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Rhein-Neckar Löwen: Nach 20 Minuten entschieden

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Von Tillmann Bauer

Heidelberg. Die ersten Pfiffe gab’s nach einer Viertelstunde, fünf Minuten später schrie ein Fan in die mucksmäuschenstille Merkur Arena sogar laut "Aufhören!".

Er und die anderen rund 1000 Zuschauer hatten genug gesehen. Die sehr gut aufgelegten Bundesliga-Handballer der Rhein-Neckar Löwen führten nämlich zu diesem Zeitpunkt bereits mit 14:4 (!) bei TuS-Nettelstedt Lübbecke – die Begegnung beim extrem harmlosen Tabellenletzten war da längst entschieden.

Die TuS-Fans waren bedient.

Letztendlich entwickelte sich der 29:22 (18:9)-Auswärtssieg für die noch immer personalgebeutelte Mannschaft von Trainer Ljubomir Vranjes – zumindest Ymir Örn Gislason und Nikolas "Katze" Katsigiannis kehrten in den Kader zurück – im zweiten Abschnitt zu einem besseren Trainingsspielchen.

"Wir haben die ersten 15, 20 Minuten eine sehr gute Abwehr gespielt", meinte Benjamin Helander. Der finnische Linksaußen durfte ans Sky-Mikrofon (und antwortete dort auf passablem Deutsch), weil er ein gutes Spiel machte und sieben Treffer erzielte. Er sagte: "Dadurch konnten wir viele einfache Gegenstoß-Tore erzielen." Tatsächlich – eine starke Defensive, ein guter Torwart Mikael Appelgren (8 Paraden/32 Prozent gehaltene Bälle), eine meist konsequente Chancenverwertung und ein zielstrebiges Tempospiel sorgten für einen gelungenen Löwen-Sonntagnachmittag an dem Spielort, an dem man sich 2016 erstmals zum Deutschen Meister krönte.

Für die Badener war’s (nach dem Erfolg am Donnerstag in Leipzig) der dritte Ligasieg in Folge, Lübbecke hat mittlerweile 13 Spiele in Serie verloren.

Was dieser trostlose Auftritt des Schlusslichts noch einmal verdeutlicht hat: Es braucht viel Fantasie, um sich vorzustellen, dass Lübbecke doch noch irgendwie den Klassenerhalt schafft. Der Angriff um Valentin Spohn (der früher bei der SG Leutershausen gespielt hat) wirkte ideenlos, es gab etliche technische Fehler, haarsträubende Fehlwürfe – all das wurde stets von den Löwen bestraft.

Genau wie der schnelle Helander traf auch Rekord-Löwe Patrick Groetzki auf der rechten Außenbahn siebenmal.

So stand’s nach fünf Minuten schon 5:0 für die Gelben, beim 9:3 (13.) hatte der zu Recht sehr unzufriedene TuS-Trainer Emir Kurtagic ("Fehlerfestival") schon zum zweiten Mal eine Auszeit genommen – in die Pause ging es mit einem 18:9-Polster.

Im zweiten Durchgang (der mit 11:13 verloren ging) verwalteten die Löwen den Vorsprung weitestgehend. Juri Knorr setzte erfrischende Akzente, Joel Birlehm parierte in den letzten neun Minuten gegen seinen Ex-Klub noch vier Bälle.

Nur einmal musste Coach Vranjes laut werden. Weil seine Jungs nach dem Wechsel den berühmten "Schlendrian" in ihr Spiel integrierten und innerhalb von sechs Minuten vier Gegenstöße kassierten, faltete er seine Schützlinge mit deutlichen Worten in einer Auszeit zusammen.

Wenige Minuten später konnten der Trainer und seine Spieler aber wieder strahlen. Helander meinte: "Wir haben jetzt zwei sehr gute Auswärtsspiele gemacht – das ist wirklich schön."

Ein treffendes Fazit!

Lübbecke: Dräger 2, Strosack 3, Skroblien 9/1, Mundus 1, Kontrec 1, Heiny 1, Mrakovcic 1, Spohn 3, Nissen 1.

Löwen: Groetzki 7, Helander 7/1, Kirkelokke 3, Horzen 3, Schmid 2, Knorr 5, Lagergren 2.

Strafminuten: Mrakovcic 2, Kontrec 2 – Gislason 2.

Stenogramm: 0:5 (5.), 3:8 (10.), 3:10 (15.), 4:14 (20.), 7:16 (25.), 9:18 (Halbzeit); 12:19 (35.), 13:19 (40.), 15:25 (45.), 16:26 (50.), 18:28 (55.), 22:29 (Ende).

Zuschauer: 1092.

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