Leidenschaftliche Aufholjagd wird nicht belohnt
TV Gelnhausen: Leidenschaftliche Aufholjagd wird nicht belohnt
3. April 2026
TV Gelnhausen: Leidenschaftliche Aufholjagd wird nicht belohnt Knappe Niederlage im Derby gegen Hanau
Der TV Gelnhausen hat im Nachholspiel des 16. Spieltags der 3. Handball-Liga Süd-West eine knappe Derby-Niederlage hinnehmen müssen. Vor 1.100 Zuschauern in der Main-Kinzig-Halle, darunter rund 400 lautstarke Anhänger aus Gelnhausen, unterlagen die Barbarossastädter am Gründonnerstagabend der HSG Hanau mit 28:29 (8:13). Trotz eines zwischenzeitlichen Acht-Tore-Rückstands kämpfte sich der TVG eindrucksvoll zurück und hatte bis zur Schlussminute die Chance auf einen Punktgewinn.
Für besondere Aufmerksamkeit sorgte im Vorfeld die Unterstützung der Fans. Organisiert vom Fanclub „Rot-Weiß Barbarossa“ machten sich einige Anhänger zu Fuß auf den Weg nach Hanau und sorgten gemeinsam mit den übrigen mitgereisten Unterstützern für eine beeindruckende Auswärtsunterstützung.
Foto: Martin Jost
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Personell musste der TVG erneut einige Ausfälle verkraften. Neben den Langzeitverletzten Akos Csaba (Kreuzbandriss), Leon David (Schulter-OP) und Jannik Geisler (Schulterprobleme) fehlte auch Henrik Müller (Fußprellung). Max Bechert ging nach einer Grippe noch angeschlagen ins Spiel. Zudem knickte Rechtsaußen Simon Belter bereits in der achten Minute um und konnte nicht mehr weiterspielen. Positiv hingegen war die Rückkehr von Kapitän Jonathan Malolepszy und Rückraumspieler Jonas Dambach nach dem krankheits- bzw. berufsbedingten Fehlen im letzten Spiel. Außerdem feierte Torhüter Alex Bechert im zweiten Durchgang nach seiner Ellenbogenverletzung sein Comeback.
Der TVG erwischte zunächst einen guten Start in die Partie. Nach sechs Minuten brachte Belter seine Mannschaft mit 3:1 in Führung, ehe er zwei Minuten später auf Grund seiner Fußverletzung nicht weiterspielen konnte. Hanau fand nun auch besser ins Spiel und glich wenig später zum 3:3 aus. In einer zunächst ausgeglichenen Anfangsphase standen beide Defensivreihen stabil, nach 15 Minuten hieß es 5:5.
Doch im weiteren Verlauf der ersten Spielhälfte verlor der TVG zunehmend den Zugriff. Technische Fehler und vergebene Chancen im Angriff häuften sich, während Hanau immer mehr zur spielbestimmenden Mannschaft wurde. Nach einer Auszeit von TVG-Coach Matthias Geiger beim Stand von 5:8 in der 19. Minute konnten die Gelnhäuser durch zwei Siebenmeter von Malolepszy zwar noch einmal verkürzen, doch anschließend folgte eine der stärksten Phasen der Gastgeber. Mit fünf Treffern in Folge setzte sich Hanau auf 13:7 ab. Benjamin Wörner verkürzte kurz vor der Pause noch auf den 8:13-Halbzeitstand.
„Wir waren in der ersten Hälfte in den Eins-gegen-eins-Situationen viel zu lasch“, analysierte Geiger später. „Hanau hat das clever gemacht und wir haben extrem viele Fehler gemacht. Auch das Torwartduell ging heute an Hanau.“
Nach dem Seitenwechsel blieb Hanau zunächst spielbestimmend. In der 39. Minute erhöhte Cedric Schiefer, mit acht Treffern bester Hanauer Werfer, auf 20:12. Zu diesem Zeitpunkt deutete vieles auf eine deutliche Niederlage für den TVG hin. Kaum jemand in der Halle glaubte noch daran, dass in diesem Spiel auch nur ansatzweise Spannung aufkommen könnte. Hanau berauschte sich an der eigenen Leistung, dem TVG wollte einfach nichts gelingen. Aber Aufgeben ist für diese Mannschaft keine Option.
