Am Ende doch noch deutlich
10:0-Lauf brachte
die Entscheidung
Saarlouis behält zu Hause „weiße Weste“ – 34:25-Heimsieg gegen Melsungen
Saarlouis. Sie hatten es sich vorgenommen – die Favoritenrolle auszufüllen und den zehnten Sieg im zehnten Heimspiel einzufahren. Am Ende ist es gelungen, die Bundesliga-Reserve aus Melsungen wurde mit 34:25 (17:14) nach Hause geschickt. Aber es brauchte eine ganze Weile, bis die Jungs von Jörg Lützelberger ihre Sicherheit fanden. Schließlich waren 12 Spielminuten (zwischen der 40. und 52.) entscheidend, als den Gästen kein Tor gelang und die Saarländer von 20:20 auf 30:20 stellten.
Doch von vorne: Die Vorbereitungswoche auf die Partie gegen die MTM II, verlief alles andere als einfach. Zunächst war da der Schock der schweren Verletzung von Hubert Kornecki. Darauf begann man sich einzustellen, dann meldete sich am Mittwoch Sven Eberlein krank (Grippe) und schließlich musste am Donnerstag auch Philipp Kockler sich abmelden. Doch der biß am Samstag auf die Zähne wollte unbedingt der Mannschaft helfen, war aber nicht im Vollbesitz seiner Kräfte. Der Plan, den Ausfall von Kornecki zu kompensieren, in dem die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt wurde, musste bis zum Samstag also mehrfach umgebaut werden. Immerhin fehlten gleich zwei wichtige Säulen im Defensiv-Verbund und auch im Angriff fehlte die Durchschlagskraft von Eberlein und Kornecki. Andere mussten ran.
Es war dann auch Tom Paetow, der den Löwenanteil der Verantwortung schulterte und das von Beginn an zeigte: Von den ersten sechs Toren der HGS (6:2, 7.) gingen allein vier auf das Konto des Kapitäns. Von Anfang an zählte auch Top-Talent Silas Geis zu denen, die im Rückraum die Lasten schulterte, später trugen die Ex-Bundesliga-Profis Yves Kunkel und Lars Weißgerber dazu bei, daß das Team immer sicherer wurde.
Zunächst aber legten die Melsunger den Respekt ab, waren beim 6:5 (9.) durch Lino Duketis wieder in Schlagdistanz und hatten mit der Abwehr der HGS weniger Mühe, als erwartet. Nach einer guten Viertelstunde gelang den Gästen durch einen Dreierpack ihres wurfgewaltigen Rückraum-Schützen Andrei der Ausgleich (10:10, 17.) und sogar die erste eigene Führung (10:11, 19.). Jörg Lützelberger nahm in Minute 22 die erste Auszeit, sortierte das Team neu und schickte Finn Zecher für den glücklosen Michel Fiedler ins Tor. Tom Paetow und Lars Weißgerber sorgten mit drei Treffern in Folge für die neuerliche Saarlouiser Führung (14:12, 25.). Bis zum Pausenpfiff und dem 17:14 von Yves Kunkel waren die wieder über 1300 Zuschauer in der Stadtgartenhalle durchaus zufrieden mit einer spannenden Partie.
Melsungens Coach Florian Weiß hatte die Partie aber längst nicht abgeschrieben und sein Team auch nicht. Gut vier Minuten nach Wiederanpfiff waren sie beim 18:18 wieder gleichauf und auch in Minute 40 stand es beim 20:20 ausgeglichen. Zwölf Minuten und zwei Melsungen-Auszeiten später markierte Silas Geis das 28:20 (50.) und als Jörg Lützelberger da seinen Jungs eine Pause verordnete war die Partie auch Dank einer guten Leistung von FinnZecher längst entscheiden.
HG Saarlouis (grün) – MT Melsungen II (rot) :
Drittliga-Debüt: Alexander Zwing, HG Saarlouis.
Foto: Rolf Ruppenthal/ 7. Feb. 2026
Auf Seiten des Tabellenführers gab es dann auch noch ein Debüt im Drittliga-Team: Alexander Zwing aus der HGS-A-Jugend erhielt die ersten Einsatzminuten, fügte sich nahtlos ein und bedankte sich fünf Minuten vor dem Ende mit dem Tor zum 31:22. Philipp Petschick, Top-Talent auf Rechtsaussen, markierte eine Minute vor Schluss den Treffer zum 33:24. Warum dieser Treffer vom Zeitnehmer-Tisch offiziell allerdings Finn Zecher gutgeschrieben wurde, erschloss sich den Fans in der Halle nicht.
Am Ende waren beide Trainer im Gespräch nicht unzufrieden. Florian Weiß fand die ersten 40 Minuten seiner Jungs klasse und gratulierte den Saarländern zum Sieg. Jörg Lützelberger freute sich über diesen Sieg, lobte Tom Paetow und das Nachwuchs-Trainer-Team für deren Arbeit an der Umsetzung der gemeinsamen Philosophie und rechnete auch den Fans und vor allem dem Fanclub ihren Beitrag zu diesem Sieg hoch an. Sie hätten in schwierigen Phasen die richtigen Signale an die Mannschaft geschickt. Und ein Extra-Lob ging an Silas Geis, der eine Super-Partie gespielt habe.
Statistik HGS: Fiedler 3 Paraden, Zecher 7 Paraden, 1 Tor, Paeetow 10, Kunkel 10/3, Geis 5, Weißgerber 4, Kockler 1, Reitz 1, Noh 1, Zwing 1
Statistik MTM 2: Büde 8 Paraden, 1x7m, Krawczyk 3 Paraden, 1x7m, Andrei 6, Reinhold 4, Duketis 4 Tragisch 3/2, Wilder 3, Riecke 3, Fitozovic 1, Regler 1
Siebenmeter: HGS 3/5, MTM 2/2
Zeitstrafen in Minuten: HGS 2, MTM 6 (rote Karte wilder nach Gesichtstreffer gegen Geis)
Zuschauer: 1315

