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Rhein-Neckar Löwen: Meisterschaft ade nach 28:31 gegen Kiel (Update)

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Von Tillmann Bauer

Kiel. Es passte, dass Hendrik Pekeler gut 20 Sekunden vor Spielende das letzte und entscheidende Tor für den THW Kiel erzielte. Es war einer der drei ehemaligen Löwen, der mit dafür sorgte, dass der Rekordmeister aus dem Norden das Spitzenspiel in der Handball-Bundesliga gegen die Rhein-Neckar Löwen mit 31:28 (16:15) für sich entschied. Gemeinsam mit Rückraumspieler Harald Reinkind (sieben Tore) und einem überragenden Schlussmann Niklas Landin führte er die Zebras zum umjubelten Heimerfolg.

„Am Ende haben Kleinigkeiten entschieden“, schnaufte Spielmacher Andy Schmid nach Schlusspfiff erst einmal durch, „ein Unentschieden wäre gerecht gewesen.“ Weil man aber verlor, haben die Löwen nun sieben Minuspunkte auf dem Konto, der THW bleibt nun der erste Verfolger auf Flensburg, das weiterhin ungeschlagen an der Spitze thront. „Wir haben trotzdem ein gutes Spiel gemacht“, sagte Rechtsaußen Patrick Groetzki, „das tut jetzt weh, aber wir müssen auch realistisch sein – es ist noch immer keine schlechte Saison.“

Zu Beginn gab es aber eine positive Nachricht: Als Alexander Petersson um 19 Uhr den Hallenboden der Ostseehalle betrat, atmeten einige Löwen-Anhänger durch. Der Finger hielt, er konnte spielen: Petersson, laut Löwen-Coach Nikolaj Jacobsen ein „harter Hund“, biss auf die Zähne, stand in der Anfangssieben.

Schon aus dem Zwischenstand von 15:16 zur Pause ließ sich erahnen, dass die Badener kein schlechtes Spiel im hohen Norden zeigten. Auch Petersson hatte daran entscheidenden Anteil, weil er sowohl im Angriff als auch in der Abwehr einen starken Auftritt zeigte.

Reinkind nicht zu stoppen

Allen voran Kapitän Schmid und Linksaußen Gudjon Valur Sigurdsson präsentierten sich in der Anfangsphase treffsicher, was sich nach gut 20 Minuten aber ändern sollte: Ex-Löwe Landin ließ seine Weltklasse aufblitzen, indem er im Minutentakt die Bälle, die auf sein Gehäuse flogen, entschärfte.

Fast schon ironisch, dass im Gegenzug Harald Reinkind, ebenfalls Ex-Mannheimer, einen Treffer nach dem anderen landete, ohne dass die Löwen-Torhüter eine Hand an den Ball bekamen. Der norwegische Linkshänder konnte machen, was er wollte – ihn bekamen die Löwen einfach nicht in den Griff. Er lachte: „Von mir aus können wir jetzt jede Woche gegen die Löwen spielen. Ich war heute noch etwas motivierter als sonst.“

Weil Jacobsen damit nicht zufrieden sein konnte, nahm er zuerst eine Auszeit, um seine Mannschaft neu zu ordnen und schickte dann Andreas Palickas schwedischen Kollegen Mikael Appelgren zwischen die Pfosten. „Wir haben eine gute Moral gezeigt“, urteilte Jacobsen, weil man sich nach einem Vier-Tore-Rückstand wieder zurück kämpfte. Der Kieler Sieg sei aber trotzdem verdient gewesen.

Denn auch in Durchgang zwei blieb es das erwartet enge Duell. Während keines der beiden Teams es schaffte, die eigenen Fehler zu reduzieren, überzeugte auf Seiten der Löwen weiterhin Schmid, der fast alle Offensiv-Entscheidungen traf. In den Schlussminuten scheiterte aber auch er an Landin – allein das war für diesen Abend symptomatisch.

Kiel: Landin N. 1, Wolff - Duvnjak 2, Reinkind 7, Landin M. 3, Firnhaber, Weinhold, Wiencek 3, Ekberg 6/3, Rahmel, Dahmke, Zarabec 1, Vujin, Bilyk, Pekeler 2, Nilsson 5.

Löwen: Appelgren, Palicka - Schmid 7, Lipovina, Sigurdsson 9/2, Radivojevic, Tollbring, Abutovic, Mensah Larsen 2, Fäth, Groetzki 1, Taleski, Guardiola 1, Petersson 4, Nielsen 1, Kohlbacher 3.

Spielfilm: 2:2 (5.), 4:5 (10.), 7:8 (15.), 9:11 (20.), 14:12 (25.), 16:15 (Halbzeit) - 18:18 (35.), 21:19 (40.), 23:21(45.), 26:23 (50.), 28:26 (55.), 31:28 (Ende).; Zuschauer: 10.285.

Update: 27. Dezember 2018, 22.11 Uhr

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