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Nationaltrainer Timo Lippuner: «Das Montreux Volley Masters lebt besonders von seiner einmaligen Geschichte»

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Timo, du warst bis vor kurzem noch mit den «roten Raben Vilsbiburg» im Einsatz. Wie verlief die Saison 2018/19?

Wir hatten eine turbulente Saison, sechs Verletzte im Dezember, dann eine grossartige Aufholjagd in der Rückrunde mit dem im letzten Spiel hart erkämpften begehrten 5. Platz. Im entscheidenden Playoff-Spiel waren dann gleich sieben Spielerinnen grippegeschwächt. Wir konnten am Ende vier umstrittene Matchbälle nicht nutzen und mussten uns schlussendlich im Tiebreak mit 14:16 geschlagen geben. Also sehr viel Pech dabei, allerdings auch eine grossartige Mannschaftsleistung angesichts dieser Umstände und ein toller fünfter Qualiplatz. Ich durfte ein richtig cooles Team in der noch einmal erstarkten Bundesliga entwickeln und viel dazulernen. Also trotz etwas Wehmut wegen dem Pech überwiegen die positiven Erlebnisse in dieser Saison. 

Nun gilt dein Fokus wieder voll und ganz dem Nationalteam und dem Montreux Volley Masters, wie sah eure Vorbereitung auf das Turnier aus?

Die NLA Saison ist erst gerade zu Ende gegangen, somit gönnten wir den Spielerinnen eine kurze Pause und fingen dann am 5.Mai in Schönenwerd mit dem Training an.

Welches sind eure Ziele am MVM?

Wir wollen wie immer viel von den internationalen Teams lernen und uns aber auch dem eigenen Publikum zeigen. Das MVM ist dank der grossen Medienpräsenz und den vielen Besuchen (vor allem junger Fans) ideal, um die Nati den Fans näher zu bringen und den Nachwuchs für unseren tollen Sport zu begeistern.

Dient das MVM auch bereits als Test für die EM im Sommer, etwa um verschiedene taktische Optionen auszuprobieren?

Es ist noch zu früh, um EM-bezogene Optionen auszuprobieren. Die effektive EM Vorbereitung beginnt für uns nach der Universiade am 2. August. Wir wollen uns in Montreux in erster Linie so gut wie möglich verkaufen und auch neuen Spielerinnen die einmalige Chance geben, gegen solche Spitzenteams spielen zu dürfen.

Mit welchen Emotionen verbindest du das Montreux Volley Masters? Was macht den Event für dich speziell?

Das MVM lebt besonders von der einmaligen Geschichte. In dieser Halle haben sich die besten Volleyballerinnen der letzten 30 Jahre am Netz getroffen, die grössten Coaches ebenso. Es ist ein toller Event in einer einmaligen Atmosphäre und es ist für uns eine grosse Ehre, daran teilnehmen zu dürfen.

Welches ist aus deiner Sicht der hochkarätigste Gegner des diesjährigen MVM?

Dies hängt davon ab, mit welchem Kader die Teams antreten werden. Die Volleyball Nations League steht vor der Türe und das MVM ist für die Teams womöglich der letzte Härtecheck. Von dem her ist eine Vorhersage relativ schwierig, ich bin mir aber sicher, wir werden von allen Teams tollen Volleyballsport zu sehen bekommen und ich vermute, dass sich besonders Italien und die Türkei wiederum stark präsentieren werden. Besonders freue ich mich auf Publikumsliebling Thailand und noch mehr, dass wir sogar in der Gruppe auf sie treffen.

Wie wichtig sind solche gut besetzten Turniere wie das MVM, um sich gerade als sehr junges Team weiter zu entwickeln?

Die sind enorm wichtig, für uns in der Schweiz vor allem auch zur Horizonterweiterung. Für viele Spielerinnen ist die NLA am Anfang das höchste der Gefühle. Sie kommen jung in ein NLA-Team, kommen dann in das Nationalteam und spielen gegen Teams, die um vier fünf oder noch mehr Ligen besser sind. Diese Chance haben die Spielerinnen in der NLA nicht, obschon die Liga für ein solch kleines Land ein gutes Niveau bietet. Ich erhoffe mir davon jeweils eine Sogwirkung, um noch mehr in den Sport zu investieren und besser zu werden. Das MVM ist dafür optimal, da es erst noch im eigenen Land diese Chance bietet. Welches andere kleine Land der Welt hat denn schon diese Chance?

Wie geht es für dich und das Schweizer Nationalteam nach dem MVM weiter? Was sind deine Hauptaufgaben vor der EM-Endrunde?

Wir bereiten uns danach im Juni auf die Universiade vor, die im Juli in Neapel stattfindet. Danach folgt ab 2.8. die abschliessende EM Vorbereitung mit vielen Trainingsspielen gegen befreundete Nationalteams.

Wie genau beobachtest du eigentlich die Schweizer Nationalspielerinnen während der Clubsaison? Ist dir eine (oder mehrere) Spielerin speziell aufgefallen?

Ich habe via Videosharing-Plattform Zugriff auf die NLA Videos und einige Spiele habe ich auch live vor Ort besuchen können. Zudem sind meine Assistenztrainer ebenfalls oft vor Ort und wir haben einen intensiven Austausch. Es ist sehr erfreulich zu sehen, wie sich die Schweizer Spielerinnen in ihren Teams zu wichtigen Teamstützen entwickeln. Waren die meisten Spielerinnen des Nationalteams vor einigen Jahren in der NLA Saison noch auf der Bank oder in einer Nebenrolle auf dem Feld und haben sozusagen jeweils das erste Mal in der Nati Verantwortung übernehmen müssen, so fungieren die Stammspielerinnen des Nationalteams inzwischen auch als Teamstützen in ihren jeweiligen NLA Teams. Zwei Spielerinnen sind zudem in ihren Teams in der Bundesliga ebenfalls Stammspielerinnen, das ist doch hervorragend. Diese Entwicklung gefällt mir natürlich sehr und wird uns auch mit dem Nationalteam mittelfristig weiterbringen.

Auf einer Skala von 1-10, wie gross ist die Vorfreude auf die EM?

11!

Merci!

©SwissVolley

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