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2. Fußball-Bundesliga: "Komplett verschissen": Düsseldorf in der Drittklassigkeit

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Torhüter Kastenmeier weint, mehrere Trainerwechsel führen ins Leere: Fortuna Düsseldorf erlebt in Fürth eine sportliche Zäsur. Dem Traditionsclub drohen ganz harte Zeiten.

Der hemmungslos weinende Florian Kastenmeier war ein Sinnbild für den Absturz von Fortuna Düsseldorf. Zum ersten Mal seit 17 Jahren muss der zweimalige DFB-Pokalsieger nach der 0:3-Pleite bei Greuther Fürth den harten Gang in die Drittklassigkeit antreten. Die Konsequenzen des sportlichen Niedergangs sind längst nicht absehbar: Der 17. Mai 2026 könnte für den Traditionsclub zu einer tiefen Zäsur werden.

"Wir haben es komplett verschissen. Wir sind dafür verantwortlich. Ich habe eigentlich keine Ahnung, was ich antworten soll. Es gibt wenig zu sagen", sagte Kastenmeier, der als einziger Fortuna-Profi von den Fans gefeiert - und nicht wie der Rest des Teams ausgepfiffen - wurde. 

Völlig überwältigt kämpfte der Torhüter vor der Kurve mit seinen Emotionen, in der Interview-Zone sagte er später: "Das, was heute passiert ist, ist mit nichts zu entschuldigen."

Vorstandschef: "Zu Recht abgestiegen"

Drei Punkte und fünf Tore hatte das Team von Trainer Alexander Ende vor dem direkten Abstiegsduell am Fürther Ronhof als Polster auf die Franken. Nur um dann in Halbzeit eins in kürzester Zeit mit 0:3 in Rückstand zu geraten. Vorstandsboss Alexander Jobst wirkte regelrecht desillusioniert. 

"Diese Leere im Kopf muss sich jetzt auch jeder nehmen. Mit dem morgigen Tag beginnt die Aufarbeitung, die knallharte Analyse. Nach dem heutigen Spiel muss ich klipp und klar sagen: Wir sind zu Recht abgestiegen", sagte Jobst. Weder mit Daniel Thioune noch mit Markus Anfang und auch nicht mit dessen Nachfolger Ende schafften es die Rheinländer in dieser turbulenten Spielzeit zu Stabilität.

Ein Tor fehlt auf Fürth

In der Endabrechnung lag die Fortuna mit einem Tor hinter Fürth auf dem Relegationsrang und mit zwei Toren hinter Eintracht Braunschweig, das mit einem 0:1 bei Zweitliga-Meister FC Schalke 04 die Klasse hielt. "Diese Fallhöhe von zweiter auf dritte Liga wird eine Tragweite mit sich bringen, die ich heute noch nicht nennen kann", sagte Jobst. Das gilt nicht nur finanziell, schließlich warten bald Verl und Wehen statt Nürnberg und Kaiserslautern auf die Fortuna.

Ausgerechnet der langjährige Fortuna-Profi Felix Klaus avancierte im Fürther Ronhof zum Matchwinner für die Gastgeber. Vor 16.126 Zuschauern brachte er die Spielvereinigung mit einem Doppelpack (2./16. Minute) schon früh auf Kurs, nach gut einer halben Stunde legte er das 3:0 durch Noel Futkeu auf (36.). Auch danach wehrte sich Düsseldorf viel zu wenig gegen das drohende Unheil.

Mislintat: "Nicht das Ergebnis eines Spiels"

Auch für Sport-Vorstand Sven Mislintat ist der Abstieg ein Tiefschlag, zumal er vor nicht allzu langer Zeit noch für Borussia Dortmund, den VfB Stuttgart und Ajax Amsterdam arbeitete. "Wenn ein Spiel so startet, ist das fast wie eine selbsterfüllende Prophezeiung", sagte Mislintat zum Spielverlauf, bei dem Düsseldorf schnell das scheinbar komfortable Polster verspielte.

Der 53-Jährige folgte im Dezember auf Klaus Allofs und sollte die Lage bei Fortuna eigentlich beruhigen. "Das ist nicht das Ergebnis eines Spiels - wahrscheinlich nicht mal nur einer Saison, sondern auch einer Entwicklung in diesem Club", relativierte Mislintat. Unmissverständlich kritisierte der Funktionär aber auch das Auftreten der Profis in Fürth. "In der ersten Halbzeit hat nichts gestimmt."

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