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Michael Hieber: „Jetzt greifen wir an!“

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Freude über das Lob des Gegners und Stolz über die coole Leistung seiner Jungs blitzten bei Michael Hieber am Samstag in der proppenvollen Kreuzberghalle in Nenningen förmlich aus den Augen: Mit 34:30 (18:12) hatte sein TSB Gmünd das Derby bei der SG Lauterstein, einer gemeinsamen Abteilung des TV Weißenstein und des TV Nenningen, gewonnen und der Gmünder Trainer sprach erstmals nicht mehr vom Saisonziel Klassenerhalt, sondern kündigte selbstbewusst an: „Jetzt greifen wir an!“ Soll heißen: Der TSB will dem TV Neuhausen und der SG H2Ku Herrenberg den zweiten Tabellenplatz, der zum Aufstieg in die 3. Liga berechtigt, noch abluchsen. Bei zwei Punkten Rückstand auf diese Teams, die noch gegen Spitzenreiter TV Kornwestheim ran müssen und noch in die Gmünder Großsporthalle kommen, ist das keine Utopie mehr.

Den Anstoß zu Hiebers neuer Vorgabe lieferte seine Mannschaft in den 60 Spielminuten zuvor. Das Gesamtpaket aus Einstellung, taktischer Disziplin, individueller spielerischer Klasse und mannschaftlicher Geschlossenheit war überzeugend: „Ich denke, wir haben nun die mentalen Durchhänger bei den Niederlagen in Sandweier und in Konstanz abgeschüttelt“, registrierte Michael Hieber. „Wir haben alles umgesetzt, was wir im Training geübt haben“, ergänzte Co-Trainer Andreas Hieber, „wir haben den Kampf angenommen und sind immer souverän geblieben.“ Sein Bruder Michael verriet die Details des Hieberschen Matchplans: „Wir wussten, dass die Lautersteiner über den Kreis den Weg zum Abschluss suchen. Da war es wichtig, dass wir den Rückraum der SGL in den Griff bekommen.“ Das gelang nach etwas holprigem Start gut. Zwar scheiterte Aaron Fröhlich mit seinen ersten Würfen und setzte sogar, ungewohnt, einen Siebenmeter neben den Kasten – drehte dann aber eigenhändig die erste und einzige Führung der Hausherren auf 1:2 um. Beim 4:4 in der 10. Minute gab es zum letzten Mal einen Gleichstand – dann zog der TSB souverän davon. Über 4:7, 5:9, 9:12 und 10:18 hieß es zur Pause 12:18, wobei genau so gut ein 10:20 möglich gewesen wäre. Der TSB war komplett einfach besser besetzt, vor allem auf der Torhüterposition. Während TSB-Keeper Sebastian Fabian im ersten Abschnitt gleich zehn freie Würfe der Gastgeber entschärfte, brachte der SGL auch der frühe Wechsel von Matthias Nagel für Marco Wiche nicht viel: Die Gmünder Schützen waren allesamt treffsicher, allen voran Max Häfner, aber auch Spielmacher Aaron Fröhlich, Wolfgang Bächle und Jonas Waldenmaier. Überzeugend zudem die Auftritte von Jonas Leinß, Philipp Schwenk und Jan Häfner, die nicht nur im Angriff, sondern besonders in der Abwehr große Leistungsfortschritte zeigten.

Dies war in der zweiten Halbzeit enorm wichtig, weil in der 43. Minute mit dem wieder genesenen Christian Waibel der neben Lukas Waldenmaier zweite Abwehrstabilisator wegbrach; die dritte Zeitstrafe gegen Waibel und damit die Rote war hart. SGL-Coach Stefan Klaus, der auf seinen besten Schützen Jochen Nägele (169 Saisontore) und auf Marco Krauß (kommt zum TSB) verletzungsbedingt verzichten musste, versuchte mit allen möglichen taktischen Kniffs das Blatt noch zu wenden. Ob enge Manndeckung gegen Häfner und Fröhlich, Herausnahme des Torwarts oder total offene Defensive – die Gmünder blieben kühl gelassen und hielten gegen leidenschaftlich kämpfende Gastgeber über 18:24 und 21:27 immer einen sicheren Vorsprung. Der kam auch bei den Zwischenständen von 28:31 und 30:33 nicht ernsthaft in Gefahr.

SG Lauterstein: Wiche, Nagel, Christian Stuber (5), Schmid, Markus Stuber (5), Beutel (1), Heinzmann (2), Lenz (1), Villforth (2), Steffen Nägele (7/3), Kölle (2), Thrun (1), Max Dangelmaier (4/1).

TSB Gmünd: Sebastian Fabian, Fabian Juhnke, Wolfgang Bächle (5), Jan Häfner (1), Christian Waibel, Aaron Fröhlich (7), Lukas Waldenmaier (1) Philipp Schwenk (2), Felix Häfner, Max Häfner (11/6), Jonas Leinß (3), Jonas Waldenmaier (4).

Zeitstrafen: Lauterstein: 4, TSB 6, Rote Karte: Waibel (43. Minute)

Schiedsrichter: André Geiss, Marco Kretzler (beide SG Kronau/Östringen).

Zuschauer: 600, 200 aus Gmünd.

TSB verdienter Derbysieger

Michael Hieber, TSB-Trainer: Dieser Derbysieg, vor allem die Art und Weise, wie ihn meine Jungs herausspielten, war wegweisend für die restliche Runde. Jetzt sind wir wieder in der Spur und greifen an. In der ersten Halbzeit haben wir überzeugend und sehr kontrolliert agiert, im zweiten Abschnitt blieben wir trotz kleiner Schwächen souverän.
Stefan Klaus, SGL-Trainer: Obwohl mir die Abteilungsleitung mitteilte, dass mein Vertrag am Saisonende ausläuft, habe ich mich entschlossen, nicht zurückzutreten. Die Situation ist nicht einfach, aber dass mein Team trotz vieler Ausfälle gut funktioniert, hat der leidenschaftliche Kampf heute gezeigt. Immerhin haben wir die zweite Halbzeit gegen einen souveränen TSB für uns entschieden. Die Gmünder haben eine Spitzenmannschaft.
Sven Kienhöfer, TSB-Abteilungsleiter: Wir haben dieses Derby ab Mitte der ersten Halbzeit klar bestimmt. Bedanken möchte ich mich bei den vielen Gmünder Fans, die uns im Hexenkessel Kreuzberghalle großartig unterstützt haben.
Wolfgang Bächle, TSB: Wir waren klar besser. Auch mit meiner eigenen Leistung bin ich zufrieden und freue mich, dass es mit dem Toreschießen so gut klappte.
Christian Waibel, TSB: Nachdem ich zweimal wegen einer Grippe ausfiel, dachten die Schiedsrichter wohl, dass ich keine 60 Minuten durchhalte. Die Rote Karte war sehr hart. Ich bin froh, dass meine Mitspieler so großartig in der Abwehr standen. -wh-

© Gmünder Tagespost 19.02.2017 18:30 (Hofele)

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