Für den Coach der Oberliga-Handballer geht es nämlich jetzt darum herauszufinden, was seine Mannschaft zu leisten im Stande ist. Er korrigiert die Ziele nicht, er träumt nicht. Aber er sagt: „Wenn man die Konstellation ansieht, würde ich sagen, dass wir eine Chance von 30 Prozent haben, tatsächlich bis zum Schluss um den Aufstieg mitzuspielen.“ Das ist nicht viel, aber viel mehr als je erhofft. „Die beiden Hauptkonkurrenten haben die breiteren Kader, sie haben zudem leicht die Nase vorne. Der Druck liegt nicht bei uns. Wir haben nichts zu verlieren“, sagt Hieber. „Aber wir können viel gewinnen.“
Mit diesem Wissen möchte er mit Vollgas in die Schlussphase der Saison gehen. Dafür ist ein Sieg gegen die SG Heidelsheim unabdingbar. Die Partie, die im Rahmen der Ballmania am Samstag steigt, liest sich auf dem Papier wie eine Pflichtaufgabe, schließlich ist der Tabellendreizehnte zu Gast. Doch Hiebers Lesart ist das nicht. „Wenn wir mit der Einstellung in die kommenden Wochen gehen, werden wir uns schon bald nicht mehr über Platz zwei unterhalten. Wir sind jetzt gut beraten, demütig, mit voller Konzentration und höchstem Engagement von Woche zu Woche unsere Spiele zu spielen.“ Das gelte auch für Samstag, denn: „In meinen Augen ist Heidelsheim ein wenig stärker, als es die Tabelle vermuten lassen würde.“
Kein Grund zur Überheblichkeit
Grund zur Überheblichkeit gibt es beim TSB Gmünd ohnehin nicht. Denn in den letzten Wochen setzte es bekanntermaßen auch einige Rückschläge, der Klub hat ein paar Punkte verloren, die man durchaus hätte holen können. Und obendrein wird es nicht einfach sein, frisch im Kopf zu bleiben. Denn zuletzt jagte ein Highlight das nächste: Vom Topspiel gegen Kornwestheim über den für die Abteilung so wichtigen Sponsorenabend bis hin zum Derby in Lauterstein – und die kommenden Wochen werden nicht gerade ruhiger.
Da kam es recht passend, dass sich die Mannschaft über Fasching eine kurze Pause gönnen durfte. Hieber gab seinem Team ein verlängertes Wochenende frei, davor und danach jedoch wurde trainiert.
Bis Ostern müssen die Gmünder nun jede Woche ran, ehe nach einer erneuten kurzen Pause das große Saisonfinale steigt. In Schwäbisch Gmünd könnte es dann um den Aufstieg gehen, um den Sprung in die 3. Liga. Oder aber die Runde geht gemächlich zu Ende, weil es um nichts mehr geht. Letzteres wäre kein Problem. Doch schade wäre es dennoch. Denn der TSB hat bewiesen, zu was er fähig ist. Nun gilt es, den hervorragenden Eindruck der letzten Monate zu bestätigen. Michaell Hieber ist optimistisch: „Wenn die Mannschaft nicht jetzt an sich glauben sollte – wann dann?“
TSB: Fabian, Juhnke – Bächle, Waibel, Fröhlich, L. Waldenmaier, Schwenk, F. Häfner, J. Häfner, M. Häfner, Leinss, J. Waldenmaier, Göth, Schamberger

