Eppelheimer Gisela-Mierke-Bad: Stadt droht Stadtwerken wegen Hallenbad-Schließung mit Konsequenzen
Von Anja Hammer
Eppelheim. Es ist heiß, die Sonne brennt - und Eppelheim sitzt auf dem Trockenen. Ausgerechnet am letzten Wochenende der Pfingstferien war das Gisela-Mierke-Bad geschlossen. Die Stadtwerke Heidelberg, die das Hallenbad betreiben, hatten wegen Krankheitsausfällen nicht genügend Mitarbeiter. Im Eppelheimer Rathaus ist man deshalb richtig sauer.
In der Regel ist das Mierke-Bad von Mittwoch bis Sonntag geöffnet. 2017 wurden über 25.000 Gäste gezählt. Sicherlich sei das Mierke-Bad "nur" ein Hallenbad, so Bürgermeisterin Patricia Rebmann: "Aber bei dem Wetter tut das erfrischende Nass auch im Hallenbad gut." Zumal es auch noch eine Liegewiese im Freien gebe. Dass aber alles drei Tage lang wegen Personalmangels zu war, bringt die Rathauschefin auf die Palme. "Wir haben die Betriebsführung komplett an die Stadtwerke abgegeben - eben um eine stabile Personalstruktur zu haben", ärgert sich Rebmann. "Wir bezahlen den Stadtwerken dafür nicht wenig Geld."
Was Bürgermeisterin Rebmann bei der jüngsten Schließung zusätzlich ärgert: "Das war nicht das erste Mal und das war nicht abgesprochen." Die Stadtwerke müssten der Stadt Bescheid geben, dann hätte man noch reagieren können. Das sei den Stadtwerken bei einem Gespräch im April auch klargemacht worden. Da es aber erneut keine Absprache gegeben habe, werden derzeit finanzielle Konsequenzen geprüft, heißt es seitens der Stadt.
Bei den Stadtwerken Heidelberg weiß man um die Probleme: "Wir haben derzeit viele Krankheitsfälle", erklärt Unternehmenssprecherin Ellen Frings. Darunter seien auch längere Ausfälle, die zu einer dünnen Personaldecke beigetragen hätten. Die Stadtwerke würden daher sowohl fest angestellte als auch vorübergehend angestellte Mitarbeiter suchen. Nur: "Es ist schwierig, Personal zu finden: Der Markt ist leer gefegt", so Frings gegenüber der RNZ.
Die Personalknappheit betrifft nicht nur Eppelheim: Das Heidelberger Hallenbad Hasenleiser blieb Mitte Mai eine ganze Woche geschlossen, die Stadtwerke betreiben nämlich auch die fünf Heidelberger Bäder. Zwar sind zwei davon derzeit saisonbedingt geschlossen, einen personellen Spielraum gibt es aber offenbar nicht. Um eine Schließung in Eppelheim zu verhindern, habe man versucht, Mitarbeiter von den Heidelberger Bädern abzuziehen, so Frings. Ohne Erfolg. In Eppelheim braucht es zwei Mitarbeiter pro Schicht - die waren aber wegen der kurzfristigen Krankheitsfälle nicht aufzutreiben. Apropos kurzfristig: Das sei auch der Grund, weshalb man solche Schließungen der Stadt nicht vorher mitteilen könnte, erläutert Frings. "Wir sind aber optimistisch, dass wir es schaffen, weiteres Personal zu finden."
Übrigens: In Leimen sucht man schon seit über einem Jahr nach einem zusätzlichen Schwimmmeister. Dort hatten krankheitsbedingte Ausfälle letztes Jahr nämlich zu einer Schließung des Freibads geführt - einen ganzen Monat lang.

