Corona-Ticker Baden-Württemberg: Fußball und Co. ab 1. Juli ohne Abstandsregeln (Update)
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Stuttgart. (dpa/lsw) Ab 1. Juli darf in Baden-Württemberg Fußball, Handball, Basketball oder Volleyball wieder ohne die bisherigen Abstandsregeln gespielt werden. Dann ist grundsätzlich der Trainings- und Wettkampfbetrieb in Mannschafts- und Kontaktsportarten wie Ringen oder Judo wieder möglich, wie das Kultus- und Sportministerium am Donnerstag mitteilte. "Dies ist ein weitreichender Schritt, der gerade unseren Mannschafts- und Kampfsportarten in Baden-Württemberg eine tolle Perspektive bietet", sagte Sportministerin Susanne Eisenmann (CDU) der Deutschen Presse-Agentur.
Der Corona-Verordnung Sport zufolge, die mit dem neuen Monat in Kraft tritt, "darf von der Abstandsregel abgewichen werden, sofern das die für die Sportart üblichen Sport-, Spiel- und Übungssituationen erfordern". Die Trainingsgruppen sollen möglichst nicht durchgemischt werden und maximal 20 Personen umfassen. Neben Hygiene- und Dokumentationspflichten gelten weiterhin auch die Zutritts- und Teilnahmeverbote aus der generellen Corona-Verordnung. Außerhalb des Spielbetriebs gelten die Abstandsgebote. Körperkontakt, insbesondere Umarmungen und Händeschütteln, sollen vermieden werden.
Auch Wettkämpfe dürfen in Sportarten mit Körperkontakt wieder ausgetragen werden - mit maximal 100 Sportlerinnen und Sportlern pro Wettbewerb. Ab dem 1. August (und bis einschließlich 31. Oktober) werden dann insgesamt maximal 500 Sportlerinnen und Sportler sowie Zuschauerinnen und Zuschauer zu einem Wettbewerb zugelassen.
"Sport und Bewegung sind essenziell für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Ich bin deshalb gerade auch für die vielen Breitensportlerinnen und -sportler froh, dass wir diesen Schritt ermöglichen und sie ihr Hobby wieder ausüben können", sagte Eisenmann.
Heidelberg. (RNZ) Im Rhein-Neckar-Kreis gibt es am Donnerstag einen neuen Corona-Fall zu vermelden. Die Übersicht über die Zahlen der einzelnen gibt es rechts zum Download.
Beherbergungsverbot für Reisende aus Risikogebiet
Auch Baden-Württemberg will Reisende aus dem nordrhein-westfälischen Corona-Risikogebiet nicht mehr im Land übernachten lassen. Das Beherbergungsverbot für Besucher aus einem Stadt- oder Landkreis mit erhöhtem Infektionsgeschehen soll schnell in Kraft treten. Es gelte, sobald die Verordnung vom Sozial- und vom Wirtschaftsministerium notverkündet werde, teilte am späten Mittwochabend das Staatsministerium in Stuttgart mit.
Hintergrund ist der Corona-Ausbruch im Kreis Gütersloh. In dessen Folge hatten Bayern und Niedersachsen bereits Beherbergungsverbote beschlossen; Schleswig-Holstein erließ eine Quarantäneregelung.
Maßgeblich sei, ob die Zahl der Neuinfektionen in dem Heimatkreis der Betreffenden in den vergangenen sieben Tagen vor der Anreise pro 100 000 Einwohner höher als 50 war, teilte die Corona-Lenkungsgruppe des Landes mit. Das Verbot beziehe sich dann auf Hotels, Gasthöfe und Pensionen, Ferienwohnungen, Campingplätze, Wohnmobilstellplätze und vergleichbare Einrichtungen.
Ausnahmen gelten laut Lenkungsgruppe für Personen, die mit einem ärztlichem Attest belegen können, nicht infiziert zu sein. Ebenso sollen Ausnahmen möglich sein, wenn der Infektionsausbruch in einem Landkreis räumlich klar eingegrenzt werden kann.
