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Rhein-Neckar Löwen: Aufwärtstrend gegen Erlangen fortsetzen

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Mannheim. (miwi) Es ist ja schon immer so gewesen, dass der Mensch besonders von den Dingen angezogen wird, die er nicht verstehen kann. Unerklärliches übt eine Faszination aus, der sich kaum jemand entziehen kann. Vor diesem Hintergrund sollten sich die Verantwortlichen der Rhein-Neckar Löwen überlegen, ob sie den Spielern untersagen, über Gründe für den Formaufschwung zu sprechen, der die Handballer seit der Rückkehr von diversen Länderspielreisen erfasst hat.

Das 37:27 in der Champions League gegen Montpellier HB am Mittwochabend war wohl die beste Leistung der Löwen in der laufenden Saison - und das ist deshalb faszinierend und in Teilen unerklärlich, weil die Mannschaft von Nikolaj Jacobsen vor der einwöchigen Unterbrechung bis Ende Oktober eher zu ihren Siegen holperte.

Andreas Palicka erinnert sich noch gut an die Zeit, als er des Handballs wegen nach Deutschland kam. "Ich habe ein Jahr lang Sprachunterricht gehabt, immer nur daran, möglichst gut zu sprechen. Mein Kopf war voll und irgendwie hat es nicht geklappt", sagte der Torhüter der Löwen nach der Partie in Montpellier in beeindruckend gutem Deutsch.

Der Schwede beherrscht die Sprache seiner Wahlheimat inzwischen und das hat mit dem ersten Sommer nach seinem Wechsel zu tun. "Ich bin damals vier Wochen in Schweden gewesen und als ich zurück nach Deutschland kam, war der Kopf plötzlich aufgeräumt und es hat geklappt", erklärte Palicka: "Das ist jetzt bei uns auch so gewesen."

Handball sei ja ohnehin auf dem Niveau, auf dem es die Rhein-Neckar Löwen ausüben, "eine Sache des Kopfes", ist Palicka überzeugt. Die Woche, in der die Spieler mit ihren Nationalmannschaften unterwegs waren, hatte den gleichen Effekt für das Zusammenspiel der Löwen wie einst der Sommerurlaub für die Sprachfähigkeit des Torwarts.

Weil die Akteure mal ein paar Tage nicht an die Situation bei den Löwen, die Spielzüge oder das nächste Match denken mussten, wurde aus dem "Mit-den-Löwen-gewinnen-müssen" ein "Mit-den-Löwen-gewinnen-dürfen". Palicka sagt: "Man wird im Kopf schnell müde, wenn man alles negativ sieht." In genau einer solchen Spirale befanden sich die Löwen vor der Länderspielpause, jetzt sind sie daraus befreit.

"Wir haben ja alle unser Hobby zum Beruf gemacht und es ist wichtig, dass man Handball mit Freude spielt", erklärte Andy Schmid. Die Spielfreude quoll gegen Montpellier förmlich aus jedem einzelnen Akteur in einem Löwen-Trikot, sie war gar nicht zu übersehen. "Es macht wieder Spaß", sagte der Kapitän der Löwen, warum seine Kollegen und er plötzlich die Lust an ihren Job zurückerlangt haben, kann er nicht schlüssig begründen: "Man kann nicht alles erklären."

Vielleicht muss man das auch gar nicht, sondern viel mehr Sorge dafür tragen, dass es fortan so bleibt. "Wir werden wohl nicht alle Spiele bis Weihnachten gewinnen", sagt Schmid, "aber wir werden von einer Niederlage nicht mehr so zurückgeworfen." Die Selbstzweifel sind verflogen und das ist die wichtigste Erkenntnis der zurückliegenden Partien.

"Wir haben in jedem Spiel seit der Pause einen Schritt nach vorne gemacht", befand Jacobsen und der Coach hofft darauf, dass die Entwicklung am Sonntag, 16 Uhr, fortgesetzt wird, wenn der HC Erlangen in die SAP Arena kommt. Leicht wird das nicht, denn gegen Montpellier befanden sich die Löwen schon recht nahe am Maximum. "Wenn wir unser Niveau stabiler zeigen können, sind wir schon viel weiter gekommen", sagte der Däne - und geht davon aus, dass seine Spieler mit Freude und ohne Kopf-Blockade die Pflichtaufgabe gegen den HCE lösen werden.

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