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Hakan Günes verpflichtet: Sandhausen hat einen neuen Bürgermeister

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Von Lukas Werthenbach

Sandhausen. Die vielleicht größte Überraschung an diesem Abend spielte sich nach dem offiziellen Teil auf dem Platz vor der Festhalle ab: In Trikots und Trainingskleidung gekleidet empfingen die jubelnden Handballer des SC Sandhausen im Spalier ihren Vereinskameraden Hakan Günes (CDU). Der 27-jährige Jurist trug beim Verlassen der Halle Anzug und Amtskette – gerade war er vor rund 130 Menschen auf sein Amt als Bürgermeister Sandhausens verpflichtet worden. Günes löst nach seinem Wahlsieg im Mai im zweiten Durchgang mit knapp 53 Prozent bekanntlich den nach 16 Jahren im Amt nicht mehr angetretenen Georg Kletti (CDU) ab.

Damit neigte sich der erste Tag in Günes’ Amtszeit bereits dem Ende zu, als er am Donnerstagabend offiziell vereidigt wurde. Zur Veranstaltung mit Maskenpflicht in der Festhalle waren neben etwas weniger als 50 Zuschauern auch 85 geladene Gäste gekommen – darunter Stephan Harbarth (CDU), Präsident des Bundesverfassungsgerichts, der mit Kletti befreundet ist, die Landtagsabgeordneten Christiane Staab (CDU) und Norbert Knopf (Grüne) sowie das ehemalige Landtagsmitglied Karl Klein (CDU). Zudem wohnten der von der Musikschule Südliche Bergstraße umrahmten Amtsübergabe zahlreiche Gemeinderäte, Alt-Gemeinderäte sowie frühere und amtierende Rathauschefs der Region bei.

Die Erste Bürgermeister-Stellvertreterin Eva Maria Eichler (CDU) führte durch den Abend, der sich in zwei Hälften gliederte: die Verabschiedung des "Bürgermeisters a.D." Kletti und die Amtseinführung seines Nachfolgers Günes. Beide hatten in der ersten Reihe Platz genommen. Aufgrund der Pandemie wurde – zum Bedauern vieler Anwesender – auf einen Umtrunk oder ähnliches verzichtet. So galt der Fokus umso mehr den Redebeiträgen.

Hier machte Eichler den Anfang, die als seit 1980 amtierende Gemeinderätin nach Walter Reinhard, Erich Bertsch und Georg Kletti mit Hakan Günes nun den vierten Rathauschef erlebt. Sie attestierte dem aus dem Amt Scheidenden "vorbildliche 16 Jahre", nicht zuletzt aufgrund seiner Voraussicht etwa mit Blick auf das Betreuungsangebot und zahlreiche Sanierungsprojekte. Auch hob sie Klettis besonderes Engagement in der Corona-Pandemie hervor, was demnach auch Landesinnenminister Thomas Strobl in einem Schreiben ans Rathaus gewürdigt hatte.

"Man kann etwas gestalten", hieß es in Klettis Fazit nach 16 Jahren an der Rathausspitze. Der 54-Jährige blickte mit "Wehmut" zurück, aber auch mit "Vorfreude auf etwas Neues" nach vorne. Kurz gab er auch Einblick in das, was dieses Amt für sein Privatleben bedeutet habe: "Für meine Familie, die meine politischen Ambitionen miterlebt hat, war das nicht leicht." Kinder und Ehefrau seien "mitbetroffen", wenn man in der Öffentlichkeit stehe: "Sogar auf die Kinder kommen bestimmte Erwartungen zu, ohne dass sie selbst ein Mandat erhalten haben." Zwar habe "alles immer auch seinen Preis" – doch es lohne sich trotzdem, sich in der Kommunalpolitik zu engagieren. Verabschiedet wurde Kletti mit einem langen und stehenden Applaus aller Anwesenden.

Die Verpflichtung und Vereidigung des neuen Bürgermeisters Günes nahm Uwe Herzog als Vorsitzender der CDU-Gemeinderatsfraktion vor. Noch davor wies er darauf hin: "Wir sind beide geimpft, werden die Maske abnehmen und das Ganze auch mit Handschlag besiegeln."

Günes zeigte sich "sehr berührt und unglaublich stolz" über das "Privileg" seines Amtes. Der bisherige Gemeinderat und "Sandhäuser Bub" betonte wie schon am Abend seines Wahlsiegs die Bedeutung einer fraktionsübergreifenden und konstruktiven Zusammenarbeit. Er freute sich zwar auf ein "solides Fundament", auf das er als neuer Bürgermeister bauen könne. Er habe aber auch schon im Blick, dass die Finanzmittel infolge der Corona-Pandemie künftig begrenzter seien. An Kletti gewandt versprach er "alles dafür zu geben", die von ihm hinterlassenen "großen Fußstapfen" möglichst "verantwortungs- und würdevoll" auszufüllen.

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