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Neue Ochain-Modelle: Verbesserte Haltbarkeit, längere Serviceintervalle

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Im vergangenen Jahr wurde Ochain, der Erfinder des Anti-Pedalrückschlag-Kettenblattspiders, von SRAM übernommen – nun stellt SRAM erstmals ein komplett überarbeitetes und in technischen Details verbessertes Ochain-Line-up vor. Wir konnten das neue Ochain R bereits mehrere Monate lang fahren.

Ochain Produkte 2026: Infos und Preise

Das Ochain hat seit seiner Gründung 2019 stark verändert, wie Mountainbiker über den Pedalrückschlag nachdenken. Das System ist mittlerweile an World Cup DH- oder Enduro-Bikes kaum wegzudenken und hat die Konkurrenz zu ähnlichen Lösungen an der Kurbel oder Nabe provoziert. 2025 hat SRAM die italienische Firma übernommen und stellt jetzt ein überarbeitetes Produkt-Line-up vor, das vor allem eine robustere Konstruktion und bessere Dichtungen für längere Wartungsintervalle und mehr Zuverlässigkeit bieten soll. Zudem haben die US-Amerikaner nach eigenen Angaben aufwendige Tests betrieben, um die positive Funktion von Ochain zu erforschen und zu beweisen.

Ochain ist in vier Versionen mit externer oder interner Winkel-Verstellung neuerdings ausschließlich für SRAM-Kurbeln oder Bosch-Motoren erhältlich und kostet 310–380 €.

  • Versionen SRAM-Kurbeln: Ochain R, Ochain N | Bosch: Ochain S, Ochain E
  • Farben Schwarz
  • Neuheiten langlebigere Konstruktion, verbesserte Dichtungen, nur noch für SRAM (3-Loch, 8-Loch) und Bosch erhältlich
  • Winkel 0°, 3°, 6°, 9°, 12° (R & S) | 9°, 12° (N & E)
  • Gewicht 168–179 g (Herstellerangaben)
  • Verfügbarkeit ab April 2026
  • www.ochain.bike
  • Preise (UVP) 310 € (Ochain N, Ochain E) | 380 € (Ochain R, Ochain S)
# Nach der Übernahme durch SRAM hat Ochain seine Produktpalette komplett überarbeitet – es gibt je zwei Versionen für Mountainbikes und E-Bikes für 310 € oder 380 €.
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Du weißt nicht, was Pedalrückschlag ist? Hier die Erklärung!

Nach der Übernahme von Ochain durch SRAM ist ein Produkt-Update wenig überraschend. Bevor man über die technischen Neuerungen spricht, gilt es zu erwähnen, dass Ochain sich künftig wohl an einen etwas schmaleren Kundenkreis richtet, denn das Angebot an kompatiblen Kurbeln wurde deutlich zusammengestrichen: Am E-Bike fallen Brose und SRAM Powertrain weg, hier passt Ochain nur noch an Bosch-Motoren. Am normalen Mountainbike gibt’s die neuen Versionen nur für SRAM 3- und 8-Loch Aufnahmen. Bisherige Angebote für Shimano, Raceface oder Hope wurden gestrichen.

# Das Ochain R (am E-Bike Ochain S) bietet eine externe Verstellung von 0°, 3°, 6°, 9° oder 12° Leerweg.
# Die günstigere Version heißt Ochain N (Ochain E am E-Bike) und kann nur zwischen 6°, 9° und 12° verstellt werden – dafür muss man das entsprechende Winkelkit für 25 € kaufen und das Ochain aufmachen.

An der Funktion hat sich nichts geändert: Es gibt für E-Bikes und Mountainbikes jeweils eine Option mit externer Winkel-Verstellung (Lock, 3°, 6°, 9°, 12°) und eine ohne. Bei letzterer muss man das Ochain abbauen, öffnen und interne Anschläge (Kosten: 25 €) ändern, um zwischen 6° (nur N), 9° (Standard) und 12° zu wechseln. Die Konstruktion wurde geändert, was man von außen nur mit sehr geübtem Auge erkennen kann, und soll nun deutlich robuster ausfallen. Dank besserer Dichtungen konnten die Service-Intervalle auf 200 Stunden angehoben werden – analog zu aktuellen RockShox-Fahrwerken. Alle 100 Stunden müssen die internen Elastomere getauscht werden.

