Star Wars im Bernabéu: (K)eine neue Hoffnung für Real?
Die Ausgangslage
- Real Madrid gegen den FC Bayern München: Im Viertelfinale der Champions League kommt es nach zweijähriger Pause wieder zu dem europäischen Klassiker! Das Hinspiel steigt am Dienstag (21 Uhr, im REAL TOTAL-Liveticker, im Watchalong und im TV) im Estadio Santiago Bernabéu, ehe das Rückspiel in der Woche darauf (15. April, 21 Uhr) in der Allianz Arena stattfindet. Mit einem Sieg vor heimischen Publikum wollen sich die Madrilenen eine gute Ausgangslage schaffen, die Generalprobe hingegen konnten die Blancos am vergangenen Samstag mit einer 1:2-Niederlage gegen Mallorca nicht erfolgreich gestalten. Damit ließ die Mannschaft von Cheftrainer Álvaro Arbeloa im Meisterschafstrennen gegen den FC Barcelona erneut wichtige Punkte liegen und ist aktuell mit sieben Zählern Rückstand immer weiter vom Titeltraum entfernt. Doch in der Champions League erwiesen die Königlichen dagegen zuletzt eine gute Moral und konnten durch das erfolgreiche Weiterkommen gegen Manchester City wieder Hoffnung schöpfen. Und auch der Blick auf die Statistik des Klassikers zeigt, dieses Duell ist völlig ausgeglichen: Beide Mannschaften konnten bislang zwölfmal als Sieger vom Platz gehen und nur viermal trennte man sich mit einem Remis. Vor allem bei den jüngsten Begegnungen mit den Münchnern konnte Real immer wieder überzeugen. Die Königlichen verloren in der Königsklasse seit neun Spielen nicht mehr gegen Bayern, acht davon gewannen die Merengues. Für die Münchner ist es unterdessen ihre längste Sieglos-Serie gegen einen Gegner im europäischen Wettbewerb. Die Spanier gingen zugleich in jedem der letzten vier Heimspiele im Bernabéu ungeschlagen vom Platz: 1:0 im Halbfinal-Hinspiel der Saison 2013/14, 4:2 im Viertelfinal-Rückspiel 2016/17, 2:2 im Halbfinal-Rückspiel 2017/18 und 2:1 im Halbfinal-Rückspiel 2023/24. Die Königlichen haben in der Vergangenheit bereits gezeigt, dass sie in der Lage sind den Klassiker für sich zu entscheiden, doch diesmal könnte die Favoritenrolle eine völlig andere sein, denn der FC Bayern steht zurzeit deutlich besser da. An Historie, Tradition und weltklase Spielern mangelt es diesem Duell nicht, oder auch: Star Wars im Bernabéu!
Der Gegner
- Während Real Madrid im Meisterschafstrennen Federn ließ, im Pokal bereits nicht mehr vertreten ist und auch in der Champions League mit schwankenden Leistungen nicht immer überzeugen konnte, sieht die Lage bei den Münchnern deutlich stabiler aus. Im DFB-Pokal ist der FC Bayern noch in der Runde der letzten Vier vertreten und trifft dort im Halbfinale auf Bayer Leverkusen. In der Bundesliga befindet sich die Mannschaft von Cheftrainer Vincent Kompany mit 73 Punkten und damit neun Punkten Vorsprung auf den nächsten Verfolger Borussia Dortmund souverän an der Spitze wieder und auch in Königsklasse sind die Münchner eine echte Waffe. Die Ligaphase beendete der Rekordmeister mit nur einer Niederlage gegen Tabellenführer Arsenal (1:3) auf Platz zwei und auch im Achtelfinale sorgte man mit 10:2 Toren gegen Atalanta Bergamo für klare Verhältnisse. In seinem zweiten Amtsjahr als Cheftrainer bei den Bayern konnte Vincent Kompany bislang vollends überzeugen und auch die richtige Balance aus gefährlicher Offensive und kompakter Defensive finden. Alleine in der Champions League stellen die Münchner mit insgesamt 32 Toren in zehn Partien nicht nur eine der besten Offensiven, sondern auch mit lediglich zehn Gegentoren eine der besten Defensiven des Wettbewerbs. Einer der wichtigsten Akteure im System Kompanys ist dabei Harry Kane, welcher in der Königsklasse mit zehn Treffern in neun Partien in Top-Form ist. Doch es ist nicht nur der 32-jährige Engländer alleine, welcher die Stärke des FC Bayern ausmacht, sondern ihre Fähigkeit, vor allem in der Offensive durch Lennart Karl (vier Treffer), Luis Díaz (vier Treffer), Michael Olise (drei Treffer) und Nicolas Jackson (drei Treffer) mit gleich mehreren Spielern für Gefahr im gegnerischen Strafraum zu sorgen. Und auch mit Blick auf den Kader hat Kompany die Qual der Wahl. Während Harry Kane noch angeschlagen gegen den FC Freiburg (3:2) am vergangenen Samstag pausierte, ist der Engländer wieder im Aufgebot vertreten und könnte auch starten – Reals Hoffnung wird auch dadurch geringer. Denn mit Sven Ulreich (Adduktorenprobleme) fehlt den Bayern lediglich ein Akteur verletzungsbedingt, denn Manuel Neuer, Jamal Musiala und Alphonso Davies kehrten am Wochenende bereits zurück nach Verletzungen. Für die Bayern ist das Ziel klar: nach vier CL-Ausscheiden am Stück gegen die Königlichen endlich wieder als Sieger vom Platz zu gehen, um den Traum vom ersten Henkelpott nach 2020 wieder einen großen Schritt näher zu kommen.
