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Geplante Neckar-Radbrücke: "Das ist 
sehr schäbig" (Update)

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		Geplante Neckar-Radbrücke:

Heidelberg. (RNZ) Die kritischen Äußerungen von Wolfgang Weber von der "Interessengemeinschaft Fußverkehr" (IG Fuß) zur neuen Fuß- und Radbrücke über den Neckar (siehe unten) sorgen weiter für Diskussionen. Nachdem sich bereits der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) mit einer Stellungnahme zu Wort gemeldet und gefordert hatte, die Planungen nicht zu verzögern, kritisiert Felix Berschin, Vorstandssprecher des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) nun in einem offenen Brief, dass Weber gar nicht als Sprecher der IG Fuß legitimiert sei.

Zu den städtischen Plänen, die Weber im RNZ-Artikel im Namen der IG Fuß als "kein gutes Ergebnis" bezeichnet hat, habe es in der IG Fuß keine Beratungen gegeben. Weber sei zu der Kritik auch nicht legitimiert: Sprecher der IG Fuß war zuletzt der kürzlich verstorbene Peter Bews. Seit seinem Tod habe es keine Aktivitäten mehr im Rahmen der IG Fuß gegeben. "Es ist also sehr schäbig, ohne Aktivitäten zu entwickeln, das Vakuum und das Label IG Fuß für eine persönliche Meinung zu verwenden, die zudem von keinem nennenswerten Verband vertreten wird", so Berschin. Insgesamt habe er den Eindruck, dass es Weber "nur noch um das Verhindern von Projekten egal welcher Art" gehe. Bereits das Planfeststellungsverfahren Gneisenaubrücke habe Weber "durch unbegründete Einwände" verzögert.

Webers Kritikpunkte zur Brücke seien ebenfalls "weitgehend unberechtigt". Die Brücke sei mit einer nutzbaren Breite von sieben Metern genauso breit wie die Alte Brücke und damit äußerst großzügig. "Die Forderungen nach Anprallschutz bei Bänken haben das Niveau wie die Sperrung des Philosophenwegs für Radfahrer, weil das Geländer versicherungstechnisch gesehen zu niedrig ist." Das Thema Baumerhalt am Gneisenauplatz sei explizit kein Thema der IG Fuß: "Bäume oder auch Eigentumsfragen erscheinen mir als vorgeschoben, um letztlich das ganze Vorhaben zu torpedieren." Der VCD und auch die IG Rad würden die städtische Planung kritisch begleiten. So sei etwa die Bauhöhe noch offen, das Vorhaben an sich stehe aber nicht in Frage. Im Gegenteil: Es werde von vielen ersehnt.

Update: Sonntag, 10. Januar 2021, 19 Uhr


ADFC will Radbrücke 

Heidelberg. (RNZ) In Reaktion auf den Artikel "IG Fuß kritisiert Pläne für Brücke in Bergheim" meldet sich der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) per Pressemitteilung zu Wort. In dem Artikel hatte Wolfgang Weber von der Interessensgemeinschaft Fußverkehr (IG Fuß) die Pläne des Stuttgarter Büros "Schlaich Bergermann und Partner" für die neue Brücke für Fußgänger und Radfahrer in Bergheim, die die südlichen Stadtteile an das Neuenheimer Feld anbinden soll, kritisiert. Auch Mitglieder der Interessengemeinschaft Rad (IG Rad) sähen das Projekt kritisch, erklärte Weber.

Es treffe zwar zu, dass die IG Rad ursprünglich einen anderen Entwurf favorisiert habe, erklärt nun der ADFC in der Stellungnahme. "Nachdem aber die Entscheidung der Jury zugunsten des Entwurfs des Planungsbüros ,Schlaich Bergermann und Partner’ gefallen ist, sollten der Planungs- und Entscheidungsprozess nicht weiter verzögert werden." Der Straßenzug Mittermaierstraße/Ernst-Walz-Brücke als Verbindung von Bahnhof und Neuenheimer Feld gehöre zu den gefährlichsten und am meisten gefürchteten Strecken für Radler und Fußgänger. Die neue Brücke solle hier für beide Gruppen Abhilfe schaffen. Der Gemeinderat wird wohl am 10. Februar über die Beauftragung des Büros entscheiden.

