3. Handball-Liga: Leutershausens Sieg gegen Großsachsen war nie in Gefahr
Von Tillmann Bauer
Hirschberg. Das Wochenende ist rum, wer freut sich schon auf Montag? Niklas Ruß!
Der Kapitän der SG Leutershausen kann sich quasi nicht vor Gründen retten, warum er voller Freude in die neue Woche starten darf.
"Nikl", wie er gerufen wird, feiert diesen Montag seinen 31. Geburtstag und wurde von seinen Kollegen passenderweise schon am Sonntagnachmittag beschenkt. Von den Drittliga-Handballern gab’s im großen Hirschberg-Derby einen starken und niemals gefährdeten 32:24 (16:10)-Sieg gegen den TV Germania Großsachsen. "Das ist ein sehr schönes Geburtstagsgeschenk, das ich da im Voraus bekommen habe", sagte Ruß zur RNZ: "Schöner geht’s nicht."
Besser in eine Begegnung zu starten, ist ebenfalls kaum möglich. Jeder der 600 Zuschauer – darunter auch Neu-Nationalspieler Hendrik Wagner – spürte das Feuer der Roten, als der Anpfiff ertönte und merkte schnell, welche Mannschaft sich momentan Spitzenteam und welche eher Abstiegskandidat nennen muss.
In Zahlen drückte sich das so aus: Nach sieben Minuten führte die SGL mit 5:0, nach einer Viertelstunde 10:2 – zur Pause stand’s 16:10.
"Wir haben einfach gut Abwehr gespielt", sagte Ruß, der sieben Siebenmeter warf und sieben Siebenmeter traf: "Alles, was durchkam, hat dann Alex gehalten." Weil Alexander Hübe mit stolzen 38 Jahren und insgesamt elf Paraden das Publikum begeisterte, dauerte es nur wenige Minuten, bis es trotz Maskenpflicht von der Tribüne schallte: "Hübe, Hübe, Hübe."
Dass Großsachsen angeführt von Max Hartz und Maximilian Kehlenbach tapfer kämpfte, änderte nichts an dem Umstand, dass das Ortsderby sehr früh entschieden war. Spätestens, als Max Rolka für die SGL zur zwischenzeitlichen Zehn-Tore-Führung (23:13/40.) getroffen hatte, war die Messe gelesen.
Deutlich war das Ergebnis, deutlich waren auch die Worte der Trainer.
Großsachsens Stefan Pohl hielt sich kurz und meinte: "Leutershausen war in allen Belangen besser. Torhüter, Abwehr, Chancenauswertung. Glückwunsch."
Leutershausens Marc Nagel entgegnete: "Großer Respekt an mein Team, wie ernst es dieses Spiel genommen hat. Das macht Spaß. Ich bin glücklich über die letzten Wochen."
Für seine Jungs war es mittlerweile der siebte Sieg in Serie. Während man deshalb nur von einer verdienten Winterpause sprechen kann, steht der TVG Großsachsen noch vor einer letzten Aufgabe für dieses Jahr. Kommendes Wochenende spielen die Gelben gegen die SG Pforzheim/Eutingen.
Schließen wir also mit dem Geburtstagskind. An diesem Montag ist für Niklas Ruß zwar trainings-, nicht aber schulfrei. Der angehende Lehrer grinst: "Ich hab’ aber nur Nachmittagsunterricht. Da kann ich ausschlafen."
Aufwachen wird er als Derbysieger. Welch ein Wochenstart!
Leutershausen: Bauer 2, Bitz 4, Ruß 7/7, Schreiber 2, Ullrich 3, Scholz 7, Rolka 6, Ruf 1.
Großsachsen: Weindl 1, Kupijai 2, Buschsieper 2/1, Hartz 9/3, Kehlenbach 5, König 1, Schüler 1, Bestrich 2, Reidenbach 1.