# Zum Verstellen muss man die Kurbel vordrücken, den Knopf anheben und entsprechend drehen. – Mit Handschuhen geht das etwas schwer.

Interessant ist die Option, ein günstigeres Ochain N oder E für 100 € auf R oder S mit externer Verstellung zu upgraden. Damit liegt man am Ende über dem Originalpreis, muss aber wenigstens kein ganz neues Ochain kaufen, wenn man feststellt, doch gern die externe Verstellung oder die 0°-Option haben zu wollen. Mit der bisherigen Konstruktion war das nicht möglich, dafür waren sämtliche Winkeloptionen im Kauf inkludiert.

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Zudem hat SRAM diverse Untersuchungen zur Wirkung von Ochain unternommen und unterscheidet zwischen zwei Arten von Pedalrückschlag: Rückwärtsschlagen der Kassette und Blockieren des Hinterrads. Erstes soll an allen Bikes passieren, die Kassette wird von der Kette nach vorn gezogen und schlägt dann ruckartig zurück, was laut SRAM spürbar an der Kurbel zieht. Zweiteres passiert SRAM zufolge beim Bremsen, wenn das Hinterrad beim Abheben vom Boden in der Luft blockiert, während der Fahrer gegen das Pedal presst, da sich der Schwerpunkt beim Bremsen nach vorn bewegt. Auch das soll ein hartes, blockiertes Gefühl am Pedal und im Fahrwerk erzeugen. Mit den Argumenten möchte SRAM vor allem beweisen, dass das Ochain die sinnvollere Lösung als Naben-basierte Konzepte wie DT Swiss DEG DF (Test) oder e*thirteen Sidekick (Test) sind.

# Ich konnte Vorserien-Versionen des neuen Ochain R am DH und Enduro-Bike testen. – Bild: Sven Martin

Meinung @MTB-News.de

Wir haben eine ältere, in der Funktion allerdings prinzipiell identische Version des Ochains bereits 2024 getestet. Der folgende Text ist daher ein Update und bezieht sich auf die Neuerungen und von SRAM ins Feld geführten Untersuchungen. Die gründlicheren und ausführlicheren Test-Eindrücke findest du hier: Ochain-Test

Ich konnte zwei Vorserien-Versionen des neuen Ochain R seit etwa Anfang 2026 am Enduro- und Downhill-Bike fahren. Bisher funktionieren beide Kettenblatt-Spider problemlos und smooth. Die Verstellung ist mit Handschuhen etwas hakelig, lässt sich ohne aber im Handumdrehen erledigen und ist insbesondere im Enduro-Einsatz auf engen Trails oder technischen Anstiegen sinnvoll.

Im Vergleich zu DEG DF und Sidekick bleibt der freie Winkel an der Kurbel konstant, egal welcher Gang gewählt ist. Dafür gefällt mir der sehr weiche Anschlag des Ochains nicht so gut. Mit einem am Enduro üblichen Winkel von 10–12° an der Nabe empfinde ich den größeren Leerweg in leichten Gängen nicht als negativ. Am DH-Bike spielt der Effekt aufgrund der kleinen Kassetten ohnehin kaum eine Rolle.

Das Ochain minimiert das Kettenschlagen am Hinterbau erfolgreich, während ich die Naben-Optionen dabei eher als nachteilig empfinde. Dass die Naben den Pedalrückschlag weniger gut eliminieren können, wie von SRAM untersucht, kann ich in der Praxis allerdings keinesfalls nachempfinden. Auch wenn das Ochain im Testzeitraum problemlos funktioniert hat und eine sehr brauchbare Lösung darstellt, würde ich aktuell am Trail- oder Enduro-Bike aufgrund der Simplizität zur DT Swiss DEG DF-Nabe greifen. Als DH-Racer wiederum hat man damit den Nachteil, mehrere Naben für verschiedene Hinterräder (Training, Race, Schlamm etc.) zu benötigen.

# Im mehrmonatigen Testzeitraum haben beide Ochains wie versprochen funktioniert. – Am Enduro-Bike ist die externe Verstellung ein sehr praktisches Feature.

Was sagst du zu den Updates am Ochain – fährst du schon eins am Rad?

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