Mit noch mehr Disziplin ins Derby
ehr Derby geht nicht in der Oberliga: Der TSB Gmünd tritt am Samstag um 19.30 Uhr beim Nachbarn SG Lauterstein an. Auf den Tabellenvierten kommt in der Kreuzberghalle ein packender Fight zu. Trainer Michael Hieber schwört seine Spieler mit einem Appell für noch mehr Disziplin ein – denn die wird man vor allem in der Defensive benötigen.
Hieber weiß nämlich, wie die meisten Derbys ablaufen. Es wird zugepackt, es wird ein wenig hitziger, vielleicht lassen sich die Schiedsrichter von der Kulisse beeindrucken. Doch was auch immer passiert: Die Spieler dürfen sich davon nicht beeinflussen lassen. Sonst geht die Partie verloren.
Mit kühlem Kopf und noch mehr Disziplin will der TSB-Trainer daher seine Spieler in die Partie bei der SG Lauterstein schicken: „Das sind die Begegnungen, die in der Abwehr entschieden werden“, sagt er. Und die Defensive ist es, die ihm zuletzt ein paar Sorgen bereitete. Das lag am fehlenden Christian Waibel, der für die Gmünder nicht zu ersetzen ist. Das lag aber auch daran, dass sein Team nicht über 60 Minuten hinweg wirklich dauerhaft konsequent verteidigte. Auch gegen Hofweier war das zu beobachten: „Dass wir 36 Tore erzielt haben, zeigt, was die Offensive kann. Das war ein hervorragender Auftritt. Aber hinten haben wir zu leichte Tore kassiert.“ Gegen einen anderen Gegner, das ist im Schwerzer allen bewusst, kann sich das rächen.
Entsprechend froh ist Hieber, dass Abwehrchef Waibel aller Voraussicht nach zurückkehren wird. Doch es geht nicht um einen einzelnen Spieler, sondern ums gesamte Kollektiv. Genau deshalb fordert Hieber, auch im Training, absolute Konzentration. Er will in dieser Phase der Saison keine Undiszipliniertheiten sehen.
Auch von etwaigem Gesprächsstoff abseits der Halle will der TSB-Trainer jetzt nichts wissen: „Die Mannschaft darf sich nicht ablenken lassen von Themen, die die Zukunft betreffen. Wir müssen und wollen jetzt liefern, eine optimale Basis für einen guten Saisonschlussspurt schaffen. Aber dafür müssen wir zu 100 Prozent fokussiert sein“, sagt Hieber.
Gleiches gilt in noch viel stärkerem Maße für den kommenden Gegner. Denn bei der SG Lauterstein gab es heftige Störgeräusche. Trainer Stefan Klaus muss den Verein zum Saisonende verlassen, weil es die Mannschaft so will. Das ist ein bemerkenswerter Vorgang, zumal Klaus längst auch für die kommende Saison gebunden wurde. Der Coach ist ein begehrter Trainer, auf den nicht nur ein anderer Verein ein Auge geworfen hatte. Umso heftiger wirkte die Tatsache, dass der Vorstand dem Wunsch der Mannschaft entsprach. „Das hat mich betroffen gemacht und ist mir persönlich sehr nahegegangen“, sagte Klaus anschließend der Presse, „ich fühle mich vor den Kopf gestoßen und hätte mir eine offenere Vorgehensweise gewünscht.“ Er wollte vor zwei Wochen nicht ausschließen, vorzeitig das Handtuch zu werfen, wenn er erkennen sollte, dass die Mannschaft nicht mehr mitziehe.
Doch davon kann aktuell wahrlich keine Rede sein – das Team holte unter seiner Anleitung zwei Siege in Folge. „Dass das gelungen ist, davor habe ich großen Respekt“, sagt Hieber, der sich sicher ist, dass der Coach „auch gegen uns zwei, drei gute Ideen haben wird, auf die wir hoffentlich eine passende Antwort haben“.
Ansonsten erwartet der Gmünder Trainer keine großen Überraschungen: „Wir kennen uns sehr gut, wir wissen genau, gegen wen wir spielen. Und Lauterstein weiß das auch.“
TSB: Fabian, Juhnke – Bächle, Waibel, Fröhlich, L. Waldenmaier, Schwenk, F. Häfner, J. Häfner, M. Häfner, Leinss, J. Waldenmaier, Göth, Schamberger