Update: Donnerstag, 25. Juni 2020, 09.19 Uhr
Stuttgart. (dpa/lsw) Schüler in Baden-Württemberg können in den Sommerferien an einem kostenlosen Nachhilfeprogramm teilnehmen. So könne Lernstoff nachgeholt werden, der im Fernunterricht wegen des Coronavirus auf der Strecke geblieben sei, sagte Eisenmann am Mittwoch in Stuttgart. Schüler könnten das Angebot über zwei Wochen freiwillig wahrnehmen. "Wir sind zuversichtlich, dass viele daran Interesse haben." Referendare könnten daran, wenn sie wollten, mitarbeiten. Sie bekämen dafür einen Arbeitsvertrag. Das Konzept für die "Lernbrücken" mit einem Volumen von 13 Millionen Euro sei noch in Abstimmung und werde in den nächsten Tagen vorgestellt.
Eisenmann bekräftigte, dass es nach den Sommerferien möglichst einen regulärer Unterricht in den Schulen geben solle. Sie könne aber nicht ausschließen, dass man wegen des Coronavirus in einem Wechsel aus Präsenz- und Fernunterricht weitermachen müsse. Sie habe Verständnis für Eltern, die sich eine schnellere Rückkehr zum normalen Unterricht wünschten. "Von mir aus kann Corona auch weg." Das Virus sei aber noch da - mit der Lage müsse man verantwortungsbewusst umgehen.
Zuvor hatte die AfD noch einmal gefordert, den Regelunterricht an den Schulen sofort wieder aufzunehmen. AfD-Bildungspolitiker Rainer Balzer hielt der grün-schwarzen Landesregierung vor, eine "verlorene Schülergeneration" in Kauf zu nehmen. Viele Lehrer und Erzieher seien wegen des Coronavirus verunsichert und teilweise abgetaucht. In Einzelfällen hätten Lehrer nicht einmal für den Fernunterricht zur Verfügung gestanden. Viele Eltern seien aber mit den Nerven zu Ende.
Grünen-Bildungspolitikerin Sandra Boser entgegnete: "Wir haben keine verlorene Schülergeneration hier bei uns in Baden-Württemberg." CDU-Bildungspolitiker Karl-Wilhelm Röhm meinte zur AfD: "Sollte jemals eine Schülergeneration gerettet werden müssen, dann frage ich mich, ob sie wünscht, von Ihnen gerettet zu werden." Er nannte Beispiele von engagierten Lehrern in Zeiten des Fernunterrichts.
SPD-Bildungspolitiker Stefan Fulst-Blei schlug vor, den Schulen ein flexibles Budget zu geben, mit dem sie Nachhilfeleistungen für die Schüler einkaufen könnten. Zudem forderte er, alle Schulen bis Ende 2022 mit einer schnellen Internetleitung auszustatten. Und es brauche Laptops und vielleicht auch Handys für alle Lehrer. FDP-Bildungsexperte Timm Kern forderte das Land auf, offensiver um neue Lehrer zu werben, damit Lücken gestopft werden könnten. Nötig sei auch eine stärkere Lehrerfortbildung beim Thema digitale Bildung.
Heidelberg. (RNZ) Im Rhein-Neckar-Kreis und in Heidelberg gibt es auch am Mittwoch keine neuen Corona-Fälle.
Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten ist in Baden-Württemberg auf mindestens 35.456 gestiegen. Das waren 37 mehr als am Vortag, wie das Sozialministerium am Mittwoch in Stuttgart mitteilte (Stand: 16 Uhr). Etwa 33.191 Menschen sind wieder genesen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus erhöhte sich um einen auf 1827. Derzeit seien geschätzt noch 438 Menschen im Land mit dem Coronavirus infiziert.
Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 1,38 angegeben. Das bedeutet im Mittel, dass ein mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierter mehr als eine weitere Person ansteckt.
Update: Mittwoch, 24. Juni 2020, 13.49 Uhr
Stuttgart. (dpa/lsw) Baden-Württemberg hat weitere Lockerungen von Corona-Maßnahmen bekanntgegeben. Künftig dürfen sich 20 statt bislang 10 Menschen öffentlich treffen, wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag in Stuttgart sagte. Dies habe das Kabinett beschlossen. Nach Angaben eines Regierungssprechers gilt die neue Regelung ab dem 1. Juli. Wie Kretschmann erklärte, bleiben aber Großveranstaltungen wie Volksfeste, auf denen kaum Hygienemaßnahmen durchsetzbar sind, bis Ende Oktober verboten.
