Von Marcus Schulze.
Natürlich hat Christian Schumann den Roman „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ von Milan Kundera gelesen. Ja, der Literat unter den hiesigen Trainern, Schumann ist Deutsch- und Geschichtspädagoge, weiß auch um die Verfilmung aus dem Jahr 1988 von Philip Kaufman mit Juliette Binoche und Daniel-Day Lewis. „Der Film ist nicht schlecht, kommt aber nicht an das Buch heran“, urteilt der Trainer der Volleyballer des VSV Jena 90 über die Liebesgeschichte vor dem Hintergrund des Prager Frühlings.
Dass nun der Trainer des Drittligisten am Rande eines kurzen Interviews über jenes Buch aus dem Jahr 1984 sinniert, ist dem bevorstehenden Doppelspieltag seines Teams geschuldet, das am Samstag ab 19.30 Uhr den TSV Friedberg und am Sonntag ab 15 Uhr den SV Schwaig II im Sportforum empfängt – und wenn die Jenaer beide Partien gewinnen sollten und zeitgleich Regensburg patzt, wäre ihnen Platz drei nicht mehr zu nehmen, womit sie wiederum das vor der Saison von Schumann ausgegebene Ziel erreicht hätten: die Playoffs. „Die beide Hinspiele haben wir jeweils knapp mit 2:3 verloren, doch sie waren auswärts, und insbesondere gegen Friedberg waren wir sehr ersatzgeschwächt“, sagt der VSV-Coach, der mit seinem nächsten Atemzug ein gar pathetisches Szenario beschwört: „Im Idealfall liegen wir uns am frühen Sonntagabend alle in den Armen.“
Die unerträgliche Leichtigkeit des Volleyball-Seins eben.…
Foto: Jan Giesecke