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Interviewt: Joe Boede

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Hallo Joe, zunächst möchte ich mit Dir über ein erfreuliches Ereignis sprechen: Der VfL hat die vorzeitige Vertragsverlängerung mit Dir bekanntgegeben…

Es freut mich sehr, dass man auch weiter auf mich setzt. Ich war etwas in Sorge und bin nun umso glücklicher, auch weiterhin bei meinem Heimatverein spielen zu dürfen.

Das klingt nach einer engen Verbundenheit.

Natürlich ist die Bindung der Spieler aus dem eigenen Nachwuchs stark. Wir haben alle als Jugendliche auch auf den Traum hintrainiert, in der MBS-Arena für die Männermannschaft des VfL auflaufen zu dürfen.

Woher stammst Du und wie kamst Du zum Handballsport?

Ich bin in Ludwigsfelde geboren und in Zossen aufgewachsen. Ich habe mich zunächst in der Leichtathletik versucht. Für diese Sportart bewarb ich mich auch auf der Sportschule, wurde aber nicht angenommen.

Beim Handballsport klappte es aber dann…

Ja, ich hatte in der 3. Klasse parallel mit dem Handballsport beim MTV Wünsdorf begonnen. Bei einem Turnier in Wünsdorf wurde ich von Detlef Doering entdeckt. Er teilte mir mit, dass es aus sportlicher Sicht für die Sportschule in Potsdam reichen würde. Und da es ärztlich und zunächst auch schulisch keine Probleme gab, wurde ich angenommen.

Was meinst Du in diesem Zusammenhang mit: „zunächst“ keine schulischen Probleme?

Die stellten sich in Potsdam bald ein. In allen Fächern sank ich um mindestens ein bis zwei Noten ab. Das hatte allerdings weniger mit gehobenen Anforderungen zu tun, als vielmehr mit meiner Faulheit, was das Lernen für die Schule betrifft. Später fing ich mich zum Glück aber.

Kann man das auch auf Deine Einstellung zum Handballtraining übertragen?

Nein, trainingsfaul bin ich ganz gewiss nicht. Ich gebe immer einhundert Prozent. Wobei ich schon zugeben muss, dass eine 38 Stunden Arbeitswoche mit den sportlichen Anforderungen für einen Drittligahandballer nicht einfach zu vereinbaren sind.

Du absolvierst derzeit eine Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik bei den Stadtwerken Potsdam. Wie sieht denn Dein Arbeitsalltag gewöhnlich aus?

Also: 5:50 Uhr Aufstehen, 6:15 Uhr Losfahren mit dem Fahrrad zur Arbeit, 6:30 Uhr Arbeitsbeginn, nachdem ich noch einen Tee (meist grün) getrunken habe. Dann bis 15:15 Uhr arbeiten. Variierend zwischen 18 und 20:00 Uhr Trainingsbeginn.

Wie könnte es nach der Ausbildung dort weitergehen?

In der nächsten Woche stehen erst einmal die Prüfungen an. Ich werde dann in weitere Bereiche der Stadtwerke reinschnuppern dürfen und kann mich anschließend für einen der Bereiche bewerben. Die Arbeitsmöglichkeiten sind vielseitig.

Zurück zum Handball. Nach dem schwächeren Auftritt gegen Magdeburg, gelangen Euch drei überzeugende Siege. Wie konntet Ihr den Schalter dermaßen umlegen?  

Nach dem Magdeburg-Spiel gab es natürlich beim kommenden Training eine heftige Ansage von Daniel Deutsch. Auch die anschließenden Trainingsübungen waren nur auf „Körperzerstören“ ausgelegt, ich meine damit: physisch intensiv. Aber natürlich haben wir auch viel über die Begegnung, auch über Einstellungsfragen diskutiert. Es darf nicht sein, dass so etwas passiert.

Anschließend gab es dann den überragenden Erfolg im Landesderby bei Oranienburg. Sicher auch mit entsprechend guter Stimmung bei der Rückfahrt im Bus?

Natürlich. Wobei ich in Sachen Feiern etwas zurückhaltender bin als andere.

Was bedeutet das?  

Ich lasse es eben etwas ruhiger angehen. Nicht umsonst ist eines meiner liebsten Hobbies, mit meinem Vater Angeln zu gehen. Bei den Rückfahrten von Auswärtsspielen entspanne ich lieber oder spiele mit Levi (Schwark) gemeinsam Nintendo Switch.

Welches Spiel denn aktuell?

Super Smash Bros.

Du hattest auch schon mit Verletzungen zu kämpfen und wurdest in diesem Zusammenhang einmal in der Zeitung zitiert: „Im Prinzip habe ich keine Angst, ich vertraue der Schraube und der Kraft des Metalls.“

Ja, das war keine so schöne Sache. Ich erlitt einen Mittelfußbruch. Nach der Heilung fing ich wieder mit dem Sport an, aber als es bereits richtig lief, brach die Verletzung erneut auf – und das einfach nur beim Geradeauslaufen.

Was denkt man dann?

Mist! Was mache ich jetzt? Ich hatte Gedanken, aufzuhören mit dem Leistungssport. Aber nach ein paar Gesprächen mit der Familie war klar: Ich war jetzt so lange auf der Sportschule. Das wollte ich nicht einfach aufgeben.

Eine letzte Frage: Besuchst Du auch manchmal noch Spiele Deines Heimatvereins? 

Wenn es die Zeit zulässt, sehr gern. Dann werfe ich auch ab und zu einen Blick auf die in der Halle in einem Schaukasten dargestellten Schulrekorde in der Leichtathletik. Meinen Namen findet man dort :- )

Danke für das Interview, Joe! 

Das Interview führte Jens Pichotta

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