Justizminister Guido Wolf (CDU) ergänzte, dass Veranstaltungen mit mehr als 500 Teilnehmern weiterhin untersagt sind. Veranstaltungen mit bis zu 100 Menschen sind nach Angaben seines Ministeriums ab Juli möglich - und sogar mit bis zu 250 Menschen, wenn es fest zugewiesene Sitzplätze und ein festes Programm gibt. Dies betrifft vor allem Kulturveranstaltungen, wie ein Ministeriumssprecher erklärte. Ab August sind Veranstaltungen mit bis zu 500 Menschen erlaubt.
Nicht erlaubt sei weiterhin der Betrieb von Diskotheken und Prostitutionsstätten, sagte Minister Wolf. Alles andere sei möglich - unter den Bedingungen, die die Corona-Verordnungen formulierten. Es ändere sich dabei nichts an der Regel, in der Öffentlichkeit 1,5 Meter Abstand voneinander zu halten. Davon ausgenommen würden Schulen und Kindertagesstätten. Auch die Maskenpflicht gelte weiter.
Mit der nun beschlossenen Neufassung der Corona-Verordnung sollen die Regeln auch verständlicher für den Bürger werden. Darauf hatte vor allem die CDU gedrungen. Ministerpräsident Kretschmann hatte aber ebenfalls eingeräumt, dass seit der ersten Verordnung im März ein "unübersichtliches Gesamtkunstwerk" an Corona-Vorgaben entstanden sei. Ganz vermeiden lasse sich die juristische Sprache aber nicht: Schließlich müssten die Regeln auch gerichtsfest sein.
Kein Streit wegen Schulunterricht
In Baden-Württemberg sollen die Schüler nach den Sommerferien so weit wie möglich regulär in den Schulen unterrichtet werden. Das teilten Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) am Dienstag in Stuttgart mit. Sie beteuerten, es gebe in dieser Frage keinen Streit.
Eisenmann ist auch Spitzenkandidatin der CDU zur Landtagswahl 2021. Am Montag hatten sich die beiden Spitzenpolitiker unterschiedlich zur Rückkehr zum Regelbetrieb an den Schulen nach den Sommerferien geäußert. Kretschmann hatte in einem Interview mit der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" (Montag) mit Verweis auf die hohe Zahl an Lehrern, die zu Risikogruppen gehören, erklärt: "So kann man keinen Regelbetrieb wie vor der Corona-Pandemie machen." Eisenmann hatte entgegnet: "Eine pauschale Absage eines Regelbetriebs zu diesem frühen Zeitpunkt halte ich für falsch."
Nun veröffentlichten Kretschmann und Eisenmann eine gemeinsame Mitteilung. Darin erklärte Kretschmann: "Unser gemeinsames Ziel ist es, dass alle Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg nach den Sommerferien wieder unterrichtet werden, und natürlich wollen wir dabei auch so nah wie möglich an den Schulalltag in Vor-Corona-Zeiten anschließen." Und Eisenmann beteuerte, an dem Ziel, nach den Ferien an den weiterführenden Schulen einen Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen anzubieten, habe sich für sie nichts geändert.
Sie ergänzte: "Mir ist es dabei ganz wichtig, keine Missverständnisse und falschen Erwartungen bei Eltern und Schülern aufkommen zu lassen." Bis es einen Impfstoff gegen das Coronavirus gebe, könne es "hier und da" Abweichungen vom normalen Schulbetrieb geben.
Koalition einigt sich auf Hilfen für Südwest-Gastronomie
Lange mussten die Südwestgastronomen und -Hoteliers auf die versprochene finanzielle Hilfe des Landes warten, nun scheint der Knoten geplatzt zu sein: Das Kabinett will am Dienstag die zugesagte "Stabilisierungshilfe" für die Branche in Höhe von 330 Millionen Euro absegnen. Die grün-schwarze Koalition habe sich schließlich doch darauf verständigt, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montagabend aus Regierungskreisen.
Es ist bereits das dritte Mal, dass dieses spezielle Hilfspaket vom Kabinett besprochen wird, nachdem das Geld den Betrieben bereits vor knapp einem Monat versprochen worden war. Knackpunkt war offenbar die Befürchtung der Grünen, durch die Landeshilfe könnten Bundesmittel verloren gehen, die Berlin im Rahmen des Corona-Hilfspakets für die Branche eingeplant hat.
