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Interviewt: Rolando Urios Gonzales

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Hallo Rolando, Du bist auf Kuba geboren, in Spanien aufgewachsen und lebst jetzt schon lange in Deutschland. Welche Staatsangehörigkeit hast Du eigentlich?

Ich habe die kubanische und die spanische Staatsangehörigkeit. 

Dein Vater war ein sehr bekannter Handballspieler. Unter anderem gewann er mit seinem spanischen Verein BM Ciudad Real die Champions-League und wurde als Nationalspieler Kubas Torschützenkönig bei der Weltmeisterschaft 1999. Ich gehe davon aus, dass Du einen Großteil Deiner Kindheit in Handballhallen verbracht hast? 

Ja, ich war tatsächlich viel in der Halle. Als Kind habe ich das sehr genossen. Der Handballsport hat mich früh begeistert, und ich wollte immer so wie mein Vater sein! Als ich 4 Jahre alt war, habe schon angefangen Handball zu spielen. 

An Körpergröße bei knapp über 1,90m unterscheidet ihr Euch beide kaum. Was fehlt Dir noch zu seinem Wettkampfgewicht von 110kg?

Mir ist bewusst, dass ich an Muskelmasse noch zunehmen muss. Das schafft man mit mehr Krafttraining und das mache ich auch gerade. Das ist das Ziel und ich werde es schaffen!

Wo hast Du Deine Kindheit und Jugend verbracht? Stand der Handball stets im Mittelpunkt Deines Interesses? 

Meine Kindheit und Jugend habe ich größtenteils bei Ciudad Real verbracht. Ich konnte stets Handball auf Spitzenniveau erleben. Der Verein BM Ciudad Real gewann 2x Champions-League. Trainer war Talant Dujshebaev. Ich habe daher schon immer Handball geatmet wollte die Schritte meines Vaters verfolgen.

Wie kam es, dass Du bereits als Jugendlicher den Schritt nach Deutschland gewagt hast?

Ich wollte mich schon immer in Deutschland ausbilden lassen. Die Füchse Berlin leisten eine fantastische Nachwuchsarbeit. Als ich die Zusage von den Füchsen hatte, zögerte ich trotz eines Angebots des FC Barcelona keine Sekunde. So kam ich als 16-jähriger hierher. Ich würde es 1000 Mal genauso wieder machen. 

Hattest Du Eingewöhnungsprobleme?

Nein, ich habe mich in Deutschland gleich wohl gefühlt. Natürlich war es am Anfang nicht so einfach wegen der Sprache, aber das ist überstanden. Meine Zieheltern Alberto Chamber Montalvo und Anita Silva haben da auch eine wichtige Rolle gespielt. Bei Ihnen lebe ich seit meiner Ankunft in Deutschland. Sie haben immer alles dafür getan, damit ich mich gut fühle. Sie sind sehr wichtig für mich.

Welche Erfolge habt Ihr im Jugendbereich gefeiert und wie hast Du den Übergang zum Männerbereich erlebt?

In der B- und A-Jugend wurde ich Deutscher Meister. Der Wechsel in den Männerbereich ist sicherlich von der körperlichen Physis eine riesige Umstellung - aber insgesamt denke ich, bin ich auf einen guten Weg.

Welches ist Dein bisher schönstes Erlebnis im Füchse-Trikot?

Es gibt einige, aber die A Jugend Deutsche Meisterschaft von 2017/2018 und mein Debüt mit den Profis der Füchse in Mannheim gegen Rhein Neckar Löwen werde ich nie vergessen.

Nun bist Du Spieler des VfL Potsdam mit Zweitspielrecht für die Füchse. Wie kam es dazu?

Potsdam hat mir die beste Möglichkeit angeboten, Spielerfahrung zu sammeln. Spielminuten sind für meine Entwicklung Gold wert, ich bin für das Vertrauen des Trainers und die Unterstützung meiner Mannschaft sehr dankbar. Hinzu kommt, dass ich weiterhin mit meiner Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann weitermachen kann, was natürlich nicht ganz unwichtig war.

Mit dem VfL habt Ihr derzeit den Anschluss zur Spitzengruppe verloren. Habt Ihr Euer Saisonziel bereits neu definiert?

Nein haben wir nicht, ich bin ein positiv denkender Mensch und die Saison ist noch nicht vorbei. Wir denken nur darüber nach, die nächsten Spiele zu gewinnen und weiter uns zu verbessern.

Was gefällt Dir an Potsdam? Hast Du Dir schon die Stadt angeschaut?

Potsdam ist eine sehr schöne Stadt, jedes Mal wenn ich Besuch aus dem Ausland habe, ist ein Ausflug nach Potsdam fest einprogrammiert.

Auch Dein Vater ist jetzt regelmäßig beim VfL anzutreffen...

Ja, er macht sogar einen Deutschkurs, um sich hier besser verständigen zu können. 

Rolando, eine letzte Frage: Welche Musik bevorzugst Du? Deutsche oder Kubanische?

Ich höre alles was nach Musik klingt, habe keinen bestimmten Geschmack. Ich kann einfach alles hören.

Vielen Dank für das Interview und alles Gute für die Zukunft!

Das Interview führte Jens Pichotta 

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