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ARENA-Interview mit Norbert Ahrend

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Hallo Norbert, Du bist jetzt seit 2014 Vorsitzender des VfL. Heute steht Dein 9. Brandenburg-Derby mit dem Oranienburger HC an. Wie lautet Deine persönliche Derbybilanz?

Sie ist leider negativ. In meiner Amtszeit haben wir die Auswärtsspiele leider verloren und auch zu Hause waren wir nicht immer erfolgreich. Ich hoffe natürlich sehr, dass die Bilanz am heutigen Tage besser wird! 

Bist Du mehr aufgeregt als bei "normalen" Ligaspielen? 

Naja, Aufregung ist ein starkes Wort. Sicher bin ich etwas angespannt, denn heute geht es schließlich um mehr als sonst. Wir wollen ja nicht nur in der Tabelle an Oranienburg vorbeiziehen, sondern auch unsere eigenen Ambitionen aufrechterhalten. Wir wollen schließlich ganz oben angreifen. 

Die Mannschaft ist noch recht verhalten in die Saison gestartet. Was macht Dir Hoffnung, dass es heute besser wird?

Wir haben mehrere neue Akteure, die zunächst in die Mannschaft integriert werden mussten. Da sehe ich aber deutliche Fortschritte. Ich gehe davon aus, dass die Spieler heute noch heißer sind als sonst und den Konkurrenten aus dem eigenen Bundesland aus der Halle fegen wollen. Zumal ich erwarte, dass wir mit voller Halle ordentlich Rückenwind von den Rängen haben werden. 

Du selbst bist gerade etwas gehandicapt. Wie kam es dazu?

Meine Knie haben den Dienst weitestgehend quittiert. Die Belastung von vielen Jahren intensivem Sport machen sich nun bemerkbar. Es gab einen ersten operativen Eingriff, dem noch einige folgen werden. Für den heutigen Tag besteht also keine Gefahr, dass ich eingewechselt werde. 

Hast Du denn früher selbst Handball gespielt?

Ja, zu Jugendzeiten. Während des Studiums an der Humboldt-Universität war ich Torwart in der Uni-Mannschaft. Ich hatte zu dieser Zeit als Tischtennis-Spieler ganz ordentliche Reflexe. 

Wo bist Du geboren? 

In Wernigerode im Harz. 

Also bist Du unmittelbar am Fuße des Brockens aufgewachsen. Wie oft hast Du ihn schon bestiegen? 

Als Kind natürlich ein paarmal mit meinen Eltern. Später war der Gipfel ja lange für Besucher gesperrt und erst seit der politischen Wende 1989 darf man ja überhaupt erst wieder rauf. Ich denke, ich habe es inkl. meiner drei Teilnahmen am Harz-Gebirgslauf nur 10x auf den Berg geschafft. 

Du spielst gerne und gut Tischtennis. Wann hast Du die Liebe zu diesem Sport entdeckt?

Ich begann mit 9 Jahren in meiner Heimatstadt mit diesem Sport. Im besten Alter als Student wurde ich Vizemeister der damaligen DDR. Nach dem Studium allerdings beendete ich auch meine aktive Karriere in diesem Sport. 

Und heute? Timo Boll hat schließlich als ältester Spieler aller Zeiten gerade die Europameisterschaft im Tischtennis gewonnen. 

Vor 6 Jahren begann ich wieder aktiv mit dem Tischtennis. Durch meine Probleme am Knie kann ich mir eine Rückkehr in den Wettkampfbetrieb derzeit nicht vorstellen. 

Als Vorsitzender des VfL Potsdam befindest Du Dich in Deiner 5. Amtszeit. Wie kam es zu Deinem Engagement?

Meine Familie ist sehr sportbegeistert. Insbesondere Ballsportarten haben es uns angetan. Das führte in der Vergangenheit bereits dazu, dass wir regelmäßig Besucher von Heimspielen des VfL oder etwa auch der Volleyballdamen vom SC Potsdam waren. Im Zuge der Neustrukturierung im Rahmen des Insolvenzverfahrens des Vereins wurde mir das Amt angetragen und ich habe die Wahl angenommen. 

Welche waren die bisherigen sportlichen Highlights Deiner Amtszeit?

Die stets herausragenden Ergebnisse im Jugendbereich, ob Leistungssport- oder Breitensport, freuen mich sehr. Sie sind Ausweis und Lohn unserer großen Anstrengungen. Herausragend fand ich den Pokalsieger unserer "Steinadler" zu Beginn dieses Jahres. Man konnte sehen, was Wille im Sport alles bewegen kann. 

Was ist Dein sportlicher Traum für den Handballsport in Potsdam?

Der Aufstieg in die 2. Liga – und der Verbleib dort – ist für viele Mitstreiter natürlich der größte Traum. 

Und wo siehst Du die größten Hürden auf diesem Weg? 

Die sportlichen Rahmenbedingungen mit der Sportschule und der tollen Heimspielstätte sind hervorragend. Finanziell müssen wir allerdings noch besser aufgestellt sein, um dem Anspruch auch nachhaltig gerecht zu werden. In der Potsdamer Sponsorenlandschaft ist das sicher sehr schwierig, aber nicht unmöglich. 

Was kann dort die Lösung sein? 

Es muss uns gelingen, die Zahl der Sponsoren weiter zu erhöhen. Viele denken, die Großen werden das schon machen. Aber auch kleinere Beträge können uns in der Summe weiterhelfen. Wir wollen den Aufstieg möglichst mit selbst ausgebildeten, regional verwurzelten Spie- lern schaffen! Vor diesem Hintergrund ist es wünschenswert, dass sich noch mehr kleinere und mittlere Unternehmen beim VfL engagieren. 

Eine letzte Frage: Dein Tipp für heute? 

Ein klarer Sieg für uns! 

Norbert, Danke für das Interview. 

 

Das Gespräch führte Jens Pichotta 

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