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Rhein-Neckar Löwen: Nach dem Bundesliga-Kampf wieder ein Höhenflug?

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Von Daniel Hund

Mannheim. Es hatte etwas von einem Tatort. Von dieser Kult-Krimireihe, die nun schon seit Jahrzehnten Sonntagabends in der ARD ausgestrahlt wird. Diesmal war der Tatort die Mannheimer SAP Arena. Mit zwei Hauptdarstellern: Links die Rhein-Neckar Löwen, rechts der HC Erlangen. Handball-Bundesligisten unter sich. Spannend war’s, teilweise kaum auszuhalten. Ein Handball-Krimi am Nachmittag: Es ging hin und her, vor und zurück. Mal führte der, mal der andere. Und am Ende jubelten die Löwen, feierten den 29:26-Sieg euphorisch.

Die Optimisten unter den Fans der Gelben werden nun sagen: Ihre Löwen können eben nicht nur Gala, sondern auch Handball arbeiten, die so genannten dreckige Siege einfahren. Aber das ist eben nur die halbe Wahrheit.

Denn es fehlte nicht viel und man hätte am Sonntag schon einen Haken hinter die Saison machen können: Eine Niederlage hätte nämlich wohl das vorzeitige Aus im Bundesliga-Titelkampf bedeutet. Fünf Minuspunkte wären bei diesem Restprogramm zu viel gewesen.

Oliver Roggisch, der Sportliche Leiter der Badener, wusste das genau. Das sah man, das spürte man, wenn man ihn da so am Spielfeldrand beobachtete. Der lange Blonde stand 60 Minuten unter Strom, ärgerte sich, schimpfte, ballte die Faust, befand sich auf einer emotionalen Achterbahnfahrt. Nach der Schluss-Sirene switchte er rüber in den Dauergrins-Modus. Roggisch, der Erleichterte: "Es war imponierend zu sehen, wie die Jungs das Spiel über den Kampf gedreht haben."

Glänzen kann man nämlich nicht immer, siehe die Gute-Laune-Siege in Veszprem oder gegen Montpellier. Wenn die Zauberpässe nicht ankommen, die Rückraum-Raketen permanent am Tor vorbei segeln, dann, genau dann, muss der Wille Berge versetzen. So werden Titel gewonnen. Und natürlich hätte niemand etwas dagegen, wenn Nikolaj Jacobsen, der nach dieser Saison bekanntlich seinen Trainerstuhl räumt, der Abgang versüßt und nochmals die deutsche Meisterschaft eingefahren wird. Quasi als Abschiedsgeschenk für einen Trainer, der aus den Titellosen einen Titelhamster gemacht hat, der mit viel Herz und noch mehr Sachverstand eine Ära geprägt hat.

Ein wichtiger Schritt in Richtung dritter Meisterfeier könnte am kommenden Montag in Flensburg gemacht werden. Beim noch ungeschlagenen Tabellenführer werden Big Points vergeben. Für den Trip an die Ostsee wäre es deshalb wichtig, dass man auch in Bestbesetzung anreisen kann. Derzeit ist aber genau das fraglich. Torhüter Mikael Appelgren bereitet Sorgen. Gegen Erlangen schaute er nur zu. Ein Muskelfaserriss im Oberschenkel bremst den Schweden momentan aus. "Es ist aber nicht ganz so schlimm", sagt Jacobsen, "wir hoffen, dass es für das Spiel in Flensburg wieder reicht." Gegen Erlangen fehlte "Apfel" sehr. Da Andreas Palicka, der natürlich ebenfalls ein Ausnahmekönner ist, nicht seinen besten Tag erwischte, fehlten Jacobsen die Alternativen. "Für Palle war das nicht leicht. Er wusste, dass heute viel von ihm abhängt. In solchen Situation will man dann selbst oft zu viel." Sagt der Däne. "Aber in der Schlussphase war er voll da."

Am Mittwochabend soll Palicka genau dort weiter machen. Dann gastieren die Löwen ab 20.45 Uhr in der Champions League in Montpellier.

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