Handball
News melden
Nachrichten

SG Leutershausen: Kreisläufer im Tor und Mathelehrer auf der Bank

0 36

Von Tillmann Bauer

Leutershausen. Dass Marc Nagel Mathelehrer ist, verheimlicht er nicht – kann er sowieso nicht. Bei der offiziellen Saison-Auftaktpressekonferenz der Drittliga-Handballer der SG Leutershausen beantwortete Nagel die Frage, ob seine Roten Teufel denn in die 2. Handball-Bundesliga aufsteigen wollen, so: "Das ist ja ganz einfach. Es gibt 82 Mannschaften, zwei steigen auf – da ist die Wahrscheinlichkeit nicht ganz so hoch."

Geschickt ausgewichen. Der ambitionierte Traditionsverein, der auf das idyllische Weingut Teutsch eingeladen hatte, will zunächst auf sich selbst schauen.

Wenn diesen Samstag (19 Uhr) die neue Spielzeit mit einem Auswärtsspiel bei der TGS Pforzheim beginnt, geht’s direkt ans Eingemachte. Schließlich ist der Modus neu: Diesmal spielt Leutershausen mit nur elf weiteren Klubs in der Staffel F – wird man mindestens Sechster, qualifiziert man sich für die Aufstiegs-, gelingt das nicht, droht eine Abstiegsrunde.

"Schaut man nur aufs Papier, ist unser Kader stärker als vergangenes Jahr", sagt Niklas Ruß zur RNZ. Der Kapitän ist sich sicher: "Die Liga ist ausgeglichen. Wir können nicht langsam reinkommen – es gibt keine Selbstläufer."

Sechs Abgängen – Matthias Schwalbe (Ahlen), Yannick Muth (Friesenheim/Hochdorf), Lukas Wichmann (Junglöwen), Lukas Köder (Konstanz), Manel Cirac (Friesenheim/Hochdorf) und Philipp Jaeger (vereinslos) – stehen sieben Neue gegenüber.

So wird Zweimeter-Koloss Lars Röller (Balingen) in Abwehr und Angriff eine zentrale Rolle übernehmen. Nagel sagt über den Kreisläufer: "Lars ist eine echte Bereicherung. Er kann uns vorne und hinten wirklich weiterhelfen und ist flexibel einsetzbar." Der Trainer scherzt: "Nur im Tor müssen wir ihn noch testen."

Was nicht zu erwarten war: Beim Testspiel gegen Kirchzell brach sich Jonathan Scholz, der vom Ex-Erstligisten Eulen Ludwigshafen kam, die Mittelhand. Er wurde operiert und wird noch mindestens zwölf Wochen fehlen.

Heißt: Das erste Heimspiel der Roten Teufel, das auf den 11. September angesetzt ist, wird "Johnny" definitiv nur als Zuschauer erleben.

Apropos: Auch wenn für die kommende Woche noch ein abschließendes Gespräch mit dem Ordnungsamt angesetzt ist, gehen die Verantwortlichen um Geschäftsführer Tobias Kleine-Nathland davon aus, die Heinrich-Beck-Halle unter Einhaltung der 3G-Regel voll auslasten zu dürfen. Dass die Masken auf den Tribünen permanent aufbehalten werden müssen, sei Voraussetzung.

Zu den Finanzen: "Durch Gehaltsverzicht, Mithilfe der Sponsoren und Ehrenamt sind wir bisher doch ganz glimpflich durch die Krise gekommen", sagt Kleine-Nathland: "Der Dauerkartenverkauf ist aber leider noch recht verhalten."

Zurückhaltend sind auch die SGL-Verantwortlichen, wenn’s um die Nennung der Ligafavoriten geht. "Wenn ich zwei starke Teams auswählen soll, dann spielen sicher Pforzheim/Eutingen und die Rhein-Neckar Löwen II oben mit", sagt Nagel: "Wir selbst schauen aber nur von Spiel zu Spiel."

Der typisch rationale Mathelehrer.

Comments

Комментарии для сайта Cackle
Загрузка...

More news:

Read on Sportsweek.org:

SV Lokomotive Rangsdorf e. V.
TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck
Wünsdorfer Wölfe
Handball-Verband Sachsen-Anhalt e. V.
Wünsdorfer Wölfe

Andere Sportarten

Sponsored