Voraussichtliche Startelf: Neuer – Stanišić, Upamecano, Tah, Laimer – Kimmich, Pavlović – Olise, Gnabry, Díaz – Kane.
Personelles und voraussichtliche Aufstellung
- Wie so oft in den letzten Wochen steht der Kader noch nicht fest, beziehungsweise wird erst am Spieltag selbst bekannt gegeben. Klar ist jedoch, dass Álvaro Arbeloa für das Hinspiel mit Thibaut Courtois und Rodrygo Goes auf zwei Akteure mindestens verzichten. Für Ferland Mendy dürfte es wohl noch nicht reichen, jedoch könnte der Franzose wohl für das Rückspiel am 15. April wieder als Linksverteidiger eine Option werden. Dafür kehren mit Federico Valverde und Dani Ceballos gleich zwei Akteure zum Duell gegen die Münchner zurück. Valverde dürfte auch starten, während Canterano Thiago Pitarch anstelle von Eduardo Camavinga von Beginn an auflaufen dürfte. Mit Blick auf die Startelf könnte es im Vergleich zur Generalprobe bei Mallorca daher zu einigen Veränderungen kommen, wenn aber auch nicht zu viel.
- Verletzt: Thibaut Courtois (Muskelverletzung), Rodrygo Goes (Kreuzbandriss), Ferland Mendy (Muskelverletzung)
- Startelf-Prognose: Lunin – Trent, Rüdiger, Huijsen, Carreras – Valverde, Tchouaméni, Güler, Thiago – Mbappé, Vinícius.
Die Stimmen zum Spiel
Álvaro Arbeloa (Cheftrainer Real Madrid): „Wie in jeder anderen Kabine auch, wenn man verloren hat. Vielleicht tut es uns noch ein bisschen mehr weh, denn wenn ein Team nicht verlieren darf, dann ist es Real Madrid. Die Niederlage gegen Malloca war sehr schmerzhaft, aber wir hatten keine Zeit darüber nachzudenken. Die werden wir vielleicht noch haben. Unser Fokus musste direkt wieder auf dem nächsten Spiel gegen Bayern liegen und damit haben wir uns beschäftigt seit dem Abpfiff auf Mallorca. Wir denken nur an morgen und wir müssen all unsere Energie in dieses Spiel stecken.“
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Vincent Kompany (Cheftrainer Bayern München): „Alles wird morgen wichtig sein. Es ist mein erstes Mal hier als Trainer. Wir haben aber viel Erfahrung in derartigen Spielen. Es wird zum Teil durch die Taktik entschieden werden, aber vor allem durch Details – zum Beispiel wie die individuelle Qualität der Spieler. Wir haben uns auf Real vorbereitet und wir haben gesehen, was sie gegen City gemacht haben. Es ist vielleicht das schwierigste Spiel, das man auswärts bestreiten kann. Aber wir wollen gewinnen.“
Statistiken und Besonderes
- GESAMTBILANZ: Der FC Bayern und Real Madrid trafen insgesamt bereits 28 Mal im Europokal aufeinander, 22 Mal davon in der Champions League. Die Bilanz beider Mannschaften könnte dabei nicht ausgeglichener sein – zwölfmal siegten die Münchner, viermal gab es ein Remis und zwölfmal gewannen die Madrilenen. Torverhältnis: 45:42 aus Sicht der Königlichen. Mut machend: Nach den letzten vier Duellen im Bernabéu hat immer Real gejubelt und so 2024, 2018, 2017 und 2024 die nächste Runde erreicht.
- RIVALITÄT DER SUPERLATIVE: In der Geschichte der europäischen Wettbewerbe wurde kein anderes Duell als Real Madrid gegen den FC Bayern München häufiger ausgetragen. Dabei trifft der Erste auf den Zweiten der weigen Tabelle der europäischen Königsklasse. Von der „Schwarzen Bestie“ bis hin zur weißen Dominanz ist bei diesem Aufeinandertreffen Spannung garantiert.
- GELB-ALARM: Kylian Mbappé, Jude Bellingham, Vinícius Júnior, Álvaro Carreras, Dean Huijsen und Aurélien Tchoauméni müssen im Hinspiel aufpassen, denn sie haben bisher zwei gelbe Karten gesehen und würden bei einer weiteren Verwarnung jeweils für das Rückspiel am 15. April in der Allianz Arena gesperrt sein.
- SCHIEDSRICHTER: Zum zweiten Mal in dieser Saison wird Michael Oliver (41) eine Partie der Königlichen leiten, so wie schon beim 4:3-Sieg gegen Olympiakos in der Gruppenphase. Insgesamt pfeift der Brite schon seit 2016 in der Champions League und wird diesmal im VAR-Bereich unterstützt von Jarred Gillett.
- WIEDERSEHEN: In der Geschichte von Real Madrid und den FC Bayern haben bereits neun Spieler die Seiten gewechselt. Mit David Alaba steht aktuell ein Spieler im Kader der Königlichen, die zuvor in München spielten: Alaba lief dabei von 2008 bis 2021 für die Münchner auf. Auch Legenden wie Toni Kroos, Xabi Alonso oder Arjen Robben dürften besonders interessiert hinschauen.
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