Handball Champions League: Ex-Löwe Gensheimer bleibt der Unvollendete
Köln. (sid) Uwe Gensheimer stützte nach dem Halbfinal-K.o. die Hände in die Hüfte und starrte konsterniert auf die Jubeltraube mit Ex-Weltmeister Dominik Klein. Nur wenige Meter hinter dem Ausnahme-Handballer von Paris St. Germain stimmte die Blaskapelle des HBC Nantes das Lied zum Siegestanz an.
"Es ist nicht nur schade für mich, sondern für die gesamte Mannschaft", sagte der 31-jährige Gensheimer sichtlich geknickt - und verschwand in der Kabine. Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft bleibt somit der Unvollendete. Im Sommer 2016 war er vom frischgebackenen deutschen Meister Rhein-Neckar Löwen in die Seine-Metropole gewechselt, um endlich auch "die Champions League zu gewinnen".
Jetzt scheiterte der Linksaußen bereits zum zweiten Mal in Folge im Final Four in Köln vorzeitig. Den Titel sicherte sich am Sonntagabend das Team aus Montpellier, das sich im Endspiel mit 32:27 gegen Nantes durchsetzte. Gensheimer gewann immerhin das "kleine Finale" gegen Vardar Skopje mit 29:28. Auch mit dem Nationalteam holte Gensheimer bisher "nur" die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Rio. Beim EM-Triumph 2016 fehlte der Kapitän wegen eines Muskelfaserrisses.
Dabei schien am Wochenende in Köln der Weg zum großen Ziel endlich frei zu sein. "Wir waren in dieser Saison die beste Mannschaft in der Champions League", sagte Gensheimer nach der 28:32-Halbfinalniederlage gegen den Ligakonkurrenten, ehe er das große "Aber" nachschob: "Das haben wir heute leider nicht gezeigt." Nicht nur Gensheimer, auch das millionenschwere Starensemble aus der französischen Hauptstadt läuft der begehrten Trophäe weiter hinterher.
Vergangenes Jahr war PSG in einem dramatischen Endspiel erst in den letzten Sekunden an Vardar Skopje gescheitert. Gegen Außenseiter Nantes konnte Paris die Erwartungen nur selten erfüllen. Bei ihrer dritten Final-Four-Teilnahme leistete sich PSG zahlreiche Fehler im Angriff - und lud Nantes so zu Tempogegenstößen ein. Zudem stand beim Gegner ein Teufelskerl zwischen den Pfosten. Nationaltorwart Cyril Dumoulin parierte beim 29:28 einen Siebenmeter von Paris-Superstar Mikkel Hansen und brachte den Gegner mit zahlreichen Paraden schier zur Verzweiflung.
"In der zweiten Halbzeit haben wir immer an den Sieg geglaubt und mit dem Mut zur Verzweiflung gespielt. Und dann hatten wir die Chance zum Ausgleich", sagte Gensheimer, resümierte aber: "Fakt ist: Nantes hat sehr stark gespielt und wir haben nicht unser vorhandenes Niveau erreicht." Auch er selbst blieb unter seinen Möglichkeiten, er steuerte lediglich einen Treffer bei.