Die Barbarossastädter bewiesen einmal mehr ihren so einzigartigen Kampfgeist. Nach einer weiteren Auszeit stellte Geiger seine Mannschaft neu ein und das mit Erfolg. Angeführt vom immer stärker werdenden Malolepszy, der mit neun Treffern die meisten Tore für die Rot-Weißen erzielte, kämpfte sich der TVG zurück ins Spiel. Die Abwehr stand nun deutlich kompakter und im Angriff wurden die Chancen konsequenter genutzt. Mit vier Treffern in Folge verkürzte der TVG auf 16:20 (47. Minute), wenig später stellte Dima Redkyn auf 18:21.
Auch eine Rote Karte gegen Fynn Hilb durch seine dritte Zeitstrafe in der 52. Minute brachte den TVG nicht aus dem Konzept. Die Rot-Weißen hielten den Druck hoch und verkürzten durch Silas Altwein in der 54. Minute auf 22:24. In der spannenden Schlussphase entwickelte sich dann ein offener Schlagabtausch.
41 Sekunden vor dem Ende erzielte Altwein schließlich den Anschlusstreffer zum 26:27. Doch Hanau behielt die Nerven und nutzte seine Chancen konsequent. David Rivic traf wenige Sekunden vor Schluss zum entscheidenden 29:27. Zwar gelang Dambach mit der letzten Aktion noch der Treffer zum 28:29-Endstand, doch für den Ausgleich reichte es nicht mehr.
Hanau-Trainer Axel Spandau zeigte sich nach dem Spiel zufrieden: „Erstmal ein Dankeschön an beide Fanlager für den Höllenlärm hier in der Halle heute. Wir haben heute taktisch im Angriff sehr gut gespielt, aber wenn Gelnhausen nach einem Acht-Tore-Rückstand wieder auf drei Tore rankommt, dann sind sie brandgefährlich. Das haben sie auch schon in anderen Spielen gezeigt.“
TVG-Chefcoach Geiger zeigte sich als fairer Verlierer und erkannte die Leistung des Gegners an: „Glückwunsch an Hanau. Sie haben unsere Fehler konsequent genutzt und das Spiel clever zu Ende gespielt. Aber wir haben uns nach einem Acht-Tore-Rückstand wieder ran gekämpft und das zeigt den Charakter dieser Mannschaft. Sie geben nicht auf. Wir nehmen einiges mit aus dem Spiel und wollen das jetzt natürlich in den nächsten Spielen wieder verbessern.“
Mit nun 41:9 Punkten bleibt der TV Gelnhausen weiterhin auf dem zweiten Tabellenplatz der Süd-West-Staffel. Der Vorsprung auf Hanau beträgt drei Zähler, ebenso groß ist der Rückstand auf Tabellenführer HG Saarlouis. Da in der Staffel neben dem TVG nur Saarlouis den Lizenzantrag für die 2. Bundesliga gestellt hat, ist die Teilnahme an der Aufstiegsrunde für die Barbarossastädter inzwischen so gut wie sicher. Dafür ist am Saisonende nur noch eine Platzierung auf den ersten vier Plätzen notwendig.
Weiter geht es für den TV Gelnhausen am Samstag, den 11. April, mit dem Heimspiel in der Rudi-Lechleidner-Halle gegen den TuS 82 Opladen. Mit einem Sieg könnte der TVG die Qualifikation für die Aufstiegsrunde endgültig perfekt machen. Tickets für die Partie sind bereits über den Online-Ticketshop erhältlich.
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