Gegen den Viertletzten stellte der TSB-Coach vor allem zwei besondere Weiterentwicklungen fest – im mentalen und im taktischen Bereich. „Den Durchhänger nach den Niederlagen gegen Kornwestheim, Sandweier und Konstanz haben wir verarbeitet, die Köpfe sind wieder frei. Und spielerisch werden wir immer flexibler.“ Dafür war diese Partie der beste Beleg. Die Gäste hatten sich durch intensives Videostudium glänzend auf die Spielweise des TSB vorbereitet: Sie reagierten auf deren üblichen Doppelwechsel nach einem Torerfolg (die offensiven Aaron Fröhlich und Jonas Waldenmaier raus, die Abwehrspezialisten Christian Waibel und Lukas Waldenmaier rein) mit einer extrem „schnellen Mitte“. Nicht weniger als acht ihrer 25 Tore warf die SG in weniger als zehn Sekunden nach dem Gmünder Torschuss. Und außerdem verstanden es die Gäste geschickt, das über die linke Seite mit Max Häfner und Aaron Fröhlich angelegte TSB-Angriffsspiel lange zu unterbinden. So führten die Gäste nach 15 Minuten 7:6. Danach verlagerten die Gmünder ihre Angriffe mehr auf rechts, die enorm starken Jochen Leinß und Philipp Schwenk machten Druck und trafen ebenso sicher wie Fröhlich. Beim 13:9 nach 27 Minuten lag der TSB erstmals vier Tore vorn. Die Treffer Nr. 14 und 15 demonstrierten besonders die gedankliche Flexibilität der Gmünder. Erst versenkte Max Häfner einen von Fröhlich aufgelegten „Kempa“ fulminant, dann „gewann“ Wolfgang Bächle das Rennen zum an der Wand liegen Ball gegen die weiterlaufende Uhr, schnippte den anstehenden Freiwurf zu Fröhlich, dessen Schlagwurf eine Sekunde vor der Pausensirene zum 15:11 im gegnerischen Tor einschlug.
Den zweiten Abschnitt begannen die Gäste wieder stark und holten auf 15:13 auf. „Dann sind wir aber hinten sicher gestanden und kamen vorne ins Rollen“, freute sich Lukas Waldenmaier. Besonders Wolfgang Bächle trumpfte auf: Sechsmal in zwölf Minuten ließ er es „klingeln“, der TSB hatte einen 13:4-Torelauf und zog auf 28:17 davon. „Wir waren konditionell klar besser“, befand Michael Hieber zurecht und sein Trainerkollege Jens Ostheimer bekannte ebenso treffend: „Der TSB ist qualitativ besser besetzt als wir, wir haben zu viele einfache Fehler gemacht.“ Doch die Flinte ins Korn warfen die Gäste nicht. Die letzten zehn Minuten „gewannen“ sie mit 8:4, sodass es am Ende „nur“ 33:25 für den TSB hieß. Das war dann auch der einzige Ansatzpunkt zur Kritik für Michael Hieber: „Zum Schluss verspielten wir leichtsinnig einen Kantersieg“. Doch das wäre „Jammern auf hohem Niveau“ gewesen.
TSB Gmünd: Sebastian Fabian, Fabian Juhnke (ab 45.), Wolfgang Bächle (8), Patrick Schamberger, Jan Häfner, Sebastian Göth, Christian Waibel, Aaron Fröhlich (8/3), Lukas Waldenmaier, Philipp Schwenk (3), Felix Häfner, Max Häfner (6), Jonas Leinß (4), Jonas Waldenmaier (4).
SG Heidelsheim/Helmsheim: Krypczyk, Deuchler, Boudgoust (4), Keibl (4/2), Beer (3), Lehnkering (3), Debatin, Steinhilper (1) Philipp (1), Junker (1), Badawi (2), Förster, Vollmer (6).
Schiedsrichter: Stefan Blumenrode (TUS Rüppurr), Steffen Reick (SV Langensteinbach).

