MAZ: Adler auf Achse
6200 Kilometer reist der VfL Potsdam in dieser Saison
3. Handball-Liga Nord-Ost: Der 48-jährige Bernd Graupner chauffiert den VfL-Tross bis auf zwei Ausnahmen zu den 15 Auswärtsspielen.
Eine Busfahrt die ist lustig, eine Busfahrt, die ist schön – vor allem, wenn man zwei Punkte im Heimgepäck hat. Eben jenes Ziel haben sich die Drittliga-Handballer des 1. VfL Potsdam für ihre Auswärtsspiele auf die Fahnen geschrieben. Die ersten zwei Zähler in der Fremde sollen bereits am Sonnabend (18.30 Uhr) eingefahren werden, wenn die Schützlinge von Trainer Daniel Deutsch, die beim 26:26-Auftaktremis gegen Hildesheim einen Punkt verschenkten, in Hamburg-Barmbek gefordert sind.
Neben den Spielern und dem Trainerstab ist auch Bernd Graupner eine wichtige Personalie, wenn es für die Adler auf weite Reise geht. Der 48-jährige Berufskraftfahrer chauffiert den VfL-Tross seit zweieinhalb Jahren durch den Nordosten der Nation, mit Handball hatte der gebürtige Potsdamer aber bis dato nichts zu tun. „Früher habe ich geturnt und Volleyball gespielt. Auch ins Kanuboot bin ich gestiegen, da hinten in Pirschheide“, verrät Graupner, dessen Verbundenheit zu den Handballern in den letzten 30 Monaten aber deutlich gestiegen ist: „Da ich von hier komme, kann ich mich mit dem Verein identifizieren und bin mittlerweile auch zum echten Fan geworden.“
Genau 6200 Kilometer (von der MBS-Arena bis zur jeweiligen Spielstätte) legen die Potsdamer in den 15 Auswärtsspielen in der Saison 2019/20 zurück, Bernd Graupner nimmt bis auf zwei Ausnahmen immer hinter dem Steuer Platz: „Zu den Derbys bei den Füchsen und in Oranienburg wird anders gereist. Ansonsten sind wir ein eingespieltes Team, ich schaue mir dann auch gerne die Spiele vor Ort an. Die Jungs sind pflegeleicht und wissen sich zu benehmen“, lobt Graupner.
Den respektvollen und unkomplizierten Umgang kann Christian Schwarz bestätigen. „Die Hinfahrt wird ruhig verbracht, der eine schläft, der andere hört Musik. Je nach Anwurfzeit essen wir unterwegs auch noch Mittag oder es gibt Kaffee und Kuchen. Grundsätzlich wollen wir immer anderthalb bis zwei Stunden vor Spielbeginn da sein“, verrät der 31-jährige Kreisläufer, der in seine fünfte Saison mit den Adlern geht und schon einige Busfahrten hinter sich hat: „Nach einem Erfolg ist die Stimmung natürlich ausgelassen, die Musik dementsprechend auch lauter.“ Um das Siegerbier muss sich auch nicht gekümmert werden: „Meist haben wir schon eine Kiste dabei.“
Von der Potsdamer MBS Arena bis zur Sporthalle Wandsbek, wo die Adler am Sonnabend gefordert werden, sind es 280 Kilometer. Mit zwei Punkten im Gepäck wäre also genug Zeit für das eine oder andere Kaltgetränk auf der Rückfahrt.
Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung, Böttcher, Marius (2019) (https://www.sportbuzzer.de/artikel/adler-auf-achse-6200-kilometer-reist-der-vfl-potsdam-in-dieser-saison/) [27.08.2019]

