Handball
News melden
Nachrichten

Rhein-Neckar Löwen: "Mama, Papa, irgendwann spiele ich da mal"

0 29

Heidelberg. (tib) Als Niklas Michalski am späten Sonntagabend aus der Umkleidekabine der Rhein-Neckar Löwen stiefelte, wirkte es fast so, als habe er gerade eine entspannte Yoga-Session hinter sich gebracht.

Nun ja – der 19-Jährige machte auf jeden Fall nicht den Eindruck, gerade sein Debüt in der Handball-Bundesliga gefeiert, geschweige denn einen nicht zu unterschätzenden Anteil am nervenaufreibenden 29:26-Heimsieg gegen die MT Melsungen gehabt zu haben.

Mit einer Seelenruhe stand Michalski da und beantwortete unsere Fragen langsam und bedacht (als würde er das jeden Morgen nach dem Aufstehen tun).

Also: Wie fühlt sich’s an, vor 3500 Menschen in der SAP Arena erstmals das Profitrikot übergestreift zu haben? "Unbeschreiblich", sagte Michalski: "In erster Linie bin ich aber dankbar, dass ich diese Chance bekommen habe."

Die gab’s, weil Rekordlöwe Patrick Groetzki erkältet daheim saß und der Vertrag mit Mamadou Diocou bekanntlich schon im Winter aufgelöst wurde. Michalski war quasi der einzige Rechtsaußen im Kader – und musste sich gleich über die gesamte Spielzeit von 60 Minuten auf der großen Bühne beweisen.

Gleich zweimal konnte er sich bei seinem Debüt in die Torschützenliste eintragen, zweimal scheiterte er aber auch am starken Melsunger Schlussmann Nebojsa Simic.

Dennoch, die Erfolgsstory im Nachwuchs geht weiter: Besonders Jugendkoordinator Daniel Haase und Drittliga-Coach Michel Abt wird’s freuen, wie viele Jungs aus der Junglöwen-Talentschmiede in den vergangenen Wochen (auch aufgrund vieler verletzter Profis) ihre Chance in der Bundesliga bekommen haben. Übrigens: Noch unmittelbar vor dem Spiel gab’s von Groetzki die besten Wünsche per WhatsApp. Michalski strahlte: "Da bin ich sehr dankbar, dass er das macht. Für mich als jungen Spieler ist es eine riesige Erfahrung, mit den großen Spielern im Austausch zu sein." Genau wie die beiden Linksaußen Lion Zacharias (18) und David Moré (17) ist auch Michalski eigentlich in der Jugend-Bundesliga und beim Drittliga-Team im Einsatz.

Besonders: Michalski ist quasi ein "echter" Löwe. Er ist in Mannheim-Rheinau aufgewachsen und wohnt dort immer noch.

Er erinnert sich: "Früher bin ich immer mit meinen Eltern an der Arena vorbeigefahren. Da war ich noch ganz klein. Dann habe ich gesagt, Mama, Papa, irgendwann spiele ich da mal. Und jetzt ist der Traum wahrgeworden."

So groß der Traum auch war, Niklas Michalski ist alles andere als ein Träumer – vielmehr ein sehr helles Köpfchen. Auch deshalb weiß er, dass vor dem Erfolg meist harte Arbeit steht.

"Feiern? An einem Sonntag? Weiß ich nicht", sagte er: "Wir trainieren ja in dieser Woche wieder viel – auch in der Jugend."

Welch vorbildliche Einstellung!

Comments

Комментарии для сайта Cackle
Загрузка...

More news:

Read on Sportsweek.org:

Andere Sportarten

Sponsored