HIrschberg: SGL-Ehrenmitglied Hans Tesarz ist gestorben
Hirschberg. (wabra) Die Trauer in der Gemeinde ist groß, denn ein Hirschberger, der in beiden Ortsteilen "zuhause" war, ist im Alter von 86 Jahren gestorben: Hans Tesarz aus Großsachsen hat die Geschichte der SGL-Handballer maßgeblich mitgeschrieben. 20 Jahre nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft gelang der Sportgemeinde Leutershausen 1989 der erneute Aufstieg in die Erste Hallenhandball-Bundesliga. Und es war die Zeit, in der sich Tesarz zusammen mit den Verantwortlichen für die Erste Mannschaft im Management der Bundesligamannschaft engagierte, das 1987 seine Tätigkeit aufnahm.
Hans Tesarz, der am 4. Januar 1932 in Brünn das Licht der Welt erblickte, war bereits in jungen Jahren ein begeisternder Sportler. Er wandte er sich dem Ruder- und Tischtennissport zu. Nach der schulischen Laufbahn absolvierte er ein Studium der Rechtswissenschaften, das er mit dem Staatsexamen abschloss. Dann absolvierte er bei der Deutschen Bank in Heidelberg ein Praktikum. Schließlich wechselte er nach Mannheim in die Kreditabteilung. Von 1968 bis 1972 war Tesarz Assistent des Vorstandsmitgliedes Hauenschild in Frankfurt.
Im Jahr 1974 wurde er Direktor der Deutsche-Bank-Filiale in Weinheim. Durch sein Engagement konnte die Bank das Geschäftsvolumen in den Bereichen "Mittelstand" und "Baufinanzierungen" wesentlich ausbauen. Viele seiner neuen Ideen wurden von der Hauptfiliale in Mannheim mitübernommen.
Nach sieben Jahren wechselte Hans Tesarz erneut nach Mannheim, aber diesmal als Bankdirektor. Hier war er bis zu seinem Ruhestand verantwortlich für die Betreuung von Firmenkunden in Nordbaden und der Pfalz.
Seine Begeisterung zum Handballsport fand Hans Tesarz zunächst in seinem Wohnort, beim Turnverein "Germania" Großsachsen. Hier waren auch die Kinder sportlich aktiv. Sohn Markus reifte zu einem großartigen Handballtorwart heran. Dass dieses Talent zu höheren Aufgaben berufen war, hatte man auch in Leutershausen erkannt.
Der gelernte Schreiner sorgte nach seinem Wechsel zur SGL für große Schlagzeilen wie: "Schreiner vernagelte das SGL-Tor". Darüber freute sich auch Vater Hans, der sich zu Beginn seiner Aktivitäten in die Strukturen des SGL-Bereichs "Sport-Marketing" einarbeitete.
Besonders in dieser Sparte gab es sehr viele Aufgaben, die sich auch rund um den finanziellen Bereich des Bundesliga-Spielbetriebs drehten. Während dieser Zeit und danach verging kein Tag, an dem das Thema "SGL-Bundesliga-Hallenhandball" für ihn nicht auf der Tagesordnung stand.
Die Aufgaben, um finanzkräftige Sponsoren zu finden oder für manchen Spieler auch eine "Türe" zu einem sicheren Arbeitsplatz zu öffnen, nahmen zu. Zumal man ab dieser Saison neue Spieler verpflichtete und in der "Weststadthalle" in Bensheim mit einem Fassungsvermögen von 3500 Zuschauern spielte.
Hier gewann die SGL 1992 die Deutsche Vizemeisterschaft in der Ersten Hallenhandball-Bundesliga. Von 1990 bis 1999 trug Hans Tesarz als Bundesligaobmann Verantwortung. Danach stand er bis 2004 dem Management für Sponsoring und Marketing hilfreich zur Seite.
Nach der Insolvenz der Spielbetriebs GmbH im Jahr 2006 startete die SGL 2007 einen neuen Anlauf in der Baden-Württemberg-Oberliga. Auch zu dieser Zeit war Hans Tesarz wieder mit dabei, um dem Verein zu helfen. Seine Ehefrau Gisela gab ihm in all den Jahren den Rückhalt für seine Aktivitäten.
2016 würdigten der Verein und die Zuschauer in der Heinrich-Beck-Halle Tesarz als Gesellschafter der Handball-GmbH mit stehenden Ovationen für sein über 25-jähriges Engagement bei der SGL. Die Sportgemeinde Leutershausen ernannte Hans Tesarz für seine außergewöhnlichen Verdienste zum Ehrenmitglied. Mit seinem Tod verliert die SGL nicht nur ein engagiertes Vereins- und Ehrenmitglied, sondern auch einen Freund und Förderer des Handballs, der diesen Sport geliebt und gelebt hat wie kaum ein anderer.
Die Trauerfeier mit Beisetzung findet am Freitag, 17. August, um 12 Uhr auf dem Friedhof in Großsachsen statt.

