TSV Rot: Neue Sportanlage bringt Aufbruchstimmung
St. Leon-Rot. (seb) "Wir müssen unseren Verein zukunftsfähig aufstellen", erklärte Michael Förderer vom TSV Rot. "Wir möchten Nachwuchs gewinnen, brauchen auch weitere Trainer, Betreuer und Schiedsrichter. Daher müssen wir moderne Trainingsbedingungen und einfach mehr Kapazitäten schaffen." Unter Federführung der Handballabteilung hat der TSV daher ein Großprojekt zur Neugestaltung der seit Jahren brachliegenden Kleinfeldanlage gestartet.
762.000 Euro werden investiert und in der jüngsten Gemeinderatssitzung hat der Verein eine gute Nachricht erhalten: Gewährt wird ein Zuschuss von einem Drittel der förderfähigen Kosten, 251.400 Euro. Auf eine vor einigen Jahren beschlossene Deckelung wurde verzichtet. Darüber hinaus wurde eine zinslose Zwischenfinanzierung des 100.000- Euro-Zuschusses vom Badischen Sportbund zugesagt.
Der Rat würdigte die Bedeutung des TSV mit seinen 1200 Mitgliedern und folgte der Argumentation, dass die Maßnahme "uneingeschränkt gemeinnützig" und "für den Vereinszweck unverzichtbar" ist. Aber vor allem wurde hervorgehoben, dass die neue Anlage nicht nur vom Verein genutzt werden kann: So läuft bereits eine Kooperation mit der benachbarten Parkringschule, die noch enger werden soll.
Was auf dem arg in die Jahre gekommenen Spielfeld in der Kirrgasse entstehen soll, erläuterte Michael Förderer gemeinsam mit seiner "rechten Hand" Uwe Kettenmann und dem "wichtigsten Mann", Kassier Karl-Heinz Linder. Dabei wiesen sie auf den desolaten Zustand des Platzes hin, auf sich ablösenden Belag, Buckel und Löcher im Untergrund, sich wölbende Begrenzungsmauern sowie Risse im Eternitdach der jahrzehntealten Pergola, durch die es hereinregnet. Auf dem Feld Handball zu spielen, ist aber nicht nur deswegen unmöglich: "Einen Gummiplatz nutzt heute kein Mensch mehr", erklärt Förderer, da bestehe zu große Verletzungsgefahr. Und so "liegt die Anlage seit acht Jahren brach. Nur zu Fasching und ein-zwei anderen Veranstaltungen im Jahr wird sie genutzt".
Das soll sich jetzt ändern. Während die Pergola abgerissen und der Gummiplatz abgetragen wird, sollen zwei Gebäude in der Mitte des Spielfelds, an gegenüberliegenden Seiten, entstehen. Das eine, sieben mal 27 Meter groß, wird Sanitärräume und den neuen Kraftraum beherbergen, einige Geräte konnte der Verein mithilfe von Sponsoren bereits besorgen. Natürlich steht der Raum dann dem gesamten TSV offen. "Kraft- und Fitnesstraining gehören heute fest dazu."
Genauso die Videoanalyse zur Vorbereitung auf Spiele: Die soll Förderer zufolge künftig im Schulungsraum im anderen, sechs mal 22 Meter großen Gebäude stattfinden. "Ohne geht es nicht mehr." Dort werden auch ein Geschäftszimmer eingerichtet und das Eltern-Kind-Turnen des TSV stattfinden, dem die bisher genutzte Mehrzweckhalle aufgrund der - erfreulich starken - Nachfrage zu klein geworden ist. Überhaupt verspricht Förderer sich eine Entzerrung und Optimierung der Trainingsabläufe des gesamten Vereins, wenn erst mehr Räume zur Verfügung stehen.
Die beiden Neubauten werden mit einem Dach verbunden, bewegliche Wände sollen ermöglichen, einen einzelnen, 30 mal 25 Meter großen Raum für Veranstaltungen zu schaffen. Der Rest der Kleinfeldanlage soll wieder sportlich genutzt werden: Ein "Beach" für Handballspiele auf Sand ("gut für Muskeln und Gelenke", so Förderer) und ein Rasenplatz sollen ober- und unterhalb dieser Gebäude angelegt werden.
Eine der wichtigsten Änderungen betrifft die Barrierefreiheit: Das gesamte Gelände wird um fast einen halben Meter angehoben und niveaugleich mit der Straße gemacht. Zusammen mit dem geplanten Behinderten-WC kommt der TSV damit den vielen Anfragen von Menschen im Rollstuhl oder mit einer Gehbehinderung nach, denen bisher erschwert bis unmöglich war, die Vereinsveranstaltungen zu besuchen.
"Die Leute sollen schon beim Vorbeifahren sehen: Da ist was Gescheites", so Förderers Wunsch. Viele Jahre war überlegt worden, was aus der Kleinfeldanlage werden soll, mehrere Entwürfe wurden erstellt und mit den Kosten abgewogen. In der Mitgliederversammlung mit 112 Anwesenden wurde dieses Konzept bei nur einer Gegenstimme angenommen - "und alle, die die Hand hoben, haben sich damit auch bereit erklärt, mit anzupacken". Für Michael Förderer war das "ein toller Moment": "Beim TSV herrscht Aufbruchstimmung."
"Wir versprechen uns von der neuen Sportanlage mehr Interesse an unserem Verein." Wenn vermehrt Kinder den Weg zum TSV finden, sind vielleicht auch mehr Eltern bereit, im Verein mitzuwirken und Verantwortung zu übernehmen - "jüngere Hände, die anpacken", seien hochwillkommen. "Freudig überrascht" zeigte man sich von der einhelligen, uneingeschränkten Förderung des Projekts durch den Gemeinderat. Für die großzügige Unterstützung der Gemeinde sei der TSV generell sehr dankbar, so Förderer. "Wir können uns hier in St. Leon-Rot ’von’ schreiben, so viel, wie die Gemeinde für ihre Vereine tut."
251.400 Euro von der Gemeinde, 100.000 vom Badischen Sportbund: Die restlichen 410.600 Euro muss der TSV aus Eigenmitteln aufbringen und hat daher eine Sponsorenaktion gestartet. Informationen gibt es unter www.tsvrot.de

