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Rhein-Neckar Löwen: Die Gratulationen doch zu früh

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Von Daniel Hund

Berlin. Schon vor Wochen standen die Ersten Schlange. Mit warmen Worten gratulierten sie Nikolaj Jacobsen, dem Trainer der Rhein-Neckar Löwen, zum Triple, zur dritten Meisterschaft in Folge. Selbst Trainerkollegen, die das schnelllebige Handball-Geschäft genau kennen, waren dabei. Der Däne selbst hatte dafür meist ein gequältes Lächeln parat. Manchmal gab’s auch böse Blicke. Aber in einem blieb er sich stets treu: Er wiegelte ab, verwies darauf, dass noch viel passieren kann.

Am Sonntag ist nun was passiert. Nicht viel, aber immerhin so viel, dass es nun doch nochmals eng werden könnte im Titelendspurt: Die Löwen stolperten, wurden auf ihrer pfeilschnellen Jagd nach dem nächsten Pott durch listige Füchse ausgebremst.

Berlin 29, Löwen 23. Ernüchternd war es, was sich da in der Hauptstadt abgespielt hat. Eben so gar nicht löwen-like. Probleme gab es in allen Mannschaftsteilen. Aber vor allem die Abwehr, das eigentliche Prunkstück, war löchrig, schien gar nicht richtig auf der Platte zu sein. "Wir", grübelte Kreismann Hendrik Pekeler im Spielertunnel, "wir haben hinten heute wohl alles falsch gemacht."

Und dann war da eben noch dieser Heinevetter, dieser extrovertierte Ausnahmekönner zwischen den Berliner Pfosten. Er ist dafür bekannt, dass er an guten Tagen für magische Momente sorgen kann. Am Sonntag war so ein Tag. Der Ex-Magdeburger hauchte der Max-Schmeling-Halle Leben ein und feierte nebenbei noch seine ganz eigene Party. Die Strichliste seiner Paraden wurde länger und länger.

Wie viele waren es am Ende denn eigentlich genau? "Zwanzig", grummelte Jacobsen. Doch die Leistung des Nationalkeepers interessierte ihn nur am Rande. Der Däne ist einer, der lieber vor der eigenen Haustür kehrt. Doch öffentlich stellt sich der Meistermacher stets vor seine Jungs, nimmt sie in Schutz. Diesmal auch, aber in den Katakomben der extrem verschachtelten Max-Schmeling-Halle fiel ihm das nicht ganz so leicht: "Das Einzige, was ich meiner Mannschaft zugutehalten kann, ist, dass es unser viertes Spiel in acht Tagen war", sagte der Löwen-Trainer, "da ist man schon mal mental müde."

An geregelte Übungseinheiten war zuletzt nicht zu denken. Immer wieder fiel jemand aus. "Seit Hamburg (dem gewonnenen Final Four, Anm. d. Red.) haben wir nicht einmal richtig trainiert", stellt Jacobsen klar. In dieser Woche wird sich das ändern. Nach zwei trainingsfreien Tagen ist ab Mittwoch Vollgas angesagt, um am Sonntag beim HC Erlangen zurückschlagen zu können.

Wobei kein falscher Eindruck entstehen darf. Die Ausgangslage im Endspurt ist nach wie vor sehr gut. Nach Erlangen folgen gegen Melsungen, Ludwigshafen und Leipzig noch drei Heimspiele. Richtig, alles keine Übermannschaften. Hinzu kommt, dass die Löwen sich sogar noch eine Niederlage leisten können. Denn neben zwei Punkten Vorsprung haben die Gelben auch noch die deutlich bessere Tordifferenz. Jacobsen: "Ich glaube nicht, dass Flensburg noch 58 Treffer auf uns aufholen wird."

Wie auch immer, zwischen den Zeilen wurde bei allen Beteiligten eines ganz deutlich: Seit Sonntag hat sich unter die Vorfreude auf den dritten deutschen Meistertitel in Serie wieder etwas Verunsicherung gemischt.

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