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Handball-EM: DHB-Star Knorr kam sich gegen Frankreich "verarscht vor"

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Gegen Frankreich war Juri Knorr der entscheidende Mann und befreite sich aus der Formkrise. Er selbst gab sich davon betont unbeeindruckt, aber Trainer und Mannschaftskollegen schwärmen. Aus Herning berichtet Nils Kögler "Ich strahle nicht!": Juri Knorr hatte einfach keine Lust auf bedingungslose gute Laune, als er in der Jyske Bank Boxen von Herning fleißig die wartenden Journalisten ablief. Die Bemerkung eines Reporters wies der deutsche Spielmacher brüsk als falsche Beobachtung zurück. Dabei hätte der 25-Jährige durchaus Grund zum Strahlen gehabt. Ganze zehn Tore hatte Knorr zum 38:34-Erfolg der deutschen Handball-Nationalmannschaft im letzten EM-Hauptrundenspiel gegen Titelverteidiger Frankreich beigetragen und seine Mannschaft somit ins Halbfinale gehievt. "Ich freue mich einfach", gab Knorr immerhin zu, sagte auf die Frage, was den Ausschlag gegeben habe, aber ganz bescheiden: "Unser Team." Knoten endlich geplatzt Dabei war bei ihm endlich der Knoten geplatzt. Vor allem in der bisherigen Hauptrunde hatte Knorr seine Klasse nicht ansatzweise zeigen können und nach mehreren schwachen Leistungen gewohnt harte Selbstkritik geübt. "Es nervt mich einfach", hatte er unter anderem über seine Leistungen gesagt. Gegen Frankreich war er nun plötzlich der überragende Mann des Teams, traf unter anderem alle seiner ersten zehn Würfe. In Eigenlob verlor sich Knorr dennoch nicht: "Ich kam mir eigentlich ziemlich verarscht vor", sagte er, "weil drei Spiele nichts funktioniert und auf einmal geht jeder Gurkenwurf rein". "Ich habe Handball nicht vergessen" Etwas Freude zeigte er dann aber doch noch: "Natürlich, wenn man so spielt, wie ich die letzten zwei, drei Spiele, ist man nicht zufrieden und grübelt viel", sagte er. Er habe sich aber gesagt, dass die Grübelei nichts bringe und er einfach weitermachen müsse. "Ich habe Handball nicht vergessen und darauf vertraut, dass so eine Phase wieder vorbeigeht", beschrieb er seine Herangehensweise. "So wie es immer war in den letzten Jahren. Manchmal ist sie länger, manchmal ist sie kürzer und ich hatte jetzt das Glück, dass sie kürzer war und heute geendet ist. Darüber freue ich mich einfach." Folgerichtig wurde Knorr nach der Partie zum Spieler des Spiels gewählt. "Das war fast ein bisschen kitschig", sagte er über den Moment der Ehrung. "Mein Vater stand ziemlich genau vor mir und ich habe meine Freundin zwischendurch irgendwo auf dem Videowürfel gesehen." "Wenn er sich jetzt nicht selbst zerfleischt ..." Wenn sich Knorr selbst auch nicht feiern wollte, taten das immerhin sein Trainer und seine Mitspieler in aller Ausführlichkeit. "Die Leistung war phänomenal. Er hat sich sehr unter Druck gesetzt. Heute hat er das beste Spiel gemacht, das ich je von ihm gegen so eine Nation gesehen habe", freute sich Bundestrainer Alfred Gíslason. Mit Blick auf Knorrs stets harte Selbstkritik schob er mit einem Lachen hinterher: "Wenn er sich jetzt nicht selbst zerfleischt, würde ich sagen, er hat ein großartiges Spiel gemacht." Teamkollege Miro Schluroff schwärmte: "Er kommt rein und fängt an wie die Feuerwehr. Zehn von zehn Würfen, das ist natürlich unglaublich. Da hat sich einiges angestaut und das hat er heute alles rausgehauen." David Späth, der Knorr aus der gemeinsamen Zeit bei den Rhein-Neckar Löwen gut kennt, gab sich wenig überrascht von der Galavorstellung: "Er ist ein Weltklasse-Spieler und ich bin froh, dass er seine Klasse heute zeigen konnte", sagte er. "Er hatte jetzt ein, zwei schlechte Spiele, aber er hat sich davon nicht beirren lassen, ist bei sich geblieben. Wir sind alle froh, ihn zu haben."

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