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Wegen Corona: Rhein-Neckar Löwen wollen Handballer womöglich nicht zu Länderspielen lassen (Update)

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Mannheim. (dpa) Aufgrund der Folgen der Coronavirus-Pandemie erwägt Handball-Bundesligist Rhein-Neckar Löwen, seine Nationalspieler womöglich nicht für Länderspiele abzustellen. "Es ist klar, dass wir niemand zu seiner Nationalmannschaft in ein Risikogebiet schicken können, der nach seiner Rückkehr nach Deutschland in Quarantäne müsste", sagte Geschäftsführerin Jennifer Ketteman und erklärte: "Stand jetzt verweigert niemand die Freigabe." Die Abstellungspflicht werde akzeptiert: "Wir befinden uns aber aktuell in einer weltweiten Ausnahmesituation und haben neben der wirtschaftlichen Verantwortung für unseren Club auch eine gesundheitliche Verantwortung für unsere Spieler."

Die nächsten Länderspiele sind für Anfang November angesetzt. Hintergrund ist, dass der "Spiegel" am Donnerstag berichtet hatte, dass die Bundesligisten von den Verbänden eine Garantie verlangen, dass die Nationalspieler nach der Rückkehr von Länderspiel-Einsätzen nicht in Quarantäne müssen.

Update: Freitag, 23. Oktober 2020, 13.30 Uhr


Auch die zweite European-League-Partie fällt aus

Mannheim (dpa) Wegen mehrerer positiver Corona-Fälle beim Gegner wird auch das zweite Spiel der Rhein-Neckar Löwen in der neuen European League ausfallen. Das teilte der Handball-Bundesligist am Donnerstag mit. Das Auswärtsspiel war für kommenden Dienstag beim ungarischen Club Grundfos Tatabanya KC angesetzt.

Schon das Auftaktspiel der Löwen am Dienstag gegen RK Trimo Trebnje aus Slowenien war wegen eines Corona-Falls beim Gegner abgesagt worden. Beide Spiele sollen nach Angaben der Löwen nachgeholt werden.

Update: Donnerstag, 22. Oktober 2020, 12.44 Uhr


Sportchef Roggisch fürchtet nach Spielabsage keinen Saisonabbruch

Mannheim. (dpa) Der Sportliche Leiter des Handball-Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen, Oliver Roggisch, fürchtet trotz der aktuellen Corona-Zahlen und der Spielabsage am Dienstagabend keinen Saisonabbruch. "Man muss sich darauf einstellen, dass so etwas jetzt immer mal wieder passieren kann", sagte der 42-Jährige am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. "Wir tun alles dafür, dass die Saison so normal wie möglich durchgeführt werden kann. Je öfter Spiele verschoben werden müssen, desto enger wird es irgendwann im Terminplan. Wo das noch hinführt, ist schwer abzusehen. An einen Saisonabbruch denkt bei uns aktuell niemand."

Wegen eines Corona-Falls beim Gegner war die erste Partie der Löwen in der neuen EHF European League am Dienstag kurzfristig abgesagt worden. Die Entscheidung habe das Gesundheitsamt Mannheim getroffen, teilte der Club wenige Stunden vor dem geplanten Anpfiff der Partie gegen RK Trimo Trebnje mit. Zuvor war ein Teammitglied der Slowenen positiv auf das Coronavirus getestet worden. "Natürlich hätten wir lieber gespielt. Der Aufwand, der vor so einem Spiel betrieben wird, ist ja auch enorm", sagte Roggisch. "Aber die Gesundheit jedes Einzelnen geht vor, ganz klar." Wann beziehungsweise ob die Partie nachgeholt wird, steht noch nicht fest.

Update: Mittwoch, 21. Oktober 2020, 12.40 Uhr


Spiel der European League in Ungarn fällt wegen Corona aus

Mannheim. (dpa/lsw) Die Bundesliga-Handballer der Rhein-Neckar Löwen werden am 27. Oktober nicht in der European League bei Grundfos Tatabanya antreten. Beim ungarischen Erstligisten gibt es mehrere positive Corona-Fälle, wie ein Löwen-Sprecher am Mittwoch mitteilte. Eine Entscheidung durch den Europäischen Verband, ob oder wann das Spiel nachgeholt wird, liegt dem zweifachen deutschen Meister noch nicht vor.

