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Rhein-Neckar Löwen: Warum Andy Schmid "die Kirche mal im Dorf lassen" will

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Von Daniel Hund

Heidelberg. Der Start war schlecht, die Antwort dafür umso besser: Im Champions-League-Duell gegen Vardar Skopje, dem ersten Pflichtspiel nach der WM-Pause, ließen die Handballer der Rhein-Neckar Löwen früh die Köpfe hängen, kämpften kaum, ergaben sich in ihr Schicksal. Drei Tage später gegen den Bergischen HC war es dann zwar keine Leistungsexplosion, aber eine deutliche Steigerung, die mit einem 26:20-Sieg belohnt wurde.

Und an den soll am Donnerstag ab 19 Uhr angeknüpft werden. Dann gastieren die Gelben bei GWD Minden, dem Tabellen-Zehnten im deutschen Handball-Oberhaus. Zwei Punkte sollen her. Auch Andy Schmid, 35, wird bei den Ostwestfalen wieder voll gefordert sein. Als Kapitän, als Spielmacher, als Torjäger. Vor der Partie nahm sich der Schweizer Zeit für ein RNZ-Interview, in dem er gewohnt offen drauflos plauderte.

Andy Schmid, wie fällt denn Ihr Fazit zu den ersten beiden Spielen im neuen Jahr aus?

Das waren zwei völlig unterschiedliche Leistungen von uns. Gegen Skopje war es eine Katastrophe. In Sachen Kampf und Emotionen war es wohl unsere schlechteste Leistung in den letzten Jahren. Danach haben wir alles hinterfragt. Gegen den BHC haben wir dann ein sehr gutes Spiel gemacht. Bis auf diese rund zehn Minuten nach der Pause natürlich.

Man befindet sich also auf dem richtigen Weg ...

Ich finde, dass man das Ganze ohnehin mal etwas nüchterner betrachten muss. Nur mal so als Vergleich: Der ungeschlagene Spitzenreiter Flensburg hat kurz vor Weihnachten zuhause mit 25:23 gegen den BHC gewonnen und danach gefeiert, als wäre man gerade Meister geworden. Wir hingegen schlagen den BHC mit sechs Toren und sitzen danach völlig niedergeschlagen in der Kabine. Wir müssen die Kirche wirklich mal im Dorf lassen.

Fehlt momentan vielleicht auch einfach etwas das Selbstvertrauen?

Natürlich. Das ist ein ganz wichtiger Faktor. Auf diesem Niveau sowieso. Da macht es oft den Unterschied. Wir haben uns unser Selbstvertrauen leider klauen gelassen. Und gerade in Phasen, in denen es nicht so läuft, spukt das schon in den Köpfen herum. Es ist derzeit einfach eine schwierige Phase für uns. Aber so etwas passiert nach vier, fünf sehr guten Jahren eben mal. Wir müssen jetzt weiter kämpfen. Spiel für Spiel. Dann werden wir diese Phase sicher auch wieder hinter uns bringen.

Noch ein Wort zu Minden: Ein Selbstläufer wird das nicht, oder?

Nein. Es ist eine unangenehme Mannschaft. Flensburg und Kiel haben sich dort auch schwer getan. Minden hat gute Spieler mit Selbstvertrauen. Wir brauchen eine Topleistung.

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