Löwen gegen TBV Lemgo: Spitz auf Knopf mit 23:24 verloren
Von Tillmann Bauer
Heidelberg. Die Konkurrenz hat im Kampf um die Europapokal-Teilnahme noch mal die Tür aufgemacht – die Rhein-Neckar Löwen konnten am Donnerstagabend aber (noch) nicht durchgehen.
In der Handball-Bundesliga gab’s für die Mannschaft von Trainer Ljubomir Vranjes trotz großer Moral eine knappe 23:24 (13:14)-Auswärtsniederlage im Lipperland beim TBV Lemgo.
"Letztendlich war’s am Ende Spitz auf Knopf", meinte Rekordspieler Patrick Groetzki am Sky-Mikrofon: "Wir versuchen jetzt noch so viele Punkte wie möglich zu holen und schauen dann, was dabei raus kommt."
Nun ja – der starke Lauf von zuletzt vier Siegen in Serie ist erst mal passé.
Und das war an diesem Abend besonders bitter, weil zum einen in dieser Begegnung deutlich mehr drin war und zum anderen, weil die Konkurrenz um die internationalen Plätze weiter schwächelt.
So hat die HSG Wetzlar (Platz 6) ihr Heimspiel mit 26:30 gegen den HC Erlangen verloren und auch Frisch Auf! Göppingen (5) musste sich daheim gegen den HSV Hamburg mit 24:28 geschlagen geben. Bei drei verbleibenden Saison-Spielen in Göppingen, gegen Kiel und in Magdeburg wird’s für die Löwen (8) nun nicht leichter, noch auf den sechsten Tabellenplatz zu springen. Der könnte ja bekanntlich für Europa reichen, falls der SC Magdeburg die EHF European League gewinnt.
Alles hypothetisch. Die Realität sah in Lemgo so aus: Die zuletzt so überragenden Löwen-Torhüter brauchten diesmal ihre Zeit, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Mikael Appelgren (3 Paraden/23 Prozent gehaltene Bälle) wurde früh ausgewechselt, Joel Birlehm (7/37) steigerte sich nach der Pause, setzte Akzente, hielt unter anderem einen Strafwurf und machte ein gutes Spiel.
Deutlich Luft nach oben gab’s im Angriff. Gegen eine extrem offensive 5:1-Deckung schaffte es der Löwen-Rückraum – mit Albin Lagergren und Niclas Kirkelokke waren häufig beide Linkshänder dabei – nur sporadisch, gute Wurfmöglichkeiten herauszuspielen. Auch Groetzki gab danach zu: "Man muss ehrlicherweise sagen, dass das heute nicht so gut geklappt hat, wie zuletzt."
In einem sehr unterhaltsamen Spiel, in dem Lemgo immer mal wieder deutlicher führte (19:15/40. Minute und 22:18/48.), sich die Löwen aber nie abschütteln ließen, machten es die Badener in den Schlussminuten noch mal spannend. Kirkelokke erzielte sowohl den 22:21-Anschlusstreffer (55.) als auch das 22:22 (56.) – die letzte Chance zum erneuten Ausgleich 40 Sekunden von Schluss vergab Junglöwen-Linksaußen Lion Zacharias aus spitzem Winkel.
Dann ging’s schnell in die Kabine. Da wird sich rumgesprochen haben, was in den anderen Bundesliga-Hallen so los war – der Kampf um Europa bleibt also eng. Oder: Spitz auf Knopf.
Lemgo: Elisson 7/2, Simak 2, Carlsbogard 4, Guardiola 2, Zerbe 2, Suton 4, Schagen 2.
Löwen: Schmid 5, Kirkelokke 3, Kohlbacher 7, Helander 2, Groetzki 2, Lagergren 1, Horzen 1, Knorr 1.
Strafminuten: Simak 2, Guardiola 2, Suton 2 – Kirkelokke 4, Lagergren 2.
Stenogramm: 1:2 (5.), 5:3 (10.), 6:6 (15.), 9:8 (20.), 11:10 (25.), 14:13 (Halbzeit), 15:14 (35.), 18:15 (40.), 20:17 (45.), 22:19 (50.), 22:21 (55.), 24:23 (Ende).
Zuschauer: 2700.

