Handball
News melden
Nachrichten

Handball-Bundesliga: Roggisch sah das Unheil kommen

0 22

Von Daniel Hund

Nürnberg. Es war eine Reise in die jüngere Vergangenheit. Eine Rückkehr an einen Ort, an den die Rhein-Neckar Löwen nicht die besten Erinnerungen hatten: Arena Nürnberg, Endspurt der Saison 2017/18, gegen den HC Erlangen sollten zwei Punkte für den anvisierten Meister-Hattrick her. Am Ende wurde es nur einer. 25:25 hieß es nach 60 Nerven aufreibenden Handball-Minuten. Zu wenig.

Kurz darauf war Flensburg Meister und der Löwen-Tross im Tal der Tränen. Am Donnerstag sollte alles besser und Revanche genommen werden. So viel zum Plan, wenn da nur die Umsetzung nicht gewesen wäre. Denn es reichte wieder nicht: 23:23 (13:12) - wieder Unentschieden.

"Wir haben in der Abwehr ein sehr gutes Spiel gemacht, im Angriff haben uns dagegen die Ideen gefehlt", grübelte Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen: "Insgesamt ist es sehr ärgerlich, dass es nicht zu zwei Punkten gereicht hat."

Vor allem einer hatte etwas gegen ein gelbes Happy End: Nico Büdel. Er umkurvte die Löwen wie Slalomstangen, war nie zu kontrollieren. Seine neun Treffer sprechen eine eindeutige Sprache.

Rotieren war diesmal nicht. Jacobsen wollte unbedingt gewinnen und schickte die Elite aufs Feld. Nur eine Position überraschte etwas: Auf dem linken Flügel durfte Jerry Tollbring (23) ran, nicht Gudjon Valur Sigurdsson (39). Jugendliche Lockerheit für jahrzehntelange Erfahrung also. Dass im Frankenland Schwerstarbeit anstand, zeigte sich schnell. Auf der Platte langten die Erlanger ordentlich hin, spielten ohne Respekt, mit ganz viel Herz. Auf der Tribüne wurden derweil die Klatschpappen ausgepackt. Es schepperte ordentlich im Nürnberger Handball-Tempel.

Und die Löwen? Die taten sich schwer, vorne im Positionsangriff fehlte die Geschwindigkeit, die Idee für den einen entscheidenden Pass. Am eigenen Kreis lief es besser. Der Löwen-Innenblock um Gedeon Guardiola und Ilija Abutovic, fuhr die Pranken aus; flutschte dann doch mal einer durch, war Hexer Andreas Palicka mehrfach zur Stelle. In der 14. Minute war es Spielmacher Andy Schmid, der die erste Zwei-Tore-Führung besorgte (7:5).

Apropos Schmid, der traute sich wieder was zu, passte nicht nur, warf auch. Und wie der Schweizer das tat: Immer, wenn das Zeitspiel drohte, übernahm der Kapitän Verantwortung und zimmerte den Ball aus der zweiten Reihe unter die Latte. Vier Tore steuerte er bis zur Pause bei.

Das Problem: Trotz einer guten Leistung setzten sich die Löwen nicht ab, zwei Tore waren das Höchste der Gefühle. Beim 13:12 zur Pause war es nur noch eins. Beruhigend ist anders.

Kaum zurück, war Scharfschützen-Alarm im Löwen-Rückraum: Alexander Petersson bekam eine Pause, und Vladan Lipovina ließ den Ball fliegen. Sein erstes Tor steuerte er in der 44 Minute bei. In Kreisläufer-Manier versenkte der Rechtshänder den Ball aus sieben Metern. Längst hatte Jacobsen da schon die Taktik umgestellt. Sieben Feldspieler sollten es richten, Lücken reißen, für einfache Tore sorgen. Die fielen zwar, aber hinten schlug es eben auch immer wieder ein - und so kam es, wie es kommen musste: Mit einem 19:19 ging es in die letzten zehn Minuten. Oliver Roggisch, der Sportliche Leiter der Löwen, wippte unruhig auf seinem Stuhl hin und her. Der lange Blonde sah das Unheil kommen …

Weiter geht es für die Löwen bereits am Samstag beim ruhmreichen FC Barcelona. Anwurf ist um 17.30 Uhr.

Stenogramm: 2:1, 4:2, 4:5, 5:7. 7:7, 8:10, 10:12, 12:13 (Halbzeit) 13:13, 13:15, 17:19, 19:19, 19:21, 21:21, 22:23, 23:23.

Erlangen: Haaß 1, Büdel 9, Bissel 3, Steinart 4, Thümmler 4, Schröder 2.

Rhein-Neckar Löwen: Schmid 5, Lipovina 2, Tollbring 4/3, Mensah Larsen 2, Groetzki 2, Guardiola 2, Petersson 2, Kohbacher 4.

Zuschauer: 5261.

Comments

Комментарии для сайта Cackle
Загрузка...

More news:

Read on Sportsweek.org:

Andere Sportarten

Sponsored