Die Stabilisierungshilfe sieht vor, dass betroffene Betriebe im Anschluss an die Corona-Soforthilfe einmalig weitere 3000 Euro sowie 2000 Euro für jeden in Vollzeit beschäftigten Mitarbeiter beantragen können. Die Landesregierung geht dabei von einem Bedarf in Höhe von 330 Millionen Euro aus, die aus dem Landeshaushalt kommen sollen - über diesen Umfang bestand im Kabinett Einigkeit.
Laut Umfrage des baden-württembergischen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) von Anfang Juni sind die Umsätze allein bei den Hotels seit Beginn der Corona-Krise um 83 Prozent eingebrochen. Aufs gesamte Jahr 2020 bezogen rechnen die Betriebe demnach mit einem Umsatzrückgang von fast zwei Dritteln. Für den Branchenverband ein Alarmzeichen: "Wenn wir eine große Pleitewelle im Gastgewerbe noch abwenden wollen, müssen von Land und Bund zusätzliche Hilfen in Form von nicht rückzahlbaren Zuschüssen kommen", sagte damals schon Dehoga-Chef Fritz Engelhardt.
Im Rhein-Neckar-Kreis und in Heidelberg gibt es am Dienstag keine neuen Corona-Fälle zu vermelden.
Update: Dienstag, 23. Juni 2020, 12.59 Uhr
Heidelberg. (RNZ) Im Rhein-Neckar-Kreis und in Heidelberg gibt es am Montag keine neuen Corona-Fälle zu vermelden. Die Übersicht über die Zahlen der einzelnen gibt es rechts zum Download.
Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten ist in Baden-Württemberg seit dem vergangenen Freitag um 93 auf mindestens 35.375 gestiegen. Etwa 33.114 Menschen sind von ihrer Infektion wieder genesen, wie das Sozialministerium am Montag in Stuttgart mitteilte (Stand: 16.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um zwei auf 1826. Derzeit seien geschätzt noch 435 Menschen im Land mit dem Coronavirus infiziert.
Die beiden neuen Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus wurden dem Landesgesundheitsamt aus den Landkreisen Esslingen und Rhein-Neckar-Kreis gemeldet. Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 1,06 angegeben. Das bedeutet im Mittel, dass ein mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierter etwas mehr als eine weitere Person ansteckt.
Kretschmann: Rückkehr zum Regelbetrieb an Schulen unrealistisch
Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hält eine Rückkehr zum Regelbetrieb an den Schulen nach den Sommerferien für unrealistisch. "Unser Kernproblem ist die hohe Zahl der Lehrkräfte und Erzieher, die sich zu den vulnerablen Gruppen zählen. In den Schulen sollen das bis zu 20 Prozent sein", sagte Kretschmann in einem Interview der "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" (Montag). "So kann man keinen Regelbetrieb wie vor der Corona-Pandemie machen."
Der Verband Bildung und Erziehung Baden-Württemberg (VBE) nannte die Aussagen Kretschmanns eine "Frechheit". Der Landesregierung sei es in den vergangenen neun Jahren nicht gelungen, eine anständige Lehrkräfteversorgung auf die Beine zu stellen. "Hätte sie es geschafft, wie vom VBE seit Jahren gefordert, eine Lehrkräfteversorgung von 110 Prozent zu gewährleisten, hätten wir auch unter den jetzigen Pandemiebedingungen ausreichend Lehrpersonal, um den Unterricht sicherzustellen", teilte der Landesvorsitzende Gerhard Brand mit
In der vergangenen Woche hatten die Kultusminister der Länder beschlossen, dass die Schulen nach den Sommerferien wieder vollständig öffnen und in den Regelbetrieb zurückkehren sollen. Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) zeigte sich daher verwundert über Kretschmanns Aussagen: "Eine pauschale Absage eines Regelbetriebs zu diesem frühen Zeitpunkt halte ich für falsch." Ihr Ziel sei es weiterhin, "auch in den weiterführenden Schulen von Mitte September an einen Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen und so viel Präsenzunterricht wie möglich zu ermöglichen. Dass es mancherorts - gerade im Hinblick auf Risikogruppen unter den Lehrkräften - gewisse Einschränkungen geben kann, lässt sich voraussichtlich leider nicht vermeiden."
