Handball-Bundesliga: Die Rhein-Neckar Löwen sind auf der Zielgeraden
Von Hasso Waldschmidt
Mannheim. So langsam biegen die Rhein-Neckar Löwen auf die Zielgerade in Richtung Titelverteidigung ein. Nach dem mühelosen 33:23 (18:11)-Heimsieg gegen die Schwaben vom HBW Balingen-Weilstetten folgt am Mittwoch (19 Uhr/SAP Arena) ein weiteres Heimspiel gegen den TVB Stuttgart, ehe dann im Endspurt um die Deutsche Handball-Meisterschaft das vorentscheidende Spiel bei der nur einen (Minus)-Punkt schlechteren SG Flensburg-Handewitt folgt.
Beim Erfolg gegen Balingen-Weilstetten konnten die Löwen bereits Maß nehmen für das absolute Spitzenspiel, denn nach einem mühsamen Sieg am Mittwoch gegen den Bergischen HC präsentierte sich die Mannschaft von Trainer Nikolaj Jacobsen am Samstag vor 7521 Zuschauern in der SAP Arena deutlich verbessert. So gut sogar, dass der Coach nach einem 18:11 zur Halbzeit die Kräfte seiner Leistungsträger schonen konnte. "Es war eine Steigerung im Vergleich zum Mittwoch da. Da haben wir zu viel verschossen," sagte Jacobsen zufrieden nach dem Erfolg gegen die "Gallier" von der Alb. "Das Wichtigste war, die Kräfte zu verteilen. Jetzt bin ich mit dem Weg in Richtung Flensburg zufrieden. Das Wichtigste sind die zwei Punkte."
Als die Löwen nach dem 25:15 (46. Minute) begannen, ihr Stammpersonal auszuwechseln, gab es zunächst einen Bruch. Viele Missverständnisse führten dazu, dass die Gäste bis auf sechs Tore herankamen, doch dann durften sich Spieler auszeichnen, die bisher eher die Bank drücken mussten. "Das haben einige richtig gut gemacht, die ansonsten nicht so viele Spielanteile haben", fand Team-Manager Oliver Roggisch lobende Worte. Da war der pfeilschnelle und sprungstarke Rechtsaußen Marius Steinhauser, der Patrick Groetzki bestens vertrat. Oder Linkshänder Harald Reinkind, der im rechten Rückraum für Gefahr sorgte und fünf Tore beisteuerte. "Es war schön, wieder ein bisschen zu spielen. Wir versuchen positive Dinge mitzunehmen und es war gut für das Selbstvertrauen", sagte der 22-jährige Norweger. Auch das Talent Filip Taleski (21) überzeugte. Zwar traf der Mazedonier bei seinem ersten Wurf aus dem linken Rückraum zunächst nur den gegnerischen Torhüter, aber in den letzten fünf Minuten steuerte auch er drei Tore bei. Ganz besonders freuen durfte sich aber Löwen-Torhüter Lucas Bauer, der in der Schlussphase das Löwen-Tor vernagelte und sogar zwei "Freie" angelte. "Das waren sechs Minuten, in denen ich etwas zeigen konnte. Das hat Spaß gemacht," sagte der 21-Jährige.
Die Löwen hatten also wieder einmal Biss und treten als amtierender Meister selbstbewusst auf. Beste Voraussetzungen, um auch die nächste schwäbische Hürde, den TVB Stuttgart zu überspringen und mit breiter Brust in Flensburg auf Punktejagd zu gehen, zumal die Schwaben auf ihren Spielmacher verzichten müssen. Weltmeister Michael Kraus zog sich im Spiel beim TBV Lemgo (24:24) einen Trümmerbruch der rechten Mittelhand zu.
Stenogramm: 0:1, 4:5, 6:5, 6:7, 11:7, 13:11, 18:11 (Halbzeit), 20:11, 23:13, 26:17, 26:20, 32:23 (Endstand).
Rhein-Neckar Löwen: Sigurdsson 7/4, Reinkind 5, Baena 3, Taleski 3, Ekdahl du Rietz 3, Steinhauser 2, Petersson 2, Guardiola 2, Groetzki 2, Larsen 2, Pekeler 1, Schmid 1.
HBW Balingen-Weilstetten: Ilitsch 4, Krieg 4, Hausmann 3, Flohr 3, Wagner 2, Foth 2, Predragovic 2/1, König 2, Hens 1.

