Rhein-Neckar Löwen: So lief der Startschuss in die Saisonvorbereitung (Update)
Von Tillmann Bauer
Mannheim. Die Rhein-Neckar Löwen wollen hoch hinaus. Vielleicht war das auch der Grund, warum der Handball-Bundesligist seine traditionelle Saisoneröffnungs-Pressekonferenz nicht - wie gewohnt - im Kronauer Sportzentrum abgehalten hat, sondern im noblen "Le Corange"-Sternerestaurant in luftiger Höhe mit Rundumblick über die Dächer Mannheims.
Höhenangst scheinen weder die vier Neuzugänge - Uwe Gensheimer, Niclas Kirkelokke, Romain Lagarde und Tim Ganz - noch der neue Cheftrainer Kristján Andrésson zu haben; sie alle wirkten bei ihrer Vorstellung entspannt und voller Tatendrang. "Ich war schon morgens um sechs Uhr wach vor lauter Aufregung", sagte Gensheimer. Der Rückkehrer von Paris St. Germain hatte das gewohnte Lächeln auf den Lippen, vermutlich, weil der schlimmste Teil des gestrigen Tages zu diesem Zeitpunkt schon vorüber war. Morgens stand nämlich Laufen auf dem Trainingsplan. Gensheimer lachte: "Ich habe die Halle in Kronau ohne Schwierigkeiten gefunden." Jetzt könne man starten.
Dieser Auffassung ist auch der Isländer Kristján Andrésson, der es trotz fortgeschrittener Deutsch-Kenntnisse noch bevorzugte, seine Begrüßungsansprache auf Englisch zu halten. "Die Löwen haben in den vergangenen Jahren gezeigt, was sie leisten können. Wir wollen in allen drei Wettbewerben oben mitspielen." Dabei soll seine ruhige Art helfen: "Ich bin sowohl auf der Bank als auch als Mensch eher introvertiert." Oliver Roggisch deutete an, dass der neue Übungsleiter vielleicht nicht so explosiv wie sein Vorgänger sei, auch wenn das im direkten Vergleich mit Nikolaj Jacobsen kein Kunststück ist.
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Genaue Ziele wollte noch niemand nennen. Zuerst, so Andrésson, wolle man sich gegenseitig besser kennenlernen und dann gemeinsam als Team definieren, wo man hinwolle. Roggisch: "Es bringt nichts, wenn ich oder Jenni (Geschäftsführerin Jennifer Kettemann Anm. d. Red) irgendwelche Ziele vorgeben, ohne dass die Mannschaft darin involviert ist." Unbestritten ist aber, dass gerade die Neuzugänge nach Mannheim gekommen sind, um Titel zu holen. "Ich habe noch nichts in meiner Karriere gewonnen, da ist es klar, dass ich dieses Ziel habe", lachte Kirkelokke. Der dänische Rückraumspieler informierte sich umfangreich über seinen neuen Arbeitgeber, schaute Spiele im Fernsehen und tauschte sich mit Ex-Coach Jacobsen und Mannschaftskollege Mads Mensah Larsen im Nationalteam aus: "Ich habe nur Gutes gehört. Was ich jetzt aber alles schon gesehen habe, ist noch viel größer und professioneller, als ich dachte."
Als professionell könnte man auch bezeichnen, dass er und Romain Lagarde fleißig deutsch lernen, um sich schnell integrieren zu können. Kirkelokke bekräftigte, dass er schon viel verstehe, wenn man langsam und deutlich spreche - auf dem Level seines Vorgesetzten Andrésson, der sechs Jahre in der Schule deutsch lernte und im vergangenen Jahr mit einem Privatlehrer in Schweden wieder einstieg, sei er aber noch nicht. Andrésson: "Die Schwierigkeit lag darin, dass ich die deutsche Sprache in Schweden nicht in meinem Alltag gebraucht habe. In zwei bis drei Monaten wird das dadurch jetzt noch besser werden." Mit seinen Nachbarn in Walldorf verstehe er sich aber gut: "Die sind alle sehr freundlich zu mir. Jetzt konzentrieren wir uns auf das Sportliche. Wenn ich irgendwann die Sprache fließend spreche, ist das quasi wie mein erster Titel."
Wie einen gewonnenen Pokal feierten die Löwen-Verantwortlichen zudem den neuen Ausrüster-Vertrag mit Puma, der bis 2023 gilt. "Das passt - wir haben ja beide eine Raubkatze auf dem Hemd", lachte Roggisch. Vielleicht ist es ja auch ein positives Zeichen, dass sich der Sportartikel-Hersteller nur bei ausgewählten Vereinen engagiert und auf Klasse statt Masse setzt. Jüngstes Beispiel? Zuletzt sind die Dänen mit der Raubkatze auf der Brust unangefochten Weltmeister geworden. Auch wenn das für eine Vereinsmannschaft wie die Löwen nicht möglich ist, wurde klar - man will hoch hinaus.
Die Löwen sind los! Startschuss zur Saisonvorbereitung:#1team1ziel https://t.co/mhs9FAxR7N
— Rhein-Neckar Löwen (@RNLoewen) 16. Juli 2019
Update: Dienstag, 16. Juli 2019, 18.35 Uhr

