Handball-Weltmeisterschaft: Drei Löwen für Deutschland
Heidelberg. (tib) Exakt 30 Tage bevor es ernst wird hat Handball-Bundestrainer Christian Prokop 28 Namen auf einen Zettel geschrieben. Es sind die Männer, die zum erweiterten Kader für die Heim-WM vom 10. bis zum - im Optimalfall - 27. Januar stehen. Erst nach drei Tests, einen Tag vor dem Eröffnungsspiel gegen Korea, wird das Aufgebot auf 16 Spieler reduziert. Eine große Überraschung bei der Verkündung gestern gab es aber wie erwartet nicht. Michael Kraus, der aktuell mit einer Handverletzung ausfällt, wurde nicht berücksichtigt.
Alle drei deutschen Löwen-Nationalspieler sind mit dabei. Dass Rechtsaußen Patrick Groetzki, Kreisläufer Jannik Kohlbacher und Rückraumschütze Steffen Fäth auf Prokops Liste standen, war nicht überraschend, auch wenn sich Letzterer momentan in einem Formtief befindet und bei den Löwen kaum zum Einsatz kommt.
Vielleicht kann Fäth ja am Dienstag (19 Uhr) in der Rostocker Stadthalle, beim drittletzten Test vor der Weltmeisterschaft gegen Polen, etwas Selbstvertrauen tanken. Für den Lehrgang hat der Bundestrainer zudem noch Paul Drux von den Füchsen Berlin nachnominiert, nachdem dieser unter der Woche nach überstandener Verletzung sein Comeback gegeben hatte. Alle 17 Spieler, die sich momentan in Rostock befinden, haben laut Prokop "schon einen kleinen Vorsprung" im Hinblick auf die WM.
Während im 28er-Kader fünf Kreisläufer stehen, nominierte Prokop neben Groetzki nur einen weiteren Rechtsaußen: Tobias Reichmann von der MT Melsungen. "Vielleicht ein kleines Risiko", äußerte sich der Bundestrainer, "aber wir haben auch einige Linkshänder, die zur Not auf Außen spielen können."
Löwe Kohlbacher teilt sich die Position mit Hendrik Pekeler, Patrick Wiencek, Erik Schmidt und Nachwuchsmann Johannes Golla. Schmidt und Golla, so Prokop, seien für den Fall einer Verletzung eingeplant.
Der dreitägige Lehrgang in Rostock kam nur aufgrund der guten Kooperation mit der Bundesliga zustande. Das gibt dem Rest der Liga die Möglichkeit, kurzzeitig durchzuatmen. "Das brauchen wir auch nach dieser harten Phase", freut sich auch Löwen-Coach Nikolaj Jacobsen, "ich hätte denen drei natürlich auch eine Pause gegönnt, aber die freuen sich, für Deutschland zu spielen. Patrick und Steffen waren in letzter Zeit nicht so belastet - vielleicht können sie ja jetzt ein bisschen mehr machen."
Der erweiterte WM-Kader: Andreas Wolff (Kiel), Silvio Heinevetter (Berlin), Dario Quenstedt (Magdeburg), Johannes Bitter (Stuttgart) - Uwe Gensheimer (Paris), Matthias Musche (Magdeburg), Marcel Schiller (Göppingen), Finn Lemke (Melsungen), Patrick Wiencek (Kiel), Hendrik Pekeler (Kiel), Patrick Groetzki (Löwen), Tobias Reichmann (Melsungen), Tim Suton (Lemgo), Fabian Wiede (Berlin), Steffen Weinhold (Kiel), Martin Strobel (Balingen), Philipp Weber (Leipzig), Erik Schmidt (Berlin), Steffen Fäth (Löwen), Kai Häfner (Hannover), Franz Semper (Leipzig), Fabian Böhm (Hannover), Niclas Pieczkowski (Leipzig), Jannik Kohlbacher (Löwen), Paul Drux (Berlin), Sebastian Heymann (Göppingen), Christoph Steinert (Erlangen), Johannes Golla (Flensburg).

