1:2-Niederlage gegen Paderborn nach 60 Minuten in Unterzahl
„34 Prozent Ballbesitz – so wenig hatten wir noch nie“, schaute Trainer Alex Ende auf eine ungewöhnliche Statistik der 90 Minuten plus Nachspielzeit. Hinter dem Negativwert der Saison steht natürlich ein Spielverlauf, der nach der Herausstellung von Yassine Bouchama aus dem Gleichgewicht geraten war. Nach Traumstart und früher Führung durch Etienne Amenyido (2.) mussten die Adlerträger gegen ein Spitzenteam der 2. Bundesliga 60 Minuten in Unterzahl überstehen. Das gelang über weite Strecken gut, am Ende hielt das aufopferungsvoll kämpfende Team dem vor allem im zweiten Durchgang zunehmenden Druck aber nicht mehr Stand. Der beim Gegner zur zweiten Halbzeit eingewechselte Steffen Tigges drehte die Partie mit einem Doppelpack zum 2:1-Endstand.
Das Trainerteam musste neben den zahlreichen verletzen Spielern und dem gesperrten Paul Jaeckel – vertreten durch Torge Paetow – kurzfristig auch auf Torhüter Johannes Schenk verzichten, der krankheitsbedingt passen musste. Für ihn stand Morten Behrens zwischen den Pfosten. Die Preußen erwischten einen optimalen Start an der Pader: Eine perfekt getimte Flanke von Ter Horst in die gefährliche Zone fand mit Amenyido den richtigen Abnehmer. Mit dem Kopf musste unsere eingelaufene Nummer 30 “nur noch“ einnicken. Zwei Minuten waren da gespielt. Der SC Paderborn zeigte sich vom frühen Rückstand nicht geschockt, überzeugten vor allem spielerisch und wurde durch Bilbija in der 17. Minute erstmals richtig gefährlich. Auch die Preußen ließen die Murmel gut laufen, verloren allerdings in einigen aussichtsreichen Situationen noch zu einfach den Ball. Dennoch tauchten sie immer wieder in der heißen Zone auf – etwa nach einer gut reingebrachten Ecke (18.) oder bei einem knallharten Distanzschuss von Heuer, den der Paderborner Schlussmann nur zur Ecke klären konnte.
Eine halbe Stunde war gespielt, ehe der nächste Rückschlag weggesteckt werden musste: Bouchama setzte gegen Obermeier zur Grätsche an, kam aber zu spät. Da Bouchama das Bein ohne Chance auf den Ball noch hochzog, wertete Schiedsrichter Timo Gerach die Situation als Unsportlichkeit und zückte die Rote Karte. Kurz drauf wechselte der SCP taktisch und brachte Meyerhöfer für Batista Meier. Der Matchplan der Münsteraner war damit ausgehebelt und die Ostwestfalen drückten auf den Ausgleich. Der SC Paderborn versucht immer wieder mit schönen Doppelpässen durchzudringen, unsere Jungs hielten allerdings gut dagegen, nahmen die Laufwege des Gegners auf und verteidigten leidenschaftlich. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit ertönte dann die Paderborner Torhymne, als Castaneda den Ball im Preußen-Tor unterbrachte. Der Jubel verstummte aber, weil Mitspieler Bilbija zwar nicht an den Ball kam, aus Abseitsposition aber entscheidend störte. Folgerichtig zählte der Treffer nicht – Glück für den Sportclub.
Die Hausherren kamen mit einem Dreifachwechsel aus der Kabine und nur fünf Ziegerumdrehungen später zahlte sich einer dieser Wechsel aus, als Tigges mit einem perfekt platzierten Kopfball zum 1:1-Ausgleich. Nach einer Stunde wurde es auf beiden Seiten gefährlich: Erst kam Benger im gegnerischen Sechzehner zum Abschluss, im direkten Gegenzug kratzte Paetow einen Tigges-Abschluss mit einem spektakulären Flugkopfball von der Linie. Immer wieder kamen die Gastgeber zu ihren Abschlüssen, machten aber zu wenig daraus. Die Adlerträger schafften es in Unterzahl gegen einen längst dominanten Gegner aber kaum noch für Entlastung zu sorgen. In der 83. Minuten war der Druck dann nicht mehr aufzuhalten, als Tigges nach einer Ecke am höchsten stieg und die Ostwestfalen in Führung brachte.
Spieldaten
Aufstellung PAD: Seimen – Hansen (Müller, 46.), Scheller, Götze – Curda, Baur, Castaneda (Tigges, 46.), Obermair – Bilbija (Michel, 46.), Okpala (Betzner, 77.), Klaas
Aufstellung SCP: Behrens – Ter Horst, Paetow, Heuer, Kirkeskov – Benger (Benger, 80.) – Bouchama, Hendrix – Sertdemir (Schulz, 80.) – Amenyido (Makridis, 68.), Batista Meier (Meyerhöfer, 32.)
Tore: 0:1 Amenyido (2.) 1:1 Tigges (50.) 2:1 Tigges (83.)
Rote Karte: Bouchama
Gelbe Karten: – / Ter Horst, Behrens
Zuschauer: 14.667
Schiedsrichter: Timo Gerach
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