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Kein Selbstläufer: Rhein-Neckar Löwen müssen aktuell für jeden Sieg hart arbeiten

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Von Tillmann Bauer

Ludwigshafen. Es war noch nicht allzu spät, als Jesper Nielsen (29) die enge Umkleidekabine der Friedrich-Ebert-Halle verließ. Viele seiner Mannschaftskollegen standen zu diesem Zeitpunkt trotzdem nicht mehr unter der Dusche, die Handballer der Rhein-Neckar Löwen hatten es nach dem 28:21-Derby-Sieg am Donnerstagabend bei den Eulen Ludwigshafen eilig, lange gefeiert wurde nicht - man war heilfroh, an diesem Abend zwei Punkte verbucht zu haben.

So auch der schwedische Kreisriese Nielsen. Er lehnte sich entspannt an die Betonwand im Spielertunnel und plauderte. Ob der Auftritt seiner Mannschaft insgesamt in Ordnung gehe, wurde er gefragt. "Wir sind zufrieden mit unserer zweiten Halbzeit", antworte er mit ernstem Blick. Dieser Satz fasste gut zusammen, was die Zuschauer für eine Löwen-Mannschaft geboten bekamen.

Denn was man im ersten Durchgang auf die Platte brachte, war eines Pokalsiegers nicht würdig. Nielsen: "Leider hatten wir wieder diese paar Minuten, in denen wir zu viele Bälle verlieren - das müssen wir abstellen."

Dass an der fehlenden Konstanz gearbeitet werden müsse, betonen die Löwen-Akteure aktuell konsequent nach jeder Begegnung. So blieb auch Andy Schmid nichts anderes übrig, als das auszusprechen, was man bereits in den vergangenen Wochen immer wieder zu hören bekam: "Es war phasenweise gut, phasenweise schlecht", sagte der Löwen-Regisseur . Eigentlich habe man das momentane Leistungsniveau damit bestätigt. Schmid: "In unserer aktuellen Phase ist eben nichts selbstverständlich."

Während Oliver Roggisch von "keiner einfachen Situation" sprach, musste auch Chefcoach Nikolaj Jacobsen bei der Pressekonferenz zugeben, dass sein Team nicht das gespielt habe, was er sich vorgestellt hatte. "Das waren wieder zu viele Fehler, die wir gemacht haben." Teilweise wurden die Bälle weggeschmissen, falsche Entscheidungen getroffen. Man ließ sich zu leichten Ballverlusten verleiten und zudem mangelte es an der finalen Durchschlagskraft im Angriff.

"In gewissen Situationen läuft es einfach nicht", schluckte Schmid und dachte an einige Momente aus der ersten Halbzeit zurück, "dann ist es schwierig, die Lösungen zu finden, dann hat man den Kopf nicht so richtig frei, dann überlegt man zu viel." Dann sehe das eben alles nicht so flüssig aus.

"...und phasenweise schlecht"

Zeit, um auf andere Gedanken zu kommen, bleibt mal wieder keine. Gestern morgen stand Training in Kronau auf dem Programm, am Nachmittag ging es bereits in den Flieger in Richtung Schweden. Dort gastiert man heute (18.30 Uhr) - keine 48 Stunden später - in der Champions League bei IFK Kristianstad. "Das wird für den Körper schwierig. Die Schweden werden viele Wege gehen, das Spiel schnell machen, weil sie wissen, dass wir erst gespielt haben", sagte Schmid. Und Nielsen wies darauf hin, dass der schwedische Meister zuletzt gegen Montpellier gewonnen hat: "Das wird ihnen zusätzlich Selbstvertrauen geben."

Eine positive Nachricht für die Löwen gab es am späten Donnerstagabend doch noch, welche die Spannung in der Bundesliga betraf. Magdeburg verlor überraschend gegen Göppingen.

Wie wird so ein Ergebnis eigentlich in der Löwen-Kabine wahrgenommen, Herr Nielsen? "Ach, es hat sich rumgesprochen", grinst er, "aber das interessiert uns aktuell wenig."

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