Fußball
News melden
Nachrichten

Real Madrids Krise spitzt sich zu: Was nun, Florentino?

0 2
Bekam die Wut der Fans gegen Getafe zu spüren: Florentino Pérez – Foto: Dan Mullan/Getty Images

Auch Pérez gerät ins Visier der Fans

Es lief bereits die Schlussphase im kleinen Stadtderby zwischen Real Madrid und dem FC Getafe, als das Geschehen auf dem Rasen so langsam aber sicher zum Nebenschauplatz mutierte. Zwar war auf dem Fußballfeld in den letzten Minuten der Partie reichlich Action, inklusive zweier Platzverweise geboten, doch der Madridismo hatte da längst genug: Und zwar nicht nur vom (abermals uninspirierten) Auftritt seiner Mannschaft, sondern auch von dem Mann, der sich für das Gesamtkonstrukt verantwortlich zeichnet: Deutlich wie lange nicht waren die Rücktrittsforderungen in Richtung Florentino Pérez („Florentino dimisión!“) im Estadio Bernabéu zu vernehmen. Als die Kamerabilder Reals Präsidenten einfingen, wirkte dieser tatsächlich extrem niedergeschlagen und nahezu konsterniert ob des Spielverlaufs und der Geschehnisse auf dem fußballerischen Grün. Es war beileibe nicht die erste Niederlage, die Pérez gegen einen vermeintlich kleinen Gegner miterleben musste, doch derart sichtlich betroffen sah man Reals Präsidenten quasi nie.

Nachdem bereits die Mannschaft und ausgewählte Spieler in den letzten Wochen, allen voran beim Spiel gegen Levante nach Xabi Alonsos Entlassung, immer wieder dezidiert die Wut der Fans zu spüren bekam, scheint sich nun auch Pérez nicht mehr aus der Verantwortung ziehen zu können. Trainerwechsel, unausgewogene Kaderzusammenstellung, offensichtliche Ungereimtheiten rund um die medizinische Abteilung, überhand nehmende Spielerprivilegien – in der Summe zu viel Chaos, das die sportlichen Leistungen schon lange nicht mehr kaschieren können beziehungsweise die Ursache für die erheblichen Schwankungen ebendieser darstellen.

Zwölf Tage, die alles entscheiden können

Grüßte man vor zwei Spieltagen nach acht Liga-Siegen in Folge noch von der Tabellenspitze, ist es zwei Spieltage und Niederlagen später schon wieder vorbei mit der Herrlichkeit und man weißt wieder vier Punkte Rückstand auf die Konkurrenz aus Barcelona auf. Álvaro Arbeloa, der sich nach seiner vierten Niederlage im 13. Spiel (Alonso verlor fünf von 28) weiterhin stoisch vor die Mannschaft stellt, verlor sich zwar mal wieder in Durchhalteparolen („Hier wirft niemand das Handtuch, bei Real Madrid gibt bis zum letzten Spiel niemand auf.“), doch so wirklich dran zu glauben scheint man rund um das Bernabéu daran nicht. Die Auftritte gegen Osasuna (1:2) und jetzt Getafe scheinen einen endgültigen Bruch zwischen Mannschaft und Fans erzeugt zu haben, die zweite Saison in Folge ohne großen Titel nimmt immer konkretere Formen an.

Für die Königlichen stehen jetzt zwölf Tage an, nach denen die Spielzeit möglicherweise sogar schon beendet sein kann. Während man in der Liga gegen Celta de Vigo (6. Mäez) und Elche (14. März) darum kämpft, nicht endgültig den Anschluss nach oben zu verlieren, stehen in der Champions League die Duelle mit Manchester City (11. und 17. März) an. Dass zu der ohnehin angespannten Personallage (unter anderen die Verletzungen von Jude Bellingham und Kylian Mbappé) jetzt auch noch drei Sperren im Ligabetrieb (Huijsen, Carreras, Mastantuono) hinzukommen, macht die Aufgabe für Arbeloa nicht unbedingt einfacher. Die Vorzeichen für die möglicherweise entscheidenden Wochen dieser Spielzeit könnten jedenfalls besser sein.

Ändert Reals Direktive jetzt endlich seine Herangehensweise?

Doch selbst wenn es gelingen sollte, jene zwölf Tage positiv zu gestalten und die Hoffnung auf zumindest einen Titel am Ende der Saison am Leben zu halten, erscheint ein Kurswechsel in Reals Führungsetage unausweichlich. Als zu eklatant erwiesen sich in dieser Saison die strukturellen Fehler in der Kaderzusammenstellung, die hinter vorgehaltener Hand schon immer gezogenen Vergleiche mit der Galáctico-Ära sind mittlerweile ebenso nicht mehr von der Hand zu weisen. Dass innerhalb des Klubs und mit großer Wahrscheinlichkeit auch innerhalb der Mannschaft einige Dinge im Argen liegen, lässt sich mittlerweile nicht mehr wegdiskutieren. Und dass es im Sommer – unabhängig vom tatsächlichen Ausgang der Saison – einer radikalen Kursänderung und womöglich auch ein paar unangenehmer Personalentscheidungen bedarf, dürfte mittlerweile ebenso klarer Konsens sein. Die große Frage im Kosmos der Blancos dürfte jedoch lauten: Sehen das Pérez und seine Direktive genauso? Diverse Entscheidungen in der jüngeren Vergangenheit lassen daran zweifeln. Phasenweise wirkt es gar so, dass tatsächlich lediglich eine weitere titellose Saison ein Umdenken erzeugen könnte. Doch eigentlich müsste so oder so feststehen: Ein weiter so, darf es nicht geben – sonst droht man möglicherweise nicht nur kurzfristig seine sportlichen Ziele erheblich zu verfehlen…

REAL TOTAL supporten, App und mehr: Alle Infos oder direkt zu Steady

Der Beitrag Real Madrids Krise spitzt sich zu: Was nun, Florentino? erschien zuerst auf REAL TOTAL.

Comments

Комментарии для сайта Cackle
Загрузка...

More news:

Read on Sportsweek.org:

Andere Sportarten

Sponsored