"Der Planungs- und Entscheidungsprozess sollte nicht weiter verzögert werden", erklärt der ADFC. Man lege Wert darauf, dass die Brücke so schnell wie möglich gebaut werde. "Zum jetzigen Zeitpunkt Sand ins Getriebe zu streuen, ist dabei nicht hilfreich." Die Pläne hätten auch Vorteile: eine deutliche Trennung von Rad- und Fußverkehr, eine etwas bessere Fahrdynamik und weniger Konflikte mit Fußgängern. Verbesserungen und Verfeinerungen des Entwurfs seien im Zuge der weiteren Planung im Dialog mit dem Büro durchaus möglich und erwünscht.

Update: Freitag, 8. Januar 2021, 20.02 Uhr


IG Fuß kritisiert Pläne für Brücke in Bergheim

"Kein Fußgängerverkehr der Zukunft" - Brief an Verkehrsbürgermeister Schmidt-Lamontain und Ratsfraktionen

Von Maria Stumpf

Heidelberg. Vom Ochsenkopf kommend, schlängelt sich das Bauwerk über die B3 entlang des Gneisenauplatzes elegant durch die Wipfel der Bäume über den Neckar an das nördliche Ufer. Das ist zumindest der Plan. Die neue Brücke für Fußgänger und Radfahrer in Bergheim soll eine Anbindung der südlichen Stadtteile an das Neuenheimer Feld sein und an geplante Radschnellverbindungen nach Mannheim, Schwetzingen und Eppelheim anschließen. Nur: "Nach meiner Einschätzung ist diese Planung kein gutes Ergebnis", kritisiert Wolfgang Weber von der "Interessensgemeinschaft Fußverkehr Heidelberg" (IG Fuß).

Seine Einwände formulierte er nun in einem Brief an Raoul Schmidt-Lamontain als Bürgermeister für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität, an Bärbel Sauer, die neue Leiterin des Amts für Verkehrsmanagement, und an die Fraktionen im Gemeinderat. Als "Leuchtturmprojekt" bezeichnet die Stadt das Vorhaben – doch Weber sieht das ganz anders. "Vertreter der IG Rad Heidelberg sehen das ähnlich wie ich", ergänzt er.

Weber kritisiert verschiedene Punkte. Generell fehlten in verschiedenen Bereichen die Trennung von Rad- und Fußweg, was Konfliktpotenzial zur Folge habe. Er hinterfragt, ob der geplante Dünnschichtbelag für Fußgänger geeignet ist und bemängelt fehlenden Anprallschutz an Bänken. Unklar sei auch, wie viele Bäume tatsächlich gefällt werden müssten. Im Gneisenaupark fehle ein Aufzug für mobilitätseingeschränkte Menschen. "Es gibt als Zugang nur eine Treppe für Fußgänger in der Nähe der Vangerowstraße, was einen Umweg bedeutet. Die vorhandene Rampe muss man mit Radlern teilen."

Weber erklärt auch, dass nach seinem Kenntnisstand am südlichen Ufer in Bergheim ein Haus stehe, dessen Eigentümer bislang den Plänen nicht zustimme. "Das müsste die Stadt überhaupt noch klären." Am Ende rechne er mit "vielleicht 30 Millionen Euro Kosten für das Gesamtprojekt", so Weber. "Viel Geld für ein Bauwerk, das nicht gut genug ist für einen Fußgängerverkehr der Zukunft."

Fünf Entwürfe aus einem Wettbewerbsverfahren mit Bürgerbeteiligung standen im Frühjahr 2020 zur Auswahl, als eine Jury letztlich für den geplanten Entwurf des Stuttgarter Büros "Schlaich Bergermann und Partner" votierte. Die Brücke zwischen Ernst-Walz-Brücke und Wieblinger Wehr überzeuge im Umgang mit den Materialien und in der architektonischen Gestaltung von Stadt- und Landschaftsraum, so die Begründung. Seine Kritik habe er als "nicht stimmberechtigtes Mitglied der Jury" bereits damals formuliert, betont Wolfgang Weber. "Das wurde von Bürgermeister Jürgen Odszuck im Protokoll aber nicht einmal vermerkt."

Zwischenzeitlich hat der Bezirksbeirat Bergheim dem Projekt zugestimmt, der Bezirksbeirat Neuenheim wird sich noch mit dem Thema befassen. Im Februar folgt die Entscheidung im Gemeinderat. Erfolgt die Vergabe an die Wettbewerbssieger, könnte laut Bürgermeister Jürgen Odszuck Ende 2023 Baubeginn sein.

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