Rhein-Neckar Löwen: Gegen Skopje soll es diesmal ein gelbes Happy End geben
Von Daniel Hund
Heidelberg. Eine Handball-Weltmeisterschaft zehrt an den Nerven. Die Köpfe sind leer, die Akkus im roten Bereich. Eigentlich hilft da nur eins: Ruhe. Im deutschen Profi-Handball ist die allerdings ein Fremdwort. Am Donnerstag startet die Bundesliga in die Rest-Rückrunde, für die Rhein-Neckar Löwen geht es sogar schon einen Tag früher wieder los: Am Mittwoch ab 19 Uhr kreuzt Vardar Skopje zum Champions-League-Duell in der Mannheimer SAP Arena auf.
Ausgerechnet Skopje, ausgerechnet der Königsklassen-Champion von 2017. Ein Team, bei dem sich die Weltstars die Klinke in die Hand geben. Unter einem lockeren Aufgalopp ins neue Jahr versteht man etwas anderes. "Das stimmt natürlich", lacht Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen im Gespräch mit der RNZ, "andererseits ist das aber natürlich auch kein Wunschkonzert. Irgendwie muss es für uns ja los gehen und wir nehmen es, wie es kommt."
Die Freudentränen sind beim Weltmeister-Trainer mittlerweile getrocknet, dafür sind die Sorgenfalten zurück. Denn schadlos haben die Badener die Weltmeisterschaft nicht überstanden. Aktuell bangt Jacobsen um drei Spieler: Abwehr-Koloss Jesper Nielsen plagt sich mit Leistenproblemen herum, Gudjon Valur Sigurdsson setzen nach wie vor hartnäckige Knieprobleme außer Gefecht und Steffen Fäth klagt über starke Schmerzen in der Hüfte.
Für Nielsen könnte es bis zum Mittwoch noch reichen. "Da warten wir mal ab, ob er die nächsten Tage trainieren kann", verrät Jacobsen. Sigurdsson und Fäth sind hingegen kein Thema gegen die Mazedonier. Vor allem beim deutschen Nationalspieler sind die Prognosen düster: "Steffen wir uns sicher noch zwei bis vier Wochen fehlen", bedauert sein Trainer. Für Fäth ist das doppelt bitter, schließlich zeigte der Mann von der Königsposition bei der WM aufsteigende Form. Ohne Selbstvertrauen angereist, entpuppte sich der 28-Jährige dort zu einer wichtigen Stütze im Rückraum.
Zurück zu Skopje: Die Mannschaft von Torwart-Legende Arpad Sterbik rangiert in der Champions-League-Gruppe A hinter Barcelona (18 Punkte) und vor den Löwen (12) mit 13 Zählern auf dem zweiten Tabellenplatz. Beim Hinspiel in Skopje schnupperten die Löwen am Sieg. Mit einer 15:13-Führung ging es in die Pause, ehe man das Spiel nach dem Wechsel doch noch aus der Hand gab. Endstand: 27:29. Alles in allem eine ärgerliche Pleite. Darüber war man sich damals einig.
Diesmal soll es ein gelbes Happy End geben. Jacobsen gibt alles, schmeißt auch den Videorekorder wieder an. Stärken und Schwächen hat er feinsäuberlich herausgearbeitet. Wobei das mit den Schwächen so eine Sache ist: "Das ist eine Mannschaft, die auf jeder Position zwei Weltklasse-Spieler aufbieten kann", zuckt Jacobsen mit den Schultern.
Für ihn zählt Skopje zu einer der Mannschaften, die das Zeug dazu hat, sich für das Final Four in Köln zu qualifizieren. Noch höher schätzt er nur Barcelona und Paris ein. Und wo tauchen die Löwen in seinem internen Ranking auf? "Wir gehören wie Skopje zu sechs, sieben Mannschaften, die um die beiden übrigen Startplätze beim Final Four spielen können."