Die vollständige Öffnung der weiterführenden Schulen sei abhängig vom Infektionsgeschehen und der Einschätzung der Gesundheitsexperten, räumte Eisenmann ein. "Um alle Lehrerinnen und Lehrer mit relevanten Vorerkrankungen vor pauschalen Unterstellungen zu schützen und verlässliche Zahlen bei den Risikogruppen zu erhalten, führen wir zum 29. Juni eine Attest-Pflicht für Lehrkräfte ein."
Eisenmann ist auch Spitzenkandidatin der CDU bei der Landtagswahl im kommenden März. Der aufziehende Wahlkampf wirkt sich nach Angaben Kretschmanns schon jetzt erheblich auf die Regierungsarbeit aus. "Zwar nicht auf die Ergebnisse, die erzielen wir auf allen Gebieten. Aber der Aufwand wird immer größer", sagte der Regierungschef den beiden Zeitungen. "Jede interne Forderung wird sofort an die Öffentlichkeit gespielt. Das nimmt dramatisch zu und macht das Regierungsgeschäft schwerer."
SPD-Fraktionschef Andreas Stoch wiederum kritisierte die widersprüchlichen Aussagen von Kretschmann und Eisenmann. "Das Gezerre von CDU und Grünen auf dem Rücken der Schüler, Lehrer und Eltern ist kaum mehr zu ertragen", teilte Stoch am Montag mit. Die Schulen bräuchten einen verbindlichen Rahmen für die Planung des neuen Schuljahres. "Es müssen alle Beteiligten einbezogen werden, damit nach den Sommerferien der Schulbetrieb wieder so normal wie möglich stattfinden kann."
Update: Montag, 22. Juni 2020, 12.32 Uhr
Heidelberg. (mün) Nach dem kurzzeitigen Ausbruchsgeschehen im Umfeld einer Heidelberger Baustelle ist die Zahl der nachgewiesenen Covid-19-Infektionen wieder auf Null gesunken.
Update: Freitag, 19. Juni 2020, 15.04 Uhr
Heidelberg. (dns) Trotz deutlich geringerer Infektionszahlen ist die Corona-Pandemie noch nicht überstanden. Das zeigen auch die beiden neuen Heidelberger Fälle, die das Gesundheitsamt am Donnerstag meldete. Damit sind derzeit 15 Menschen im Stadtgebiet mit dem Virus infiziert. Die beiden neuen Fälle stehen laut den Behörden aber nicht im Zusammenhang mit dem Ausbruch auf einer Großbaustelle in der Heidelberger Bahnstadt: Dort hatten sich insgesamt 13 Mitarbeiter eines osteuropäischen Bautrupps angesteckt. Sie befinden sich derzeit – ebenso wie 50 Kontaktpersonen – in Quarantäne.
Update: Donnerstag, 18. Juni 2020, 14.47 Uhr
Berlin. (dpa) Bund und Länder wollen vorerst an den bisherigen Regeln zu Mindestabstand und Hygienemaßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie festhalten. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte am Mittwoch nach einem Treffen mit den Ministerpräsidenten, der Mindestabstand von 1,5 Metern, verstärkte Hygiene-Maßnahmen sowie das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen in bestimmten öffentlichen Bereichen und das Instrument der Kontaktbeschränkungen hätten sich bewährt und sollten fortgeführt werden.
Die Bundesländer wollen Großveranstaltungen wegen der Corona-Krise bis Ende Oktober grundsätzlich verbieten, aber Ausnahmen zulassen. Das Verbot gelte für solche Veranstaltungen, "bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregelungen nicht möglich ist", heißt es in einem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Formulierungsvorschlag für das Treffen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwochnachmittag.
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) erläuterte nach einem Treffen der Länderregierungschefs in Berlin: "Bei Großveranstaltungen haben wir jetzt die Frist 31. Oktober. Aber wir haben ein paar Kriterien, wenn zum Beispiel rückverfolgbar ist, wer wo gesessen hat, dass man auch schon vorher größere Veranstaltungen durchführen kann."
