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Rhein-Neckar Löwen: Weltenbummler Kim Ekdahl Du Rietz kehrt zurück

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Von Tillmann Bauer

Mannheim. Weltreise beendet. Zumindest vorerst. Am gestrigen Freitagvormittag bestätigten die Rhein-Neckar Löwen das, was bereits vorherzusehen war. Kim Ekdahl Du Rietz schlüpft wieder ins Löwen-Trikot, kehrt bis zum Saisonende zurück zum deutschen Handballmeister. Und das, obwohl er noch vor einem halben Jahr sein Karriereende verkündet hatte. Mit damals nur 27 Jahren.

Um 10.03 Uhr betrat der große Schwede den Presseraum der SAP Arena. Er strahlte. "Ich kann es kaum glauben, dass ich nun wieder da bin - es ist wie in einem Traum, echt surreal", schoss es aus ihm heraus. Denn eigentlich sollte er gerade um die Welt fliegen. Auf große Weltreise gehen. Das machte er bis vor drei Tagen auch noch: "Senegal, Gambia, USA, Portugal, Schweden, Neuseeland, Australien - ich bin in den vergangenen Monaten ein bisschen rumgekommen", lacht er. Damit ist nun aber Schluss; die alte Liebe ruft um Hilfe: Endstation Mannheim.

Die Verletztenliste bei den Löwen sei einfach zu groß gewesen, erklärt Geschäftsführerin Jennifer Kettemann die spezielle Rückholaktion. "Der Kontakt zu Kimi ist nie abgerissen. Wir haben durchgängig verfolgt, wo er sich gerade so rumtreibt", sagt sie. Eine Rückkehr sei immer mal wieder Thema gewesen: "Zuletzt haben wir uns dann in Zagreb bei der Europameisterschaft gesehen. Dann habe ich ihn gefragt, ob ihm nicht endlich mal langweilig sei." Da versprach Du Rietz: Sollte sich noch ein weiterer Löwe verletzen, kommt er zurück. Das Schicksal nahm seinen Lauf: Der Löwen-Abwehrchef und frischgebackene Europameister Gedeón Guardiola zog sich einen Sehnenabriss des großen Brustmuskels zu. Und das Comeback war perfekt.

"Ich bin hier, um den Jungs zu helfen, für mich war das selbstverständlich", so der Rückraumschütze, "ich liebe diese Mannschaft." Den Handball aber habe er eigentlich gar nicht so vermisst. Vielmehr das "Drumherum". Das Team, die Gemeinschaft. Eine Aussage, die zu Du Rietz passt.

Das weiß auch der Sportliche Leiter Oliver Roggisch: "Kimi ist für uns nicht nur sportlich, sondern auch als Typ unheimlich wertvoll." In der Deckung soll der Rückkehrer sowohl auf der Halbposition als auch im Innenblock für Stabilität sorgen. "Er wird uns in der Abwehr und im Angriff helfen. Kimis Eins-gegen-Eins sucht noch immer seinesgleichen - das verlernt man so schnell nicht."

Die ganze Mannschaft und das Umfeld freuen sich laut Kettemann auf den Sympathieträger. Nach dem souveränen und ungefährdeten 35:24-Auswärtssieg am Donnerstagabend in Minden stand für den deutschen Meister bereits gestern die erste Trainingseinheit an - gemeinsam mit dem alten Bekannten.

Bis die Fans ihrem Liebling im Löwen-Dress zujubeln können, müssen sie sich aber noch etwas gedulden. Für das heutige Champions-League-Match gegen den HBC Nantes (17.30 Uhr/St. Leon-Rot) ist der Schwede noch nicht spielberechtigt, sein Comeback ist erst für Dienstag eingeplant. Dann kämpfen die Löwen gegen den SC DHfK Leipzig im Viertelfinale des DHB-Pokals (19 Uhr/SAP Arena) um den Einzug ins Final-Four.

Aber ist der Schwede nach der langen Pause überhaupt fit? "Da habe ich keine Bauchschmerzen", so Roggisch. Vor drei Wochen hat Du Rietz bei der Mannschaft mittrainiert, zudem habe er den allgemeinen Fitnesstest bestanden. Roggisch: "Wir werden jetzt die Zeit nutzen, um uns mit Kimi einzuspielen." Dafür hat man morgen eine zusätzliche Trainingseinheit angesetzt. Und was meint Du Rietz selbst? "Also wenn ich mich bis Dienstag nicht verletze, dann bin ich fit."

Zudem bemerkenswert: Der Schwede gab bekannt, sein gesamtes Gehalt für soziale Zwecke spenden zu wollen. Wohin, sei noch unklar. Roggisch: "Großer Respekt, das ist wirklich besonders."

Jetzt möchte der Rückraumakteur aber erst einmal den Löwen helfen. So schnell wie möglich. Um am Ende wieder um Titel mitzuspielen. Der 1,94-Mann führte die Badener ja bereits zur Meisterschaft. Zweimal. Er weiß also, wie es geht. Nach dem letzten Saisonspiel ist im Sommer aber endgültig Schluss. "Dann endet mein Vertrag und damit auch meine Zeit als Handballer", ist sich Du Rietz sicher. Abwarten: Bei dem lebensfrohen Schweden sollte man niemals nie sagen.

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