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Handball-EM: DHB-Star Dahmke trifft gegen Norwegen auf Schwager Sagosen

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Wenn die DHB-Auswahl am Samstag in der EM-Hauptrunde auf Norwegen trifft, ist es für Rune Dahmke ein ganz besonderes Duell. Er hat Familie auf der anderen Seite des Spielfelds. Aus Silkeborg berichtet Nils Kögler Bislang war es nicht die Europameisterschaft des Rune Dahmke. Als der 32-jährige Linksaußen vom THW Kiel im Dezember von Handball-Bundestrainer Alfred Gíslason für die EM nominiert wurde, löste schon das eine Kontroverse aus. Viele Beobachter hatten mit einer Nominierung des formstarken Jungstars Tim Freihöfer von den Füchsen Berlin gerechnet, doch Gíslason setzte auf Dahmkes Erfahrung. Das rief Misstöne aus Berlin hervor. Füchse-Boss Bob Hanning unterstellte dem Bundestrainer kurzerhand, das Leistungsprinzip außer Kraft gesetzt zu haben. Handball-EM 2026: So sehen Sie Deutschlands Titelmission live Horror-Auslosung bei Handball-EM : Das ist Deutschlands Weg ins Finale In der EM-Vorbereitung hatte Dahmke dann auch noch mit körperlichen Beschwerden zu kämpfen, die Wade machte Probleme. Beide Testspiele verpasste er und auch bei der EM bekam er bislang kaum Spielzeit. Nun meldet sich Dahmke aber wieder fit und könnte schon im zweiten Hauptrundenspiel gegen Norwegen mehr auf der Platte stehen. Für ihn wäre es ein ganz besonderes Duell. Schwager und Ehefrau sind Norweger Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen ist Dahmke mit der ehemaligen norwegischen Weltklasse-Handballerin Stine Oftedal Dahmke verheiratet. Zum anderen ist deren Schwester, Hanna Oftedal Sagosen, die Ehefrau des norwegischen Nationalspielers Sander Sagosen. Dahmke steht am Samstag also seinem Schwager gegenüber. Doch nicht nur privat, auch sportlich kennen sich die beiden gut: Zwischen 2020 und 2023 standen Dahmke und Sagosen zusammen für den THW Kiel auf dem Platz. "Es ist natürlich speziell", sagte Dahmke deshalb vor dem EM-Duell. "Ich habe mit Sander ein paar Jahre in Kiel gespielt und jetzt wieder gegen ihn zu spielen, ist immer etwas Besonderes", so Dahmke. Er sieht jedoch einen Vorteil in der guten Bekanntschaft mit seinem Gegner: "Ich glaube schon, dass ich relativ gut weiß, was er macht", sagte Dahmke, schränkte aber ein: "Aber er ist auch echt gut. Von daher kann ich mir auch denken, dass er sich noch ein, zwei Sachen überlegt." Aufgrund ihrer verschiedenen Positionen würden sie aber wohl sowieso kaum unmittelbar aufeinandertreffen. Abseits des Platzes verstehen sich die beiden prächtig. "Er kümmert sich unglaublich um alle anderen und sieht immer zu, dass es allen gut geht. Ganz anders, als man das erwarten würde, wenn man ihn nur spielen sieht", sagte Dahmke mit Blick auf Sagosens aggressiven Spielstil. "Ich habe ihm schon mal gesagt, wenn ich ihn nur vom Spielfeld kennen würde, dann weiß ich nicht, ob er direkt meine erste Wahl wäre, in der Freundessuche, aber er ist wirklich ein fantastischer Kerl, also oberstes Regal", fügte er an. "Hoffe, ich bin der, der nach dem Spiel die Sprüche drückt" Kleinere Spitzen tauschen Dahmke und Sagosen aufgrund des anstehenden Duells aber trotzdem bereits länger aus. "Das ging am 1. Januar schon los, als wir uns kurz gesehen haben, aber das macht auch Spaß. Das ist Teil der Handball-Romantik." Dahmke hofft auch deshalb auf ein besseres Ende für Deutschland: "Ich hoffe, ich bin der, der nach dem Spiel die Sprüche drückt, sonst kann ich mir das in einem Jahr noch anhören", sagte er mit einem Lachen. Im Familienchat bei Snapchat geht das Duell weiter. "Es ist schon gut, dass es zwei Seiten vom Familienchat gibt. Einmal den Norwegischen und dann mehr auf meiner Seite den Deutschen", berichtete Dahmke. "Die Norweger sind schon ein stolzes Land, das kann man, glaube ich, so festhalten. Es wird zwar schon gratuliert, sollten wir den besseren Ausgang in dem Spiel haben, aber mit ein bisschen weniger Euphorie." Ehefrau als TV-Expertin Ebenfalls mit von der Partie sein wird Dahmkes Ehefrau Stine – jedoch in anderer Rolle. Nach dem Gewinn der olympischen Goldmedaille mit Norwegen in Paris 2024 hatte sie ihre Karriere beendet. Seither arbeitet die frühere Welthandballerin als Expertin für das norwegische Fernsehen und wird nun auch die Partie gegen Deutschland begleiten. "Zu wissen, dass Stine oben im Studio sitzt, alles schaut und versucht zu analysieren, was ich falsch mache, ist natürlich auch etwas Besonderes", sagte Dahmke über die besondere Konstellation. "Ich weiß, dass, was auch immer ich tue, sie netter zu mir sein wird, als ich es verdiene." Wem sie die Daumen drücke, habe er sich allerdings noch nicht getraut zu fragen, "weil ich die Antwort nicht hören will", so Dahmke mit einem Augenzwinkern. "Ich denke, es ist okay in ihrem Job, dass sie Norwegen etwas die Daumen drückt, aber ich weiß, dass sie tief im Inneren auch ein kleiner Deutschland-Fan ist", erzählte Dahmke weiter. "Ich hoffe schon, dass ich im Kopf-an-Kopf-Rennen am Ende die Nase vorn habe." Der Expertenjob seiner Frau hat dabei auch private Vorteile, denn er ermöglicht ihm, sie und seine Tochter, die im vergangenen Sommer geboren wurde, auch während des Turniers zu sehen. "Wenigstens manchmal sehe ich sie", sagte Dahmke. Sie seien schon einmal im Teamhotel zu Besuch gewesen, "was sehr schön war, weil es schon fast drei Wochen gewesen sind." Vor allem in dem jungen Alter seiner Tochter seien drei Wochen eine lange Zeit. "Und ich hoffe, ich bekomme nochmal die Chance." Wenn er seine Familie sehe, spiele der Handball auch mal kurz keine Rolle. "Man kommt dann gut raus aus dieser Bubble, wenn man sich sieht. Dann ist Handball direkt weg. Das ist der schöne Aspekt", sagte Dahmke. Am Samstag gilt der volle Fokus aber 60 Minuten wieder vollends dem Handball – und dem Sieg im Familienduell.

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