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Bundestrainer Prokop: Wollen Werbung für unsere Sportart machen Interview: Eric Dobias, dpa

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Christian Prokop ist seit Februar Bundestrainer der deutschen Handballer. Bei der Europameisterschaft im Januar steht er mit dem Titelverteidiger vor seiner ersten großen Bewährungsprobe.Kamen (dpa) - In gut zwei Wochen beginnt für die deutschen Handballer bei der Europameisterschaft in Kroatien die Mission Titelverteidigung. Im Interview der Deutschen Presse-Agentur spricht Bundestrainer Christian Prokop über die kurze Vorbereitung sowie seine Ziele und Erwartungen für die Endrunde vom 12. bis 28. Januar. Frage: Am Donnerstag beginnt mit einem Kurz-Lehrgang die heiße Phase der EM-Vorbereitung. Worauf werden Sie besonderen Wert legen?Antwort: Das Hauptaugenmerk wird auf unserem taktischen Gesamtsystem liegen. Wir müssen uns in Stresssituationen im Turnier aufeinander verlassen können, eine Sprache sprechen. Noch wichtiger ist aber das Teamgefühl, der Stolz, das eigene Land vertreten zu dürfen. Diese Emotionen sind nicht messbar, aber sie können entscheidend sein. Frage: Ihnen bleiben nur wenige Tage zur Vorbereitung. Sind Sie manchmal neidisch auf Joachim Löw, wenn Sie sehen, wie viel Zeit er vor einem großen Turnier mit der DFB-Auswahl hat?Antwort: Wir nehmen es so, wie es ist. Wir schaffen es auch in dieser knappen Zeit, uns bestmöglich vorzubereiten und uns zu fokussieren. Es wird sich dann allerdings erst unter Druck zeigen, wie gefestigt wir sind. Frage: Auf welchen Positionen erwarten Sie den härtesten Kampf um die Plätze im EM-Kader?Antwort: Vor allem im Rückraum ist der Konkurrenzkampf sehr groß, weil wir da auch in der Breite eine sehr hohe Qualität haben. Da werden Kleinigkeiten entscheiden. Es gibt Spieler, die sind mit einem unheimlichen Potenzial im Angriff ausgestattet, es gibt Spieler, die ein sehr gutes Potenzial in der Abwehr besitzen. Und dann gibt es Spieler, die beides können, aber vielleicht einen kleinen Tick schwächer. Da gilt es Entscheidungen zu treffen, wer für das Gesamtkonzept der Mannschaft am wichtigsten ist.Frage: Auf der Torhüterposition verkörpert Deutschland Weltklasse. Sind Andreas Wolff und Silvio Heinevetter gesetzt?Antwort: Beide stehen momentan an der Spitze. Sollte bis zur EM alles in guter Form weiterlaufen, wird sich daran voraussichtlich nichts ändern. Insgesamt haben wir vier sehr gute Torhüter, falls ein Ausfall droht. Frage: Werden Sie vor der Nominierung des endgültigen EM-Kaders schlaflose Nächte haben?Antwort: Nein. Ich habe eine klare Vorstellung von der Spielphilosophie und von der Qualität der Mannschaft. Aber es werden definitiv schwere Entscheidungen.Frage: Die EM-Qualifikation wurde problemlos bewältigt. Ist das ein Fingerzeig oder werden die Karten bei der Endrunde neu gemischt?Antwort: Es geht bei null los. In Kroatien sind die stärksten Nationen des Handballs vertreten, da muss man in jedem Spiel eine Topleistung bringen. Und das von Beginn an.Frage: Würden Sie die EM noch härter einstufen als eine WM, weil die Dichte größer ist?Antwort: Einen Vergleich werde ich erst ziehen können, wenn ich beide Turniere erlebt habe. Aber sicher ist eine EM von der Leistungsdichte schwieriger und höher anzusiedeln, weil man nicht auf einen vermeintlich schwächeren Gegner treffen wird. Frage: Bei der EM treten Sie in die großen Fußstapfen Ihres Vorgängers Dagur Sigurdsson. Empfinden Sie das als Last oder steigert das eher die Lust auf das Turnier?Antwort: Erst einmal: Die EM in Polen hat gezeigt, dass man mit einer jungen und ehrgeizigen Mannschaft einen Titel erreichen kann. Das gibt Selbstvertrauen und Motivation. Dagur Sigurdsson ist ein Toptrainer, der das unter Beweis gestellt hat. Die Messlatte ist entsprechend hoch. Aber ich wusste, auf was ich mich einlasse, und lege sie auch für mich hoch. Ja, ich habe große Lust auf die Europameisterschaft mit unserer Mannschaft.Frage: Für Sie ist es das erste Großturnier als Bundestrainer. Was überwiegt - der Druck oder die Vorfreude?Antwort: Es überwiegt Vorfreude und positive Anspannung. Es kribbelt immer stärker, und ich freue mich von Tag zu Tag mehr darauf, dass es Richtung Januar geht. Natürlich ist auch Druck da. Aber den machen wir uns selbst, weil wir als Sportler immer nach maximalem Erfolg streben. Frage: Die EM wird, anders als zuletzt die WM, wieder im Free-TV übertragen. Bietet das die Chance, den Handball populärer zu machen?Antwort: Hundertprozentig. Auch das ist eine Aufgabe, die mit unserem Abschneiden steht und fällt. Wir wollen erfolgreich sein und Werbung für unsere Sportart machen. Das schafft man mit der Art und Weise, wie man spielt, aber in erster Linie natürlich über Erfolg. Wir sehen uns als Zugpferd unserer tollen Sportart. ZUR PERSON: Christian Prokop (39) spielte von 2000 bis 2003 in der Bundesliga für den HC Wuppertal und GWD Minden. Nach ersten Trainerstationen bei unterklassigen Vereinen übernahm er 2013 den SC DHfK Leipzig und führte die Sachsen zwei Jahre später in die Bundesliga. Anfang Februar dieses Jahres trat Prokop die Nachfolge von Dagur Sigurdsson als Bundestrainer an.

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