Eine Mini-Revanche: Rhein-Neckar Löwen treffen im Supercup auf Flensburg-Handewitt
Von Tillmann Bauer
Düsseldorf. Der Spaß ist nun vorbei, jetzt wird es richtig ernst. Für die Handballer der Rhein-Neckar Löwen geht es am morgigen Mittwoch ins Rheinland, Düsseldorf ist das Ziel. Düsseldorf? Unter Fachleuten nicht gerade als Handball-Hochburg bekannt, dort spielen die HC Rhein-Vikings, ein Zweitligist, den die Badener in der Vorbereitung bereits aus der eigenen Halle fegten. Doch die Vikings sind nicht der Gegner, im Düsseldorfer ISS-DOME findet in diesem Jahr der Supercup statt, Pokalsieger trifft auf Meister, die Löwen stehen am Mittwochabend (19.30 Uhr) der SG Flensburg-Handewitt gegenüber.
In jedem Jahr ist es die Chance, im ersten Finale den ersten Titel einzufahren. Und die Erinnerungen auf Seiten der Badener sind durchaus vielversprechend, im vergangenen Jahr sicherte man sich den Cup im Siebenmeterwerfen gegen den THW Kiel - damals noch in der Stuttgarter Porsche-Arena. Den entscheidenden Wurf versenkte damals Rechtsaußen Patrick Groetzki, er blickt nun voraus: "In so einem Spiel kommt es immer auf die Tagesform an, aber Flensburg befindet sich auch in einem Umbruch - wir haben auf jeden Fall die Qualität, den ersten Titel zu holen, das sollte auch das Ziel sein."
Gerade weil der Gegner Flensburg heißt, sollten die Löwen mit großer Motivation in die Begegnung gehen, schließlich verlor man an die Norddeutschen in der Endphase der vergangenen Saison noch die schon sicher geglaubte Meisterschaft. Eine Art Revanche? "Ja, ich freue mich auf jeden Fall wieder gegen die SG zu spielen, da können wir uns revanchieren", strahlte der schwedische Löwen-Torhüter Mikael Appelgren, "die Chancen stehen gut für uns, ein Finale zu spielen, ist immer super." Der Kader, so Appelgren, sei in diesem Jahr sehr stark und auch die fünf Neuzugängen haben sich "sportlich und sozial" bereits sehr gut integriert.
Ob das Zusammenspiel bei der Konkurrenz aus dem Norden ebenfalls schon gut harmoniert, wird sich am morgigen Mittwochabend zeigen. Denn Flensburg musste verdiente Spieler und Ikonen des Vereins ziehen lassen und neue Kräfte einbauen. Kentin Mahé spielt nun für Veszprem und auch Thomas Mogensen hat die SG verlassen. Für Torwart-Legende Mattias Andersson steht nun Benjamin Buric (kam aus Wetzlar) zwischen den Pfosten.
Es wird also zu sehen sein, wer sich in der besseren Frühform befindet, denn auch der Supercup bildet für die Mannheimer einen ersten Standort-Check. Wie gut greifen die Mechanismen tatsächlich im Wettkampfmodus? Fest steht, dass in der Vorbereitung kein Team den Pokalsieger wirklich vor größere Herausforderungen stellen konnte. Die Mannschaft von Chefcoach Nikolaj Jacobsen wird also alles daran setzen, ihren Titel zu verteidigen - auch wenn ein Triumph im Supercup sicher nicht die verpatzte Meisterschaft vergessen machen kann.

