Handball-EM: Tom Kiesler bereut Rote Karte – "War zu ungestüm"
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Für Tom Kiesler verlief seine Rückkehr ins DHB-Team nach überstandener Krankheit anders als gedacht. Der Bundestrainer stört sich an einer Entscheidung. Aus Herning berichtet Nils Kögler Nach seinem Ausfall in den Spielen gegen Frankreich und Kroatien wegen eines Magen-Darm-Infekts hatte sich Tom Kiesler für das Finale der Handball-EM viel vorgenommen. "Ich wollte dem Team helfen. Deshalb habe ich gespielt und mich fit gemacht, um alles für das Team zu geben", sagte der deutsche Nationalspieler nach dem 27:34 gegen Dänemark. Dass sein Auftritt dabei nur insgesamt 14 Minuten andauern würde, hat wohl niemand im Vorfeld erahnen können. Denn Kiesler flog wegen gefährlichen Spiels und eines Gesichtstreffers gegen Welthandballer Mathias Gidsel mit einer Roten Karte vom Feld. Er selbst schilderte die Szene so: "Ich treffe Gidsel im Gesicht und am Hals. Das ist natürlich sehr unglücklich. Ich wollte ein Stopp-Foul machen, aber er taucht ein bisschen ab, ich treffe ihn dann am Hals." Der 25-Jährige vom VfL Gummersbach haderte mit sich und bereute die Aktion: "Ich war etwas zu ungestüm." Kiesler sei "sehr enttäuscht", "dass so etwas passiert, ist extrem ärgerlich". Seiner Meinung nach sei es "eine berechtigte Rote Karte". Nach dem kurzfristigen Ausfall von Justus Fischer wegen eines Infekts wurde die deutsche Abwehr durch Kieslers Ausschluss zusätzlich geschwächt. Bundestrainer Alfred Gíslason hat sich daher ebenso über die Rote Karte für seinen Abwehrspezialisten geärgert, störte sich allerdings weniger an der Aktion Kieslers und mehr an der Entscheidung der Unparteiischen: "Das war in meinen Augen eine Zwei-Minuten-Strafe, aber kein Rot. Selbst Mathias Gidsel hat mir zugeflüstert, dass das keine Rote Karte war." So musste Deutschland früh einen Rückschlag verkraften. Kurz vor dem Spielende sah auch Kreisläufer Jannik Kohlbacher die Rote Karte – an der Partie selbst änderte der Ausschluss allerdings nichts mehr, Deutschland wollte in dieser Phase in der Offensive ohnehin kaum noch etwas gelingen. Kiesler fokussierte sich daher auf das Positive: "Wir haben jetzt die Silbermedaille, wir sollten uns darüber auch freuen und nicht nur den Kopf hängen lassen." Er wolle die Rote Karte abhaken und daraus lernen.