Und der schleswig-holsteinische Regierungschef Daniel Günther (CDU) sagte der dpa, Großveranstaltungen sollten ab dem 1. September möglich sein, aber nur dann, wenn Kontaktbeschränkungen und Hygienekonzepte eingehalten würden. Auf Nachfrage, wie das beispielsweise bei Fußballspielen aussehen könnte, sagte Günther, über die konkrete Ausgestaltung habe man nicht gesprochen. Es gehe um eine grundsätzliche Vereinbarung. Bisher galt die zeitliche Begrenzung für das Verbot von Großveranstaltungen bis zum 31. August.
Nach den Streitereien der vergangenen Wochen wegen sehr unterschiedlicher Vorstellungen über die möglichen Lockerungen der anfänglich scharfen Corona-Beschränkungen suchen Bund und Länder in Berlin nun nach einer gemeinsamen Linie für den weiteren Umgang mit der Pandemie. Eine zentrale Rolle spielen dabei neben den Großveranstaltungen auch eine Einigungen zur Öffnung von Schulen, die Fortführung von Maskenpflicht sowie Abstandsregelungen.
Die Länder streben - bei weiterhin positivem Verlauf des Infektionsgeschehens - zudem an, spätestens nach den Sommerferien in den schulischen Regelbetrieb zurückzukehren, auf Grundlage der Schutz- und Hygienekonzepte. "Zeitnah" solle auch von der Notbetreuung zu einem möglichst vollständigen Regelbetrieb der Kinderbetreuungsangebote zurückgekehrt werden.
Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sagte der dpa: "Es ist auf jeden Fall wichtig, dass wir uns verständigen, dass Großveranstaltungen weiterhin entweder gar nicht oder nur unter sehr strengen Auflagen durchgeführt werden sollen." Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) ergänzte: "Das erste und wichtigste Ziel ist es, zu vermeiden, dass es zu einer zweiten Welle in Deutschland kommt, und deswegen werden wir uns weiter einschränken müssen."
Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) hatte am Dienstag in München bereits erklärt, dass "auf jeden Fall" eine Verlängerung beschlossen werden solle, dies sei Konsens unter den Ländern. Aus Länderkreisen hieß es, an der Vorlage, die auch als Grundlage für das Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Nachmittag diente, sei bereits intensiv mit dem Kanzleramt gearbeitet worden.
Am 12. März hatten sich Merkel und die Länderchefs zum letzten Mal persönlich im Kanzleramt getroffen. In den Tagen danach wurde das öffentliche Leben in Deutschland wegen der Pandemie schrittweise heruntergefahren: Schulen und Kitas wurden geschlossen, Restaurants, Bars und andere Einrichtungen ebenso. Die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten hatten seitdem in mehreren Videoschalten über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten.
Die Länder streben zudem laut Vorlage eine Einigung über die gemeinsame Fortsetzung von Regeln zu Mindestabstand und Hygiene an. Dies war nach den zuletzt auseinanderdriftenden Einzelregeln der Länder in Zweifel gezogen worden. Auf Länderseite wurde eine mögliche Einigung in diesem Punkt als bedeutend hervorgehoben.
In dem Papier heißt es, der Mindestabstand von 1,5 Metern, verstärkte Hygiene-Maßnahmen sowie das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen in bestimmten öffentlichen Bereichen, insbesondere im öffentlichen Personennahverkehr und im Einzelhandel, hätten sich bewährt und sollten grundsätzlich fortgeführt. Bürgerinnen und Bürger seien angehalten, ihre Kontakte zu anderen Personen möglichst gering zu halten.
Der Kurs von Bund und Ländern in der Pandemie war seit Anfang Mai auseinandergedriftet. Während Bayern etwa einen betont langsamen Kurs bei Lockerungen gewählt hat, drücken andere Länder wie Thüringen mit deutlich weniger Fallzahlen sehr aufs Tempo. Auch in Sachsen wurde jüngst bereits über ein Ende der Maskenpflicht beim Einkaufen nachgedacht.
Vor dem Hintergrund der Debatten über weitere Lockerungen hatte Merkel erst am Dienstag erneut eindringlich vor einem Rückschlag gewarnt: "Wir müssen sehr vorsichtig sein, damit wir die schon schwierige Lage in der Wirtschaft nicht noch mal verschlechtern", warnte die Kanzlerin nach Angaben von Teilnehmern in der Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag.
Corona-Zahlen
Im Rhein-Neckar-Kreis und in Heidelberg gibt es derweile am 17. Juni einen neuen Covid-19-Fall.
