der ersten Halbzeit seine zweite Auszeit beim Stand von 14:10 (24.). Diese hatte dann jedoch doppelten Erfolg. Bis auf ein Tor in Folge einer 0:3 Torfolge aus Sicht der heimischen Adler kamen die Gäste wieder auf ein Tor heran. Ein Weckruf für das junge Potsdamer Team. Eine Minute vor der Halbzeit bekam Ex-Erstligaspieler Wullenweber nach einem überragenden 1 gegen 1 von Moritz Sauter und dem anschließenden Treffer im Gesicht bereits sein zweite 2 Minuten Strafe. Emil Hansson nutze die Überzahl zum Treffer zum 16:14. In einem durchweg hart geführten ersten Durchgang gingen die Mannschaften nach der ersten Auszeit von Trainer Bob Hanning in der letzten Minute der ersten Halbzeit mit einem 16:15 in die Halbzeitpause.

In der 2. Halbzeit folgte prompt der Treffer für die Adler, im Gegenzug zwei für den Großwallstädter Turnverein. Dann war es Cyril Akakpo, der mit drei Treffern in Folge den 19., 20. Und 21. Treffer erzielte. Jedoch ließ sich Großwallstadt nicht abwimmeln, was Trainer Bob Hanning in der 39. Spielminute beim Stand von 21:20 zu seiner zweiten Halbzeit veranlasste. Im Vergleich zu seinem Gegenüber brauchte der in Doppelfunktion bei den Füchsen in Berlin agierende Adlertrainer nur diese eine Auszeit, um seine Schützlinge zu wecken. Nach Wiederaufnahme des Spiels stand die Adler-Abwehr besser, agierte wacher und hungriger. Die Würfe Großwallstadts wurden geblockt oder bereits vor Ausführung abgefangen und im Umschaltspiel zu eigenen Toren effektiv genutzt. Immer wieder wurden die Gäste an die Ausreizung des Zeitspiels gezwungen. Mark Ferjan war abermals ein sicherer Rückhalt und konnte die in dieser Phase des Spiels fantastische Abwehrarbeit in Paraden ummüntzen. Das wiederrum ließ die Gäste müder im Rückzugsverhalten werden und wurde spätestens in der 43. Minute vom gegnerischen Trainerteam erkannt, als die dritte und letzte Auszeit gezogen wurde. Trotz dem Versuch der letzten Außeneinwirkung der Gäste fanden die Potsdamer immer mehr die richtige Flugbahn für die Schlussviertelstunde und konnten durch Kapitän Roosna beim 27:23 in der 47. Minute erneut auf vier Tore vorlegen. Doch diesen konnte der TVG durch zwei Paraden von Torhüter Minerva in der zweiten Welle zum Halbieren des Rückstandes nutzen. Acht Minuten vor Ende der Partie legte Max Beneke erst nach dem vierten Pass des Zeitspiels und einem 6-Mann Block von Großwallstadt das 29. und im folgenden Angriff das 30. Tor nach. Die Gäste erwiesen sich aber als hartnäckig und blieben in Schlagdistanz. Doch dann war es Altmeister Blaz Voncina, der in der Zwischenzeit für Ferjan in die Partie gekommen war, und einen freien Wurf parierte, was wiederrum zum Kontertor durch Josip Simic führte. Eine schlaue Abwehraktion der Adler leitete erneut den Gegenstoß zur erneuten vier Tore Führung fünf Minuten vor dem Ende ein. Nach drei Zwei-Minuten-Strafen gegen die Gäste und der infolge doppelten Unterzahl war die Entscheidung in diesem Spiel gefallen. In den letzten Minuten schraubten Roosna per 7-Meter und Fuhrmann nach schönem Durchspielen im Positionsangriff das Endergebnis auf ein 35:30 hoch. Voncina parierte zum Abschluss des Spiels seinen vierten Wurf und landete wie sein Kollege Mark Ferjan bei einer souveränen Quote. Ein verdienter Heimsieg der Adler, der auf einer wichtigen Säule mit einer konsequenten Abwehrleistung und schnellem Gegenstoßspiel Mitte der zweiten Halbzeit baute.

Trainer Bob Hanning (1.VfL Potsdam): “Wenn ich ganz ehrlich bin, weiß ich nicht wie das geht. Es ist mir nicht gelungen die Mannschaft so zum Brennen zu bringen wie gegen Elbflorenz. Durch die 4-1-1 und die 3-3 Deckung ist es uns gelungen, den Überraschungseffekt zu nutzen und ich persönlich bin auch froh, dass die Jungs diese mit unfassbarer Leidenschaft angenommen haben. Mit Hilfe der Zuschauer haben wir dieses Spiel dann am Ende auch verdient gewonnen. Mit den zwei Punkten bin ich daher sehr zufrieden."

1.VfL Potsdam: Voncina(4 Paraden), Ferjan(7 Paraden) – Hansson(6), Roosna(6/2), Simic(4), Beneke(4), Akakpo(4), Kaludjerovic(3), Grüner(3), Nowak(2), Sauter(2), Fuhrmann(1), Obermann 

TV Großwallstadt: Buokovinas(6 Paraden), Minerva(3 Paraden) –  Kammlodt(9), Eisenträger(7/5) Bandlow(4), Strakeljahn(2), Wullenweber(2), Schalles(2), Corak(1), Stark(1), Schauer(1), Babarskas(1), Munzinger,  Klenk, Redkyn, Zhuk

Schiedsrichter: Matthias Klinke und Sebastian Klinke

Torfolge: 1. Halbzeit: 0:1, 1:1, 2.1, 3:1, 3:2,3:3, 4:3, 4:4, 5:4, 5:5, 6:5, 6:6, 7:6, 7:7, 8:7, 8:8, 9:8, 9:9, 10:9, 11:9, 11:10, 12:10, 13:10, 14:10, 14:11, 14:12, 15:12, 15:13, 15:14, 16:14, 16:15 (30.) 2. Halbzeit: 17:15, 17:16, 17:17, 18:17, 19:17, 19:18, 20:18, 20:19, 21:19, 21:20, 22:20, 23:20, 24:20, 24:21, 25:21, 25:22, 26:22, 26:23, 27:23, 27:24, 27:25, 28:25, 28:26, 29:26, 29:27, 30:27, 30:28, 31:28, 32:28, 32:29, 33:29, 34:29, 34:30, 35:30 (60.)

Zeitstrafen: Potsdam 3 : 6 Großwallstadt

7-Meter: Potsdam 3 (2 Tore) : 6 (5 Tore) Großwallstadt

Foto Lächler

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