Ostsee-Zeitung: "Zu viele Fehler"
Empor geht in Potsdam unter
Die Rostocker Handballer unterliegen dem VfL mit 20:27
Postdam/Rostock. Einen rabenschwarzen Freitag erwischten die Handballer des HC Empor Rostock. Das Team von Trainer Till Wiechers zog gestern Abend nach einer ganz schwachen Leistung mit 20:27 (11:12) den Kürzeren. Der Aufwärtstrend der Rostocker, die sich mit drei Siegen in Folge etwas von der Abstiegszone absetzen konnten, ist damit gestoppt. Somit bleibt es im Tabellenkeller weiter eng.
Empor kam nur schwer in Tritt. Die Rostocker benötigten sieben Anläufe, um durch André Meuser zum ersten Torerfolg zu kommen – 1:1 (7.). Der Bann schien gebrochen, zumal Thore Jöhnck ein starker Rückhalt war. Die Gäste führten 4:2. Danach parierte der HCE-Schlussmann Siebenmeter des Ex-Rostockers Christian Schwarz und Caspar Jacques parierte.
„Yes, jetzt macht was draus!“, rief Ex-Nationalspieler Wolfgang Böhme, der unter den gut 600 Zuschauern in der Potsdamer MBS-Arena weilte. Doch die Worte des in Berlin wohnenden ehemaligen Weltklassespielers verhallten ungehört. Nach dem 6:4 lief bei den Mecklenburgern kaum noch etwas zusammen. Sie produzierten Fehler am laufenden Band. Die Potsdamer setzten auf Tempo-Handball – und rissen damit Lücken in die gegnerische Deckung. Die Folge: Empor verspielte nicht nur die ZweiTore-Führung, sondern geriet selbst in Rückstand (7:10/26.).
Spektakulär war die letzte Szene der ersten Halbzeit. Meuser hämmerte einen Freiwurf aus zwölf Metern über den gegnerischen Block hinweg zum 11:12 in den rechten Dreiangel. Nach der Pause glich Michael Höwt aus spitzem Winkel aus. Doch es folgte die nächste Schwächeperiode der Hansestädter, die den Kontrahenten mit einfachen Fang- und Passfehlern zu einfachen Toren einluden. Mit Ausnahme von Jöhnck blieben alle Empor-Spieler (zum Teil weit) hinter ihrer Normalform zurück. Potsdam nahm die Geschenke dankend an und zog auf 19:13 (44.) davon. Zudem ging bei den Gästen in der Deckung die Ordnung im zweiten Durchgang völlig verloren.
Stefan Ehlers