42 neue Corona-Infektionen - fünf Todesfälle
Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen ist in Baden-Württemberg auf mindestens 35.223 gestiegen. Allerdings sind von diesen etwa 32.948 wieder genesen. Geschätzt seien noch 459 Menschen im Land mit dem Coronavirus infiziert, teilte das Sozialministerium am Mittwoch mit (Stand: 16 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg in Baden-Württemberg um 5 auf 1816.
Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,78 angegeben. Die Zahl gibt die Anzahl der Personen an, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden.
Update: Mittwoch, 17. Juni 2020, 15.24 Uhr
Stuttgart. (dpa/lsw) Seit Montag sind die Schulen in Baden-Württemberg für alle Schüler wieder geöffnet - allerdings nur im Schichtbetrieb und nicht bei vollem Stundenplan. Wegen des Coronavirus gehen die Schüler lediglich zeitweise in die Schulen. Den Rest der Zeit wird weiterhin per Fernunterricht gepaukt. Bei diesem "rollierenden System" sind also nicht alle Schüler gleichzeitig da, sondern die Jahrgangsstufen wechseln sich ab, um Abstandsgebote einhalten und das Infektionsrisiko senken zu können.
Weil es nicht genügend große Räume gibt, mussten manche Klassen für den Unterricht in Gruppen aufgeteilt werden. Das fällt manchen Schulen leichter, manchen schwerer: "Die Situation ist sehr inhomogen", sagte am Montag der Landeselternbeiratsvorsitzende Carsten Rees. "Wir haben Schulen aus der Gründerzeit mit riesigen Klassenzimmern und hohen Decken und wir haben Schulen aus den 70ern, die wie Pappschachteln aussehen."
Für die Schulleitungen sei die Organisation dieses Wiedereinstiegs in den Schulbetrieb schon im Vorfeld "Stress pur" gewesen - unter anderem auch wegen verspäteter oder unzureichender Informationen seitens des Kultusministeriums. "Erst im laufenden Betrieb werden wir dann sehen, mit welchen Problemen die Schulen zu kämpfen haben", sagte Rees. Für eine abschließende Beurteilung sei es noch zu früh. Im SWR hatte auch der Bundeselternbeirat das Kultusministerium in Stuttgart kritisiert. Man habe immer das Gefühl, dass die Schreiben aus dem Ministerium sehr kurzfristig kämen, sagte der Bundesvorsitzende Stephan Wassmuth.
Neben der Teilung der Klassen sollen die Schulen möglichst sicherstellen, dass sich die Schüler in den Pausen nicht durchmischen und die Hygienevorschriften einhalten. Die Fahrpläne der Schulbusse wurden angepasst. Zudem können manche Lehrer nicht im Klassenraum unterrichten, weil sie sich zur Risikogruppe zählen.
Der Philologenverband sprach sich für eine Maskenpflicht in der Schule, auf dem Schulhof sowie während des gesamten Schulwegs aus. Auch während des Unterrichts könne das Tragen von Masken dies sinnvoll sein, wenn etwa der Lehrer durch die Sitzreihen laufe, sagte der Landesvorsitzende Ralf Scholl. Insgesamt seien die Schüler glücklich, wieder zur Schule zu dürfen. "Bei allen überwiegt die Freude", sagte auch Matthias Schneider, Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Der Organisationsaufwand für die Schulen sei allerdings enorm.
"Positiv sind die paradiesischen Zustände, was die Klassengrößen angeht", erklärte Michael Gomolzig, Sprecher des Landesverbandes Bildung und Erziehung (VBE). Deprimierend allerdings seien die hohen Anforderungen an die Lehrer, die nun Präsenzunterricht abhalten, gleichzeitig aber weiterhin Aufgaben für Fernunterricht bereitstellen müssten und auch freiwillig Notbetreuung anböten. "Es ist ein Teilstart unter erschwerten Bedingungen", sagte Gomolzig. Für ein richtiges Fazit sei es aber noch zu früh.
Der Landesschülerbeirat hatte am Wochenende gefordert, nun verstärkt jüngeren Schülern die Chance auf Präsenzunterricht zu geben, nachdem der Fokus in den vergangenen Wochen stark auf den Abschlussklassen lag. Jetzt aber solle den jüngeren Schülern mehr Zeit in der Schule ermöglicht werden, sagte Sprecher Roman Jauch.