Die Löwen starten am 20. Oktober mit einem Heimspiel gegen den slowenischen Club RK Trimo Trebnje in die Gruppenphase. Die weiteren Gegner lauten Kadetten Schaffhausen (Schweiz), GOG Gudme (Dänemark) und HC Eurofarm Pelister (Nordmazedonien).

Update: Mittwoch, 14. Oktober 2020, 17.18 Uhr


Mannheim. (tib) Kevin Gerwin überlegte kurz und machte es dann doch. Es war in der zwölften Minute, als der Hallen-Sprecher der Rhein-Neckar Löwen zum Mikrofon griff, um ein spezielles Tor in einer speziellen Atmosphäre anzusagen. Im Qualifikations-Rückspiel zur EHF European League gegen TTH Holstebro, das man mit 26:27 verlor und sich dadurch dennoch für die Gruppenphase qualifizierte, hatte gerade Rafael Baena – der spanische Kreis-Koloss – sein erstes Tor nach seiner überraschenden Rückkehr zu den Mannheimern erzielt. So machte es Sprecher Gerwin, wie er es immer macht, wenn ein Löwe den Ball in den Maschen versenkt. Er sagte: "Getroffen hat unsere Nummer 28 – Rafael Baena." Kurze Pause, dann schob er nach: "olé!"

Der Ausruf, der normalerweise von den Zuschauern durch die Halle geschmettert wird, schallte über die verwaisten Tribünen – die SAP Arena war menschenleer. Es war ein komisches Szenario, aber eines, an das man sich wohl erstmal gewöhnen muss.

"Das war eine komische Situation", sagte Baena: "Diese Saison ist generell komisch – wir müssen konzentriert sein, weil jedes Spiel in dieser Halle so kalt wird." Was er damit meinte, war die Emotionskälte – schließlich gab es am Dienstag keinen Schub von den Zuschauern, als es im Angriff nicht so lief, wie man sich es vorgestellt hatte. So waren bisher während der Vorbereitungs-Spiele in Stuttgart, Ludwigsburg oder Göppingen immer knapp 500 Menschen in der Halle – bei Geisterspielen gibt es dagegen nur die Mannschaft und den Gegner. Damit umzugehen, muss man in Mannheim erst lernen.

Die Löwen spielten schwach, leisteten sich unzählige technische Fehler und verwarfen – wie schon im Hinspiel im dänischen Holstebro – einen freien Ball nach dem anderen. Ein Signal von den Zuschauern konnte nicht kommen. So musste Jannik Kohlbacher einspringen. Der verletzte Kreisläufer war einer der wenigen Menschen, die in die Halle durften; er fieberte am Spielfeldrand mit. Er sah, dass Routinier Alexander Petersson erstmals in dieser Saison auf Rechtsaußen zum Einsatz kam und auch Neuzugang Mait Patrail sein Debüt im Löwen-Trikot feierte: "Die leere Halle ist ein Grund mehr, die Jungs anzufeuern. Ich glaube, in der riesigen SAP Arena geht das leider etwas unter – aber ich habe auf jeden Fall alles gegeben." Dann atmete Kohlbacher tief durch: "Man kann aber nur hoffen, dass dieser Spuk bald vorbei ist."

Nun wird erstmal abgewartet. Auf wen die Löwen in der erreichten Gruppenphase treffen, entscheidet sich in der Auslosung am heutigen Donnerstag. Sportlich geht es am Sonntag (16 Uhr) richtig zur Sache – dann treffen die Löwen im nächsten Geisterspiel zum Bundesliga-Auftakt auf den TVB Stuttgart. Trainer Martin Schwalb warnt: "Die sind brandgefährlich in jedem Spiel – aber das macht den Reiz ja auch aus."

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