Der Präsenzunterricht falle für viele Schüler sehr bescheiden aus, kritisierte der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Timm Kern. Die Landesverbände der GEW und des VBE verwiesen dazu aber auch auf die Zahl der Lehrkräfte, von denen nur 80 Prozent zur Verfügung stünden. Die anderen 20 Prozent zählten zur Risikogruppe der über 60-Jährigen oder der Pädagogen mit Vorerkrankungen.
Mitte März hatten die Schulen in Baden-Württemberg wegen Corona komplett geschlossen. Die Abschlussklassen sind bereits ab dem 4. Mai zurück in die Schulen gekehrt, die Viertklässler seit Mitte Mai. Die Grundschulen sollen bis Ende Juni vollständig öffnen - dann ohne Abstandsgebote. Die grün-schwarze Landesregierung stützt sich dabei auf die Zwischenergebnisse einer vom Land bei den Uni-Kliniken in Auftrag gegebenen Studie. Demnach spielen Kinder bis zu zehn Jahren als Überträger des Virus nur eine untergeordnete Rolle.
Heidelberg. (RNZ/mare) Im Rhein-Neckar-Kreis und in Heidelberg gibt es am 16. Juni keine neuen Covid-19-Fälle.
Knapp 30 neue Corona-Infektionen - drei Todesfälle
Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen ist in Baden-Württemberg auf mindestens 35 .81 gestiegen. Allerdings sind von diesen etwa 32.907 wieder genesen. Geschätzt seien noch 463 Menschen im Land mit dem Coronavirus infiziert, teilte das Sozialministerium am Dienstag mit (Stand: 16 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg in Baden-Württemberg um 3 auf 1811.
Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,8 angegeben. Das ist ein etwas niedrigerer Wert im Vergleich zum Montag. Die Zahl gibt die Anzahl der Personen an, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden.
Heidelberg. (RNZ/mare) In Heidelberg gibt es am 15. Juni 12 neue Covid-19-Fälle. Die aktuellen Zahlen und die Zahlen der Gemeinden im Rhein-Neckar-Kreis rechts zum Download:
Wieder mehr Corona-Infektionen - noch 468 Menschen infiziert
Stuttgart. (dpa/lsw) ie Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen ist in Baden-Württemberg auf mindestens 35.154 gestiegen. Allerdings sind von diesen etwa 32.878 wieder genesen. Geschätzt seien noch 468 Menschen im Land mit dem Coronavirus infiziert, teilte das Sozialministerium am Montag mit (Stand: 16 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg in Baden-Württemberg um 3 auf 1808. Zwischen Samstag und Montag hatten sich 60 Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert, wie es weiter hieß.
Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,98 angegeben. Das ist ein sehr leicht erhöhter Wert im Vergleich zum vergangenen Freitag. Die Zahl gibt die Anzahl der Personen an, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden.
Straßburg/Kehl. (dpa-lsw) Die Bundespolizei hat die coronabedingten Grenzkontrollen zwischen Baden-Württemberg und Frankreich beendet. Seit Montag 0 Uhr könnten Franzosen und Deutsche die Grenze wieder passieren, ohne bei einer Kontrolle Dokumente für den Reisegrund vorlegen zu müssen, bestätigte die Bundespolizei in Offenburg. Temporäre Kontrollen wie vor Beginn der Coronavirus-Pandemie gebe es jedoch weiterhin. Auch müsse beim Überqueren der Grenze weiterhin ein Ausweis mitgeführt werden, betonte die Bundespolizei.
Wegen der Coronavirus-Pandemie waren Mitte März an den Grenzübergängen zwischen Baden-Württemberg und Frankreich wieder Kontrollen eingeführt worden. Die Einreise in das jeweils andere Land war nur aus einem triftigen Grund möglich.
Seit dem 16. Mai wurde nur noch stichprobenartig kontrolliert. Aus touristischen Interessen, etwa zum Einkaufen oder Tanken, durfte die Grenze aber nicht überquert werden. Das ist jetzt wieder erlaubt. Deutsche müssen bei der Einreise nach Frankreich auch keinen französischen Passierschein mehr mit sich führen.
Update: Montag, 15. Juni 2020, 09.45 